(26.04.12) Kaum ein Tag vergeht ohne neue Zeitungsartikel, Polemiken und Erwiderungen zum aktuellen Aufreger-Thema „Urheberrecht“. Auch die AG DOK stellt sich dieser Diskussion - in Interviews, Stellungnahmen und demnächst in zwei großen thematischen Veranstaltungen: am Montag, 07.05.12 sind wir Kooperationspartner des eintägigen Kongresses Kreatives Schaffen in der digitalen Welt – Neue Finanzierungsmodelle zwischen Copyright und Creative Commons , der von der Europäischen Linken und der Linksfraktion im Deutschen Bundestag zusammen mit der AG DOK, dem Chaos-Computer-Club und der netzaffinen „Digitalen Gesellschaft“ veranstaltet wird. Cay Wesnigk wird dort unser Modell zur Neu-Verteilung der Haushaltsabgabe vorstellen, Thomas Frickel spricht für die Filmurheber. Die Veranstaltung beginnt um 10:30 h im Pfefferberg, Haus 13, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin.
Bereits zwei Tage vorher lädt die AG DOK selbst zur Podiumsdiskussion: Kreativität hat ihren Preis! heißt es am Samstag, 05.05.12 ab 20:00 h im Rahmen des Münchner DOK-Fests im Audimax der Hochschule Münchner für Film- und Fernsehen: – dort diskutieren Filmemacher Christoph Boekel und AG DOK-Vorsitzender Thomas Frickel mit Vertretern von Grünen, Piraten-Partei und der Organisation iRights.info.
(26.04.12) Kaum ein Tag vergeht ohne neue Zeitungsartikel, Polemiken und Erwiderungen zum aktuellen Aufreger-Thema „Urheberrecht“. Auch die AG DOK stellt sich dieser Diskussion - in Interviews, Stellungnahmen und demnächst in zwei großen thematischen Veranstaltungen: am Montag, 07.05.12 sind wir Kooperationspartner des eintägigen Kongresses Kreatives Schaffen in der digitalen Welt – Neue Finanzierungsmodelle zwischen Copyright und Creative Commons
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AG DOK: Veranstaltungen zum Urheberrecht
Presse-Erklärung der AG DOK
(26.04.12) Mit Unterstützung der AG Dokumentarfilm hat die Filmproduzentin Elke Baur einen juristischen Erfolg gegen die ungenehmigte Nutzung von Filmen erstritten: das Landgericht Berlin hat dem ausschließlich im Internet agierenden DVD-Verleih „LoveFilm“, Tochterfirma des online-Händlers „Amazon“, jetzt per einstweiliger Verfügung die Vermietung eines Films verboten, für den die Firma keinerlei Vermiet- und Verleihrechte erworben hatte. Dem Berliner Anwalt Christlieb Klages, der als...
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Filme illegal verliehen: Einstweilige Verfügung gegen Amazon-Tochter
Presse-Erklärung der AG DOK
(26.04.12) Mit Unterstützung der AG Dokumentarfilm hat die Filmproduzentin Elke Baur einen juristischen Erfolg gegen die ungenehmigte Nutzung von Filmen erstritten: das Landgericht Berlin hat dem ausschließlich im Internet agierenden DVD-Verleih „LoveFilm“, Tochterfirma des online-Händlers „Amazon“, jetzt per einstweiliger Verfügung die Vermietung eines Films verboten, für den die Firma keinerlei Vermiet- und Verleihrechte erworben hatte. Dem Berliner Anwalt Christlieb Klages, der als Vertragsanwalt der AG DOK die Filmemacherin in dem Verfügungsverfahren vertrat, liegen inzwischen zahlreiche weitere Beschwerden betroffener Rechte-Inhaber vor. In allen diesen Fällen werden Filme verliehen, obwohl keine entsprechenden Nutzungsrechte eingeräumt wurden. AG DOK-Vorsitzender Thomas Frickel spricht in diesem Zusammenhang von einem „seltsamen Geschäftsmodell“: „Wir vermuten, dass Amazon die DVDs zum Großhandelspreis einkauft und sie dann erst einmal der Tochterfirma zur Verfügung stellt. Dort werden sie mehrfach ausgeliehen, und zum Schluss verkauft Amazon sie als Gebrauchtware zu einem reduzierten Preis, aber immer noch mit Gewinn.“
Auch Filmvertriebsfirmen ist das Problem bekannt, allerdings sahen die meisten bislang -offenbar aus Angst vor dem Branchen-Riesen Amazon- davon ab juristische Schritte einzuleiten.
Die gegen „Love Films“ erwirkte Unterlassungs-Verfügung ist inzwischen rechtskräftig. Die Amazon-Tochter gab eine Abschlusserklärung ab.
Auch Filmvertriebsfirmen ist das Problem bekannt, allerdings sahen die meisten bislang -offenbar aus Angst vor dem Branchen-Riesen Amazon- davon ab juristische Schritte einzuleiten.
Die gegen „Love Films“ erwirkte Unterlassungs-Verfügung ist inzwischen rechtskräftig. Die Amazon-Tochter gab eine Abschlusserklärung ab.
Thesenpapier der AG DOK zum Mainzer Mediendisput in Berlin am 18.04.2012
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(c) 2012/Hannes Karnick
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(19.04.12) Die renommierte medienpolitische Diskussionsreihe MainzerMedienDisput thematisierte den Stellenwert der dokumentarischen Sendeformen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Die Diskussion und einige Interviews mit Podiumsteilnehmern (u.a. mit Thomas Frickel, dem 1. Vorsitzenden der AG DOK) sind hier nachzuhören.
Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm AG DOK war Partner der ausgebuchten Veranstaltung und stellt als Auswertung acht Thesen und medienpolitische...
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Gegen die Gummiwand der Ignoranz
Thesenpapier der AG DOK zum Mainzer Mediendisput in Berlin am 18.04.2012
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(c) 2012/Hannes Karnick
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(19.04.12) Die renommierte medienpolitische Diskussionsreihe MainzerMedienDisput thematisierte den Stellenwert der dokumentarischen Sendeformen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Die Diskussion und einige Interviews mit Podiumsteilnehmern (u.a. mit Thomas Frickel, dem 1. Vorsitzenden der AG DOK) sind hier nachzuhören.
Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm AG DOK war Partner der ausgebuchten Veranstaltung und stellt als Auswertung acht Thesen und medienpolitische Forderungen auf:
Gegen die Gummiwand der Ignoranz
1. Was das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland seinen Zuschauern als Dokumentarfilm präsentiert, bildet die Wirklichkeit unseres Landes nicht mehr vollständig ab. Schon die Themenwahl wird vom Quotendenken regiert. Vermeintlich "schwierige" und damit wenig quotenversprechende Inhalte finden immer seltener den Weg ins Programm oder werden in Randzonen deportiert..
2. Künstlerische Handschriften sind kaum noch gefragt. Monotones Formatfernsehen, oftmals 1:1 von privaten Anbietern kopiert, setzt bis in das Programm der Kulturkanäle hinein die ästhetischen Standards.
3. Der öffentlich-rechtliche Funktionsauftrag, die Diskursnotwendigkeit eines Themas oder das gesellschaftliche Informations-Bedürfnis treten als Kriterien der Programmgestaltung in den Hintergrund, stattdessen dominieren Marketing-Gesichtspunkte und ökonomische Überlegungen. Die Programmverantwortlichen haben offenbar den inneren Kompass für die Erfüllung dieses Auftrags verloren. Die Deutungshoheit der Wirklichkeit geht allmählich von den Programm-Mitarbeitern auf Betriebswirte, Controller und Technokraten über.
4. Auch die Zuweisung der Finanzmittel folgt diesem Denken. Nicht der gesellschaftliche Nutzen, nicht die kulturelle Bedeutung und auch nicht der tatsächliche Finanzbedarf einer Sendung, sondern allein der vermeintliche "Marktwert" entscheidet über die Richtung der senderinternen Geldströme. Während Günter Jauchs Talkshow der ARD rund 4.500.- Euro pro Minute "wert" ist, steht für einen langen Dokumentarfilm oft nur ein Zehntel dieser Summe als Minutenpreis zur Verfügung.
5. Diese Unterschiede sind weder durch den Programmauftrag noch durch die Rundfunkfinanzierung zu rechtfertigen. Die Finanzierung durch die Allgemeinheit verpflichtet den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dazu, "unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage, unabhängig von Einschaltquoten und einer Ausrichtung der Sendungen auf den Publikumsgeschmack" zu arbeiten. So beschreibt es das Gutachten, das die Umstellung von der Rundfunkgebühr zur Haushaltsabgabe begründet, und es warnt vor einer „Erosion der Identifizierbarkeit öffentlich-rechtlicher Programme". Sie droht, wenn "das Rundfunkprogramm zunehmend auf Massenattraktivität ausgerichtet wird".
6. Ungeachtet der seit Jahren anhaltenden, teils wohlmeinenden, teils massiven Kritik ist keine Änderung erkennbar. Im Gegenteil: die beschriebene Misere hat sich weiter verschärft, Kritiker werden als altmodische Minderheit beschimpft.
7. Das System scheint aus sich selbst heraus kaum reformierbar. Eine Änderung ist nur möglich, wenn die Nutzer und Finanziers des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine Kurskorrektur erzwingen. Die Aufsichtsgremien sind aufgerufen, ihre Kontrollfunktion wirksam wahrzunehmen und sich von ihrer Philosophie des Co-Managements zu verabschieden. Ein ermutigendes Signal sehen wir in den jüngsten Erklärungen des WDR-Rundfunkrats.
8. Wir fordern daher:
- Die Rückgewinnung der thematischen, künstlerischen und finanziellen Freiheit dokumentarischer Programme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
- Die kostendeckende Finanzierung dieser tragenden Säule des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags.
- Die Programmverantwortlichen sind aufgerufen, konstruktiv auf die vielfältig formulierte Kritik der Öffentlichkeit und engagierter Medienpolitiker einzugehen und sie nicht länger gegen die Gummiwand der Ignoranz laufen zu lassen.
- zehn Prozent der zukünftigen Haushaltsabgabe sollen nicht den bestehenden Rundfunkanstalten zugewiesen werden, sondern in einen Fonds fließen, der auf vielfältige Weise eine kritische Medienöffentlichkeit fördert.
Wenn das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem sich weiterhin von der Kritik seiner Nutzer und Zielgruppen abschottet, verliert es seine Existenzberechtigung und stirbt den Wärmetod.
Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm AG DOK war Partner der ausgebuchten Veranstaltung und stellt als Auswertung acht Thesen und medienpolitische Forderungen auf:
Gegen die Gummiwand der Ignoranz
1. Was das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland seinen Zuschauern als Dokumentarfilm präsentiert, bildet die Wirklichkeit unseres Landes nicht mehr vollständig ab. Schon die Themenwahl wird vom Quotendenken regiert. Vermeintlich "schwierige" und damit wenig quotenversprechende Inhalte finden immer seltener den Weg ins Programm oder werden in Randzonen deportiert..
2. Künstlerische Handschriften sind kaum noch gefragt. Monotones Formatfernsehen, oftmals 1:1 von privaten Anbietern kopiert, setzt bis in das Programm der Kulturkanäle hinein die ästhetischen Standards.
3. Der öffentlich-rechtliche Funktionsauftrag, die Diskursnotwendigkeit eines Themas oder das gesellschaftliche Informations-Bedürfnis treten als Kriterien der Programmgestaltung in den Hintergrund, stattdessen dominieren Marketing-Gesichtspunkte und ökonomische Überlegungen. Die Programmverantwortlichen haben offenbar den inneren Kompass für die Erfüllung dieses Auftrags verloren. Die Deutungshoheit der Wirklichkeit geht allmählich von den Programm-Mitarbeitern auf Betriebswirte, Controller und Technokraten über.
4. Auch die Zuweisung der Finanzmittel folgt diesem Denken. Nicht der gesellschaftliche Nutzen, nicht die kulturelle Bedeutung und auch nicht der tatsächliche Finanzbedarf einer Sendung, sondern allein der vermeintliche "Marktwert" entscheidet über die Richtung der senderinternen Geldströme. Während Günter Jauchs Talkshow der ARD rund 4.500.- Euro pro Minute "wert" ist, steht für einen langen Dokumentarfilm oft nur ein Zehntel dieser Summe als Minutenpreis zur Verfügung.
5. Diese Unterschiede sind weder durch den Programmauftrag noch durch die Rundfunkfinanzierung zu rechtfertigen. Die Finanzierung durch die Allgemeinheit verpflichtet den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dazu, "unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage, unabhängig von Einschaltquoten und einer Ausrichtung der Sendungen auf den Publikumsgeschmack" zu arbeiten. So beschreibt es das Gutachten, das die Umstellung von der Rundfunkgebühr zur Haushaltsabgabe begründet, und es warnt vor einer „Erosion der Identifizierbarkeit öffentlich-rechtlicher Programme". Sie droht, wenn "das Rundfunkprogramm zunehmend auf Massenattraktivität ausgerichtet wird".
6. Ungeachtet der seit Jahren anhaltenden, teils wohlmeinenden, teils massiven Kritik ist keine Änderung erkennbar. Im Gegenteil: die beschriebene Misere hat sich weiter verschärft, Kritiker werden als altmodische Minderheit beschimpft.
7. Das System scheint aus sich selbst heraus kaum reformierbar. Eine Änderung ist nur möglich, wenn die Nutzer und Finanziers des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine Kurskorrektur erzwingen. Die Aufsichtsgremien sind aufgerufen, ihre Kontrollfunktion wirksam wahrzunehmen und sich von ihrer Philosophie des Co-Managements zu verabschieden. Ein ermutigendes Signal sehen wir in den jüngsten Erklärungen des WDR-Rundfunkrats.
8. Wir fordern daher:
- Die Rückgewinnung der thematischen, künstlerischen und finanziellen Freiheit dokumentarischer Programme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
- Die kostendeckende Finanzierung dieser tragenden Säule des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags.
- Die Programmverantwortlichen sind aufgerufen, konstruktiv auf die vielfältig formulierte Kritik der Öffentlichkeit und engagierter Medienpolitiker einzugehen und sie nicht länger gegen die Gummiwand der Ignoranz laufen zu lassen.
- zehn Prozent der zukünftigen Haushaltsabgabe sollen nicht den bestehenden Rundfunkanstalten zugewiesen werden, sondern in einen Fonds fließen, der auf vielfältige Weise eine kritische Medienöffentlichkeit fördert.
Wenn das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem sich weiterhin von der Kritik seiner Nutzer und Zielgruppen abschottet, verliert es seine Existenzberechtigung und stirbt den Wärmetod.
MainzerMedienDisput und AG DOK laden zur Podiumsdiskussion am 18.04.12
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa,
Staatsministerin Margit Conrad,
und der MainzerMedienDisput in Kooperation mit AG DOK (Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm)
laden Sie herzlich ein zur Podiumsdiskussion
„Weiberfilme“, „Süßholz“ und „Star-TV“: Verdrängt das Seichte das Dokumentarische?
am Mittwoch, 18. April 2012, 19.00 Uhr in die Landesvertretung Rheinland-Pfalz...
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„Weiberfilme“, „Süßholz“ und „Star-TV“: Verdrängt das Seichte das Dokumentarische?
MainzerMedienDisput und AG DOK laden zur Podiumsdiskussion am 18.04.12
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa,
Staatsministerin Margit Conrad,
und der MainzerMedienDisput in Kooperation mit AG DOK (Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm)
laden Sie herzlich ein zur Podiumsdiskussion
„Weiberfilme“, „Süßholz“ und „Star-TV“: Verdrängt das Seichte das Dokumentarische?
am Mittwoch, 18. April 2012, 19.00 Uhr in die Landesvertretung Rheinland-Pfalz beim Bund, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin
Keynote: Thomas Frickel, Vorsitzender der AG DOK
Es diskutieren:
- Alice Agneskirchner, Stellv. Vorsitzende der AG DOK / Regisseurin ("Raulien´s Revier,“ „Deutschland, deine Künstler: Doris Dörrie“ u.a.)
- Pepe Danquart, Regisseur („Joschka und Herr Fischer“, „Höllenfahrt“ u.a.)
- Stephan Lamby, Regisseur („Schlachtfeld Politik“ u.a.) / Produzent ECO Media
- Hans-Werner Meyer, Schauspieler („Eine einzige Tablette – Der Contergan-Fall“; „Upgrade“ u.a.)
- Dr. Kerstin Stutterheim, Professorin für AV-Mediendramaturgie/-Ästhetik HFF `Konrad Wolf´(Potsdam) / Regisseurin („Fliegen & Engel - Ilya Kabakov und die Kunst der 'totalen' Installation“ u.a.)
- Johannes Unger, rbb / Leiter Dokumentation und Zeitgeschehen
Moderation: Prof. Dr. Thomas Leif, SWR (www.2plusleif.de)
Ein Kollege eines großen öffentlich-rechtlichen Senders sagte kürzlich: Wir machen keinen Journalismus. Wir machen Fernsehen.“ In seinem Sender hat alles Schöne, Gute und Folkloristische Konjunktur. Aber ist zwischen Rhein und Main alles schön, gut und folkloristisch? Seine Praxis-Formel gilt offenbar nicht nur für das „Tagesprogramm“, sondern auch für ein Genre, dass wie kaum ein anderes die DNA des „public TV“ ausmacht. Es geht um dokumentarisches Erzählen in allen Spielarten. Die Erklärkraft, die Sinnstiftung und der ästhetisch-politische Erkenntnisgewinn des dokumentarischen Genres im Film und Fernsehen sind eigentlich bei den Autoren, beim Publikum und den Programm-verantwortlichen unbestritten. Trotz dieses Bedeutungs-Konsenses werden die Sendeplätze am „Programmrand in der Nacht“ immer karger, die finanzielle Ausstattung der Dokumentaristen und kreativer Regisseure immer schmaler und die Wertschätzung wertvoller Filme immer geringer. Im Zweifel schlagen „Elefanten-Drillinge“ die bilanzsichere Dokumentation über die Macht der Zocker mit ihren Leerverkäufen an der Börse.
Wie ist diese Kluft zwischen gesellschafts-politischer Relevanz und faktischer Vernachlässigung zu erklären? Warum ist die scheinbar selbstverständliche Bereitschaft zur Finanzierung von so genannten „Weiberfilmen“ (Ex-ARD-Programmdirektor Günter Struve) zur besten Sendezeit, „Süßholz-Produktionen“, (Ranking)-Shows und hoch-dotierten, Star-produzierten Talk-Shows, astronomisch hohen Sport- und Boxrechten, so groß? Sind die Produzenten gezwungen, ihre Stoffe und Protagonisten immer konsumierbarer zu „konfektionieren“, um zu überleben und neue Aufträge zu generieren? Was ist heute –auch in Spielfilmen- gesellschaftlich relevant“ und was ist „Zucker für die Masse“? Gibt es einen Ausweg aus diesem Trend und der „Umkehr der Wichtigkeiten“? Können Budgets künftig umgeschichtet werden? Ist Kreativität, Innovation und stilistische Risikobereitschaft (unbedingt) an opulente Etats gebunden? Wie könnte eine nachhaltige Filmförderung und eine sachgerechte Nutzung der Programm-Budgets aussehen?
Über diese und andere Fragen rund um die Bedeutung des Dokumentarischen und die Chancen von fiktionalen Programmen, die harte Realität nicht ausblenden, wollen wir während des MainzerMedienDisputs in Berlin streiten. Und mit dem Publikum nach konstruktiven Lösungen suchen.
Nach der Veranstaltung informelle Gespräche im formellen Rahmen mit Suppen-Buffet und Riesling aus dem Land, wo der beste Riesling der Welt wächst.
Anmeldungen unter: veranstaltungen@lv.rlp.de bis spätestens 13.04.2012
Mehr Information: die Dossiers und die Dokumentationen zu den bisherigen MedienDisputen und zu medienpolitischen Grundsatzfragen können Sie kostenfrei unter www.mediendisput.de abrufen.
die Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa,
Staatsministerin Margit Conrad,
und der MainzerMedienDisput in Kooperation mit AG DOK (Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm)
laden Sie herzlich ein zur Podiumsdiskussion
„Weiberfilme“, „Süßholz“ und „Star-TV“: Verdrängt das Seichte das Dokumentarische?
am Mittwoch, 18. April 2012, 19.00 Uhr in die Landesvertretung Rheinland-Pfalz beim Bund, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin
Keynote: Thomas Frickel, Vorsitzender der AG DOK
Es diskutieren:
- Alice Agneskirchner, Stellv. Vorsitzende der AG DOK / Regisseurin ("Raulien´s Revier,“ „Deutschland, deine Künstler: Doris Dörrie“ u.a.)
- Pepe Danquart, Regisseur („Joschka und Herr Fischer“, „Höllenfahrt“ u.a.)
- Stephan Lamby, Regisseur („Schlachtfeld Politik“ u.a.) / Produzent ECO Media
- Hans-Werner Meyer, Schauspieler („Eine einzige Tablette – Der Contergan-Fall“; „Upgrade“ u.a.)
- Dr. Kerstin Stutterheim, Professorin für AV-Mediendramaturgie/-Ästhetik HFF `Konrad Wolf´(Potsdam) / Regisseurin („Fliegen & Engel - Ilya Kabakov und die Kunst der 'totalen' Installation“ u.a.)
- Johannes Unger, rbb / Leiter Dokumentation und Zeitgeschehen
Moderation: Prof. Dr. Thomas Leif, SWR (www.2plusleif.de)
Ein Kollege eines großen öffentlich-rechtlichen Senders sagte kürzlich: Wir machen keinen Journalismus. Wir machen Fernsehen.“ In seinem Sender hat alles Schöne, Gute und Folkloristische Konjunktur. Aber ist zwischen Rhein und Main alles schön, gut und folkloristisch? Seine Praxis-Formel gilt offenbar nicht nur für das „Tagesprogramm“, sondern auch für ein Genre, dass wie kaum ein anderes die DNA des „public TV“ ausmacht. Es geht um dokumentarisches Erzählen in allen Spielarten. Die Erklärkraft, die Sinnstiftung und der ästhetisch-politische Erkenntnisgewinn des dokumentarischen Genres im Film und Fernsehen sind eigentlich bei den Autoren, beim Publikum und den Programm-verantwortlichen unbestritten. Trotz dieses Bedeutungs-Konsenses werden die Sendeplätze am „Programmrand in der Nacht“ immer karger, die finanzielle Ausstattung der Dokumentaristen und kreativer Regisseure immer schmaler und die Wertschätzung wertvoller Filme immer geringer. Im Zweifel schlagen „Elefanten-Drillinge“ die bilanzsichere Dokumentation über die Macht der Zocker mit ihren Leerverkäufen an der Börse.
Wie ist diese Kluft zwischen gesellschafts-politischer Relevanz und faktischer Vernachlässigung zu erklären? Warum ist die scheinbar selbstverständliche Bereitschaft zur Finanzierung von so genannten „Weiberfilmen“ (Ex-ARD-Programmdirektor Günter Struve) zur besten Sendezeit, „Süßholz-Produktionen“, (Ranking)-Shows und hoch-dotierten, Star-produzierten Talk-Shows, astronomisch hohen Sport- und Boxrechten, so groß? Sind die Produzenten gezwungen, ihre Stoffe und Protagonisten immer konsumierbarer zu „konfektionieren“, um zu überleben und neue Aufträge zu generieren? Was ist heute –auch in Spielfilmen- gesellschaftlich relevant“ und was ist „Zucker für die Masse“? Gibt es einen Ausweg aus diesem Trend und der „Umkehr der Wichtigkeiten“? Können Budgets künftig umgeschichtet werden? Ist Kreativität, Innovation und stilistische Risikobereitschaft (unbedingt) an opulente Etats gebunden? Wie könnte eine nachhaltige Filmförderung und eine sachgerechte Nutzung der Programm-Budgets aussehen?
Über diese und andere Fragen rund um die Bedeutung des Dokumentarischen und die Chancen von fiktionalen Programmen, die harte Realität nicht ausblenden, wollen wir während des MainzerMedienDisputs in Berlin streiten. Und mit dem Publikum nach konstruktiven Lösungen suchen.
Nach der Veranstaltung informelle Gespräche im formellen Rahmen mit Suppen-Buffet und Riesling aus dem Land, wo der beste Riesling der Welt wächst.
Anmeldungen unter: veranstaltungen@lv.rlp.de bis spätestens 13.04.2012
Mehr Information: die Dossiers und die Dokumentationen zu den bisherigen MedienDisputen und zu medienpolitischen Grundsatzfragen können Sie kostenfrei unter www.mediendisput.de abrufen.

Introduction to AG DOK
