(10.09.10) Die AG DOK feiert am 19. September Geburtstag und in der Septemberausgabe der Zeitschrift cinearte erscheint in der Kolumne »Das wahre Leben« folgendes Interview mit dem AG DOK-VorsitzendenThomas Frickel:
Wie lange sind Sie schon Mitglied in der AG DOK?
Ich bin quasi eine Viertelstunde nach Gründung der AG DOK dazu gekommen, noch 1980. Als ich dann Vorstandsmitglied wurde, habe ich mich gewundert, in welchen Verein ich da reingeraten bin. Das waren die Zeiten der politischen Fraktionierungskämpfe, und damit der regionale und politische Proporz gewahrt blieb, hatten wir damals 14 Vorstandsmitglieder, bei nur 80 Mitgliedern insgesamt. Thomas Mitscherlich vertrat eine Fraktion, Peter Krieg eine andere. Ein anderes Vorstandsmitglied war der Hamburger Karl-Heinz Walloch, der der DKP nahestand. Und da gab es heftigste Diskussionen.
Das hört sich eher nach Partei als nach Berufsverband an.
Viele von uns waren tatsächlich politische Filmemacher, die gesagt haben, wir müssen unsere Interessen selbst in die Hand nehmen. Weil in der Gründungszeit das dokumentarische Filmemachen eben oft politisch motiviert war, ist die AG DOK aus diesem Umfeld heraus entstanden.
War die Arbeit politisch?
Es gab in der Zeit der Gründung einen zentralen Konflikt: Ist dieser Verband gewerkschaftsähnlich und streitet somit auch für bessere Arbeitsbedingungen, oder bemüht er sich eher um das kulturelle Voranbringen des Dokumentarfilmes? Diese Frage ist damals zugunsten des zweiten Schwerpunkts entschieden worden. Wir wollten allgemein bessere Bedingungen des Dokumentarfilmes im Fernsehen, aber alle arbeits- und tarifrechtlichen Fragen überließen wir der Gewerkschaft. Der große Schnitt kam in der zweiten Hälfte der 80er Jahre, als die AG Dok beschlossen hat, selbständig zu bleiben und nicht in die Mediengewerkschaft einzutreten. Wir haben dann sukzessive angefangen, Felder zu besetzen, die wir vorher anderen überlassen hatten. Und so um 1990 herum waren wir sehr erfolgreich, weil wir es mit anderen zusammen geschafft haben, den Dokumentarfilm bei den Filmförderungen, oder als Verhandlungspartner gegenüber dem Fernsehen, und vor allem natürlich als Ansprechpartner gegenüber der Politik, zu einer festen Größe zu machen.
Welche Vorteile hat die Mitgliedschaft in der AG Dok?
Wir versuchen schon seit Gründung des Verbands, konkret berufsbezogen Hilfe anzubieten. Einer der größten Pluspunkte ist die Mailingliste, wo es möglich ist, auf die entlegensten Fragen innerhalb kürzester Zeit eine Antwort zu bekommen. Auf technische Verständnisfragen, aber genauso auf Fragen nach Kontakt zu einem Hindi-sprechenden Tonmenschen in Neu-Delhi. Meist bekommt man schnell Antworten, die verwertbar sind. Außerdem bieten wir Rechts- und Vertragsberatung, was ein kostenloser Service ist. Und wenn wir meinen, daß das im allgemeinen Interesse ist, führen wir auch Prozesse. Wir bieten die ganze Palette der German Documentaries, die Auslandsbewerbung der deutschen Dokumentarfilme an, wir organisieren Reisen von Filmen und Filmemachern zu internationalen Festivals, Messen und Märkten, Seminaren und Konferenzen. Damit der, der dabei ist, auch etwas davon hat. Und nicht zu vernachlässigen sind die Regionaltreffen mit Kollegen, um sich vor Ort über ähnliche Dinge auszutauschen.
Wohin geht die Reise der AG Dok in den nächsten 30 Jahren?
Wir haben Schwierigkeiten mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das den Dokfilm immer noch sehr stiefmütterlich behandelt. Sowohl von den Sendeplätzen, als auch von der finanziellen Ausstattung her. Aber wir gehen dagegen vor und sind in Gesprächen mit den Sendern, um die Rahmenbedingungen für Dokumentarfilmproduktionen neu zu definieren. Terms of Trade heißt das. Dann führen wir Diskussionen zum Thema Konvergenz, dem Zusammenwachsen von Fernsehen und Internet. Zudem suchen wir nach neuen Modellen, die das Überleben unabhängiger Produktionen sichern. Wir werden noch in diesem Jahr mit Vorschlägen kommen, die zukunftsweisend sind. Das Ganze geht einher mit einer Diskussion über den Zustand der deutschen Filmförderung. So werden wir in Leipzig eine Veranstaltung machen unter dem Motto: »Hat das Fernsehen die Filmförderung gekapert?« Wir wollen den Finger in die Wunde legen, weil wir denken, daß die gesamte Filmförderung zu fernsehlastig geworden ist und dem unabhängig produzierten Film viel zu wenig Raum gibt. Das ist ein großes, weites Feld, auf dem es noch viel zu beackern gibt.
Interview: Christoph Brandl
cinearte 222 | 09. September 2010
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von cinearte
Interview mit Thomas Frickel zum 30jährigen Jubiläum der AG DOK
(10.09.10) Die AG DOK feiert am 19. September Geburtstag und in der Septemberausgabe der Zeitschrift cinearte erscheint in der Kolumne »Das wahre Leben« folgendes Interview mit dem AG DOK-VorsitzendenThomas Frickel:
Wie lange sind Sie schon Mitglied in der AG DOK?
Ich bin quasi eine Viertelstunde nach Gründung der AG DOK dazu gekommen, noch 1980. Als ich dann Vorstandsmitglied wurde, habe ich mich gewundert, in welchen Verein ich da reingeraten bin. Das waren die Zeiten der politischen...
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Eine feste Größe
Interview mit Thomas Frickel zum 30jährigen Jubiläum der AG DOK
AG DOK kritisiert Ergebnis der 3-Stufen-Tests
(20.07.10) In diesen Tagen winken die Rundfunk- und Fernsehräte die Drei-Stufen-Tests für den Internetauftritt von ARD und ZDF durch, und die Komödie endet vorhersehbar wie ein Degeto-Film. Ein paar kleine Veränderungen gibt es wohl noch hinsichtlich der Verweildauer fiktionaler Produktionen, gar keine Änderungen hingegen gibt es bei allen dokumentarischen Programmen: sie sollen auf unbestimmte Zeit im Internet abrufbar bleiben.
Völlig offen bleibt dabei, wie die Sender sich die Bezahlung...
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Rechte-Vergütung: Fehlanzeige! Öffentlich-rechtliches Internet auf Kosten von Urhebern und Produzenten
AG DOK kritisiert Ergebnis der 3-Stufen-Tests
(20.07.10) In diesen Tagen winken die Rundfunk- und Fernsehräte die Drei-Stufen-Tests für den Internetauftritt von ARD und ZDF durch, und die Komödie endet vorhersehbar wie ein Degeto-Film. Ein paar kleine Veränderungen gibt es wohl noch hinsichtlich der Verweildauer fiktionaler Produktionen, gar keine Änderungen hingegen gibt es bei allen dokumentarischen Programmen: sie sollen auf unbestimmte Zeit im Internet abrufbar bleiben.
Völlig offen bleibt dabei, wie die Sender sich die Bezahlung der anfallenden Urheber- und Produzentenrechte vorstellen. Denn in den Finanzierungskonzepten der öffentlich-rechtlichen online-Aktivitäten werden die "Rechte-Kosten" durchgehend zu niedrig angegeben. Trotz vereinzelter kritischer Nachfragen haben sich die Rundfunkräte in dieser Frage offenbar der Lesart der Sender gebeugt. Die Internet-Rechte, so wird behauptet, seien ja bereits mit der Erstvergütung abgegolten.
Wenn überhaupt, stimmt das allenfalls für tarifgebundene Mitarbeiter der Rundfunkanstalten. Für die zahllosen frei produzierten Filme und Auftragsproduktionen stimmt es jedenfalls nicht. Im Gegenteil: für viele Fernseh-Filme zahlen die Sender inzwischen nur noch einen Bruchteil der tatsächlichen Herstellungskosten - von einer Vergütung für die zahlreichen zusätzlichen Nutzungen - auch im Internet- kann keine Rede sein. Vor diesem Hintergrund entlarvt sich die populistische Behauptung, das Fernseh-Programm sei ja sowieso schon bezahlt und könne deshalb auch grenzenlos zugänglich gemacht werden, als Ammenmärchen.
Mit der Freigabe der Telemedien-Konzepte erteilen die Aufsichts-Gremien einem Rechte-Raub in großem Stil die Absolution. Offenbar wissen sie ganz genau, dass die öffentlich-rechtlichen Abrufdienste nur unter schonungsloser Ausbeutung des kreativen Potentials der Film- und Fernsehwirtschaft funktionieren können. Denn für ihre ehrgeizigen Internet-Pläne bekommen die Sender in der laufenden Gebührenperiode auf der Einnahmenseite bekanntlich keinen zusätzlichen Cent. Alles muss aus dem Bestand -sprich: aus dem laufenden Programm heraus finanziert werden. Bereits der im Dezember 2009 veröffentlichte KEF-Bericht kritisiert, dass darunter das gesamte Programm leidet. Schon jetzt rollen beispiellose Einsparungswellen durch die öffentlich-rechtlichen Sender. Und wo wird gespart? Etwa am Besitzstand des eigenen, gigantomanisch aufgeblähten Personalbestands? Etwa bei der absurd überzogenen Altersversorgung des Stammpersonals, die Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge aus dem laufenden Gebührenaufkommen verschlingt? Etwa bei den Sport-Rechten, die seit Jahren den größten Teil der Programm-Budgets auffressen?
Nein. Die Ausbreitung öffentlich-rechtlicher Programme ins Internet trifft besonders diejenigen, die im deutschen Medienbetrieb schon seit Jahren am miserabelsten bezahlt werden: die nicht tarifgebunden freien Mitarbeiter, die Auftragsproduzenten - und immer wieder die Autoren, Regisseure und Produzenten von Dokumentarfilmen und Dokumentationen. Ein Genre, das mit den Qualitäts-Kriterien Information, Bildung und Kultur im Zentrum des öffentlich-rechtlichen Funktions-Auftrags steht, ein Genre, das für die inhaltliche und kreative Vielfalt des gebührenfinanzierten Fernsehens unverzichtbar ist, wird finanziell ausgetrocknet und damit systematisch ruiniert:
Dabei fehlt es den Sendern offenbar nicht an Geld - allein die Verfahren der drei Stufen-Tests haben dem Vernehmen nach mehr als zehn Millionen Euro gekostet. In Sendeminuten umgerechnet, hätten wir dafür ziemlich genau 39 Stunden Günter Jauch bekommen.
Oder, wenn wir die erbärmlichen Summen, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen derzeit dafür aufwendet, zugrunde legen: 300 bis 400 Stunden aufwändig produziertes, intelligentes, vielfach preisgekröntes Dokumentarfilm-Programm.
Schon dieses einfache Rechenbeispiel zeigt: hier ist eine Schieflage entstanden, die dringend korrigiert werden muss.
Völlig offen bleibt dabei, wie die Sender sich die Bezahlung der anfallenden Urheber- und Produzentenrechte vorstellen. Denn in den Finanzierungskonzepten der öffentlich-rechtlichen online-Aktivitäten werden die "Rechte-Kosten" durchgehend zu niedrig angegeben. Trotz vereinzelter kritischer Nachfragen haben sich die Rundfunkräte in dieser Frage offenbar der Lesart der Sender gebeugt. Die Internet-Rechte, so wird behauptet, seien ja bereits mit der Erstvergütung abgegolten.
Wenn überhaupt, stimmt das allenfalls für tarifgebundene Mitarbeiter der Rundfunkanstalten. Für die zahllosen frei produzierten Filme und Auftragsproduktionen stimmt es jedenfalls nicht. Im Gegenteil: für viele Fernseh-Filme zahlen die Sender inzwischen nur noch einen Bruchteil der tatsächlichen Herstellungskosten - von einer Vergütung für die zahlreichen zusätzlichen Nutzungen - auch im Internet- kann keine Rede sein. Vor diesem Hintergrund entlarvt sich die populistische Behauptung, das Fernseh-Programm sei ja sowieso schon bezahlt und könne deshalb auch grenzenlos zugänglich gemacht werden, als Ammenmärchen.
Mit der Freigabe der Telemedien-Konzepte erteilen die Aufsichts-Gremien einem Rechte-Raub in großem Stil die Absolution. Offenbar wissen sie ganz genau, dass die öffentlich-rechtlichen Abrufdienste nur unter schonungsloser Ausbeutung des kreativen Potentials der Film- und Fernsehwirtschaft funktionieren können. Denn für ihre ehrgeizigen Internet-Pläne bekommen die Sender in der laufenden Gebührenperiode auf der Einnahmenseite bekanntlich keinen zusätzlichen Cent. Alles muss aus dem Bestand -sprich: aus dem laufenden Programm heraus finanziert werden. Bereits der im Dezember 2009 veröffentlichte KEF-Bericht kritisiert, dass darunter das gesamte Programm leidet. Schon jetzt rollen beispiellose Einsparungswellen durch die öffentlich-rechtlichen Sender. Und wo wird gespart? Etwa am Besitzstand des eigenen, gigantomanisch aufgeblähten Personalbestands? Etwa bei der absurd überzogenen Altersversorgung des Stammpersonals, die Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge aus dem laufenden Gebührenaufkommen verschlingt? Etwa bei den Sport-Rechten, die seit Jahren den größten Teil der Programm-Budgets auffressen?
Nein. Die Ausbreitung öffentlich-rechtlicher Programme ins Internet trifft besonders diejenigen, die im deutschen Medienbetrieb schon seit Jahren am miserabelsten bezahlt werden: die nicht tarifgebunden freien Mitarbeiter, die Auftragsproduzenten - und immer wieder die Autoren, Regisseure und Produzenten von Dokumentarfilmen und Dokumentationen. Ein Genre, das mit den Qualitäts-Kriterien Information, Bildung und Kultur im Zentrum des öffentlich-rechtlichen Funktions-Auftrags steht, ein Genre, das für die inhaltliche und kreative Vielfalt des gebührenfinanzierten Fernsehens unverzichtbar ist, wird finanziell ausgetrocknet und damit systematisch ruiniert:
Dabei fehlt es den Sendern offenbar nicht an Geld - allein die Verfahren der drei Stufen-Tests haben dem Vernehmen nach mehr als zehn Millionen Euro gekostet. In Sendeminuten umgerechnet, hätten wir dafür ziemlich genau 39 Stunden Günter Jauch bekommen.
Oder, wenn wir die erbärmlichen Summen, die das öffentlich-rechtliche Fernsehen derzeit dafür aufwendet, zugrunde legen: 300 bis 400 Stunden aufwändig produziertes, intelligentes, vielfach preisgekröntes Dokumentarfilm-Programm.
Schon dieses einfache Rechenbeispiel zeigt: hier ist eine Schieflage entstanden, die dringend korrigiert werden muss.
AG DOK-Broschüre beschreibt den internationalen Dokumentarfilm-Markt
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(14.06.10) "Wegweiser Weltvertrieb": schon der Titel verortet die neue Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm als praxisorientierten Ratgeber: auf mehr als 100 Seiten in handlichem Format, zum Teil mit Listen, Tabellen und Grafiken veranschaulicht, will sie deutschen Dokumentarfilm-Produzenten bei der Erkundung eines nach wie vor nur teilweise erschlossenen Terrains helfen. Denn die erkennbare Strategie deutscher Fernseh-Sender, sich aus der Vollfinanzierung dokumentarischer Programme...
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Orientierungshilfe in schwierigem Gelände
AG DOK-Broschüre beschreibt den internationalen Dokumentarfilm-Markt
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(14.06.10) "Wegweiser Weltvertrieb": schon der Titel verortet die neue Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm als praxisorientierten Ratgeber: auf mehr als 100 Seiten in handlichem Format, zum Teil mit Listen, Tabellen und Grafiken veranschaulicht, will sie deutschen Dokumentarfilm-Produzenten bei der Erkundung eines nach wie vor nur teilweise erschlossenen Terrains helfen. Denn die erkennbare Strategie deutscher Fernseh-Sender, sich aus der Vollfinanzierung dokumentarischer Programme zurückzuziehen, zwingt immer mehr Produzenten dazu, sich nach anderen Einnahmequellen umzusehen. In dieser Situation erscheint der Weltmarkt vielen als ein möglicher Ausweg.
Aber ist er das wirklich? Wie und wo präsentiere ich mein Programm am effektivsten? Was muss ich dafür investieren? Welche Rechte sind vorab zu klären? Wie sollte der Vertrag mit dem ausländischen Partner aussehen? Und, nicht zu vergessen: Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt?
Jörg Langer, einst selbst Mitinhaber eines Weltvertriebs, Produzent und seit zehn Jahren verantwortlicher Koordinator für die Auslandsaktivitäten der AG Dokumentarfilm, hat sich gemeinsam mit weiteren Experten der Beantwortung dieser Fragen angenommen, und die so entstandene Bestandsaufnahme kann sicher dazu beitragen, überzogene Erwartungen auf ein realistisches Maß zurückzustutzen. Denn trotz seines immensen Programmhungers schluckt und verdaut der Weltmarkt bei weitem nicht alles, was deutsche Dokumentarfilm-Manufakturen ihm anbieten. Rund 1000 Filmangebote lehne sie Jahr für Jahr ab, weil sie nur für den eigenen und nicht für einen internationalen Markt gemacht sind, sagt die Chefin einer bekannten Vertriebsagentur im Interview mit dem Verfasser, und ein Kollege ergänzt, dass achtzig Prozent seiner Umsätze auf ganze fünf Prozent seines Film-Angebots entfallen.
Und doch will der "Wegweiser Weltvertrieb" seine Leser nicht entmutigen – im Gegenteil. Mit einer bemerkenswerten Informationsfülle, präzise beschrieben und für Branchenkenner verständlich aufbereitet, zielt dieser Crash-Kurs in Sachen Marketing ja gerade darauf, deutsche Produzenten vor Irrwegen in der umtriebigen Welt der Programm-Messen zu bewahren. Von der elementaren Frage nach den formalen und technischen Voraussetzungen, die einen Film überhaupt erst weltmarkttauglich machen, über die inhaltlichen Vorlieben internationaler Fernsehanstalten, die Formen der Zusammenarbeit mit ausländischen Sendern und Vertriebs-Organisationen bis zur Betrachtung kniffliger Steuerprobleme arbeitet sich die Broschüre Schritt für Schritt an nahezu alle möglichen Unwägbarkeiten heran. Fragen der Vertragsgestaltung mit ausländischen Partnern fehlen ebenso wenig wie die Betrachtung denkbarer Konfliktpotentiale im sensiblen Verhältnis zwischen Produzent und Vertrieb. Erfahrungsberichte, Hinweise zu den Vor- und Nachteilen weltweiter Internet-Vermarktung. und ein Service-Teil mit Vertriebs-Adressen, Messe-Kalender und marktüblichen Lizenzpreisen runden das Themenspektrum der Broschüre ab.
Nicht nur die vorformulierten Fragen, sondern auch die Antworten folgen dem praktischen Bedürfnis der Branche und bündeln hoch spezialisiertes Fachwissen in einer Dosierung, aus der selbst Profis noch etwas lernen können. Und zwar zum Null-Tarif - Dank der finanziellen Unterstützung durch die Service- und Marketing-Organisation "German Films" kann der "Wegweiser Weltvertrieb" kostenlos bezogen werden. Schriftliche Bestellungen nimmt die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm / AG DOK, Schweizer Straße 6, 60594 Frankfurt/Main, E-Mail agdok@agdok.de gerne entgegen.
Aber ist er das wirklich? Wie und wo präsentiere ich mein Programm am effektivsten? Was muss ich dafür investieren? Welche Rechte sind vorab zu klären? Wie sollte der Vertrag mit dem ausländischen Partner aussehen? Und, nicht zu vergessen: Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt?
Jörg Langer, einst selbst Mitinhaber eines Weltvertriebs, Produzent und seit zehn Jahren verantwortlicher Koordinator für die Auslandsaktivitäten der AG Dokumentarfilm, hat sich gemeinsam mit weiteren Experten der Beantwortung dieser Fragen angenommen, und die so entstandene Bestandsaufnahme kann sicher dazu beitragen, überzogene Erwartungen auf ein realistisches Maß zurückzustutzen. Denn trotz seines immensen Programmhungers schluckt und verdaut der Weltmarkt bei weitem nicht alles, was deutsche Dokumentarfilm-Manufakturen ihm anbieten. Rund 1000 Filmangebote lehne sie Jahr für Jahr ab, weil sie nur für den eigenen und nicht für einen internationalen Markt gemacht sind, sagt die Chefin einer bekannten Vertriebsagentur im Interview mit dem Verfasser, und ein Kollege ergänzt, dass achtzig Prozent seiner Umsätze auf ganze fünf Prozent seines Film-Angebots entfallen.
Und doch will der "Wegweiser Weltvertrieb" seine Leser nicht entmutigen – im Gegenteil. Mit einer bemerkenswerten Informationsfülle, präzise beschrieben und für Branchenkenner verständlich aufbereitet, zielt dieser Crash-Kurs in Sachen Marketing ja gerade darauf, deutsche Produzenten vor Irrwegen in der umtriebigen Welt der Programm-Messen zu bewahren. Von der elementaren Frage nach den formalen und technischen Voraussetzungen, die einen Film überhaupt erst weltmarkttauglich machen, über die inhaltlichen Vorlieben internationaler Fernsehanstalten, die Formen der Zusammenarbeit mit ausländischen Sendern und Vertriebs-Organisationen bis zur Betrachtung kniffliger Steuerprobleme arbeitet sich die Broschüre Schritt für Schritt an nahezu alle möglichen Unwägbarkeiten heran. Fragen der Vertragsgestaltung mit ausländischen Partnern fehlen ebenso wenig wie die Betrachtung denkbarer Konfliktpotentiale im sensiblen Verhältnis zwischen Produzent und Vertrieb. Erfahrungsberichte, Hinweise zu den Vor- und Nachteilen weltweiter Internet-Vermarktung. und ein Service-Teil mit Vertriebs-Adressen, Messe-Kalender und marktüblichen Lizenzpreisen runden das Themenspektrum der Broschüre ab.
Nicht nur die vorformulierten Fragen, sondern auch die Antworten folgen dem praktischen Bedürfnis der Branche und bündeln hoch spezialisiertes Fachwissen in einer Dosierung, aus der selbst Profis noch etwas lernen können. Und zwar zum Null-Tarif - Dank der finanziellen Unterstützung durch die Service- und Marketing-Organisation "German Films" kann der "Wegweiser Weltvertrieb" kostenlos bezogen werden. Schriftliche Bestellungen nimmt die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm / AG DOK, Schweizer Straße 6, 60594 Frankfurt/Main, E-Mail agdok@agdok.de gerne entgegen.
neue Mitglieder im ersten Halbjahr 2010
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(c) 2010 Margarete Fuchs
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(11.07.10) Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm ist mit 870 Mitgliedern (Stand 01.07.10) der größte Berufsverband fernsehunabhängiger Autoren, Regisseure, Produzenten sowie Filmschffenden aus den Bereichen Kamera, Ton und Schnitt in Deutschland. Als film- und medienpolitische Lobby des Dokumentarfilms steht die AG DOK Vertretern aller Filmgenres offen und versteht sich als Netzwerk von aktiven Mitgliedern aus verschiedenen Berufsgruppen, die sich dem dokumentarischen Filmschaffen verpflichtet...
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AG DOK: ein starker Verband
neue Mitglieder im ersten Halbjahr 2010
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(c) 2010 Margarete Fuchs
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(11.07.10) Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm ist mit 870 Mitgliedern (Stand 01.07.10) der größte Berufsverband fernsehunabhängiger Autoren, Regisseure, Produzenten sowie Filmschffenden aus den Bereichen Kamera, Ton und Schnitt in Deutschland. Als film- und medienpolitische Lobby des Dokumentarfilms steht die AG DOK Vertretern aller Filmgenres offen und versteht sich als Netzwerk von aktiven Mitgliedern aus verschiedenen Berufsgruppen, die sich dem dokumentarischen Filmschaffen verpflichtet fühlen.
Unter den im ersten Halbjahr 2010 neu eingetretenen Mitgliedern begrüßen wir (in alphabetischer Reihenfolge):
Michelle Barbin , Sören Bauermeister , Birgit Baumgärtner , Boris Becker , Thomas Beckmann , Dagmar Biller , Annette Brüggemann , Thomas Doberitzsch , Anja Dreschke , Manfred Andrej Hagbeck , Dirk Hamm , Kay Hoffmann , Andreas Horn , Hartmut Idzko , Ines Janosch , Karoline Kantenwein , Marietta Kesting , Steph Ketelhut , Sarah Moll , Diana Näcke , Astrid Schult , Sabine Streckhardt , Ines Thomsen , Sibylle Trost , Burkhard von Harder , Rainer Wälde , Gudrun Weiler , Sabine Zimmer
Unter den im ersten Halbjahr 2010 neu eingetretenen Mitgliedern begrüßen wir (in alphabetischer Reihenfolge):
Michelle Barbin , Sören Bauermeister , Birgit Baumgärtner , Boris Becker , Thomas Beckmann , Dagmar Biller , Annette Brüggemann , Thomas Doberitzsch , Anja Dreschke , Manfred Andrej Hagbeck , Dirk Hamm , Kay Hoffmann , Andreas Horn , Hartmut Idzko , Ines Janosch , Karoline Kantenwein , Marietta Kesting , Steph Ketelhut , Sarah Moll , Diana Näcke , Astrid Schult , Sabine Streckhardt , Ines Thomsen , Sibylle Trost , Burkhard von Harder , Rainer Wälde , Gudrun Weiler , Sabine Zimmer
Realität oder Doktale? „DOKVILLE“ setzt sich ein spannendes Thema – und lädt nur die eine Seite ein.
von Eckart Lottmann
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(c) 2010 HDF/Pfisterer
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(13.07.10)
AG DOK Mitglied Eckart Lottmann beschreibt seine persönliche Sicht auf den Branchentreff der Dokumentarfilmer; der Artikel ist in der ursprünglichen Form in der taz online erschienen.:
„Im ZDF sieht man immer nur Mumien oder Monaco“, spottete Lutz Hachmeister. Der renommierte Medienwissenschaftler und Fernsehmacher hatte die „pole position“ der Tagung DOKVILLE, er hielt das erste Referat, das die Richtung weist. Oder weisen könnte. Hachmeister lästerte gekonnt über...
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Realität oder Doktale? „DOKVILLE“ setzt sich ein spannendes Thema – und lädt nur die eine Seite ein.
von Eckart Lottmann
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(c) 2010 HDF/Pfisterer
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(13.07.10)
AG DOK Mitglied Eckart Lottmann beschreibt seine persönliche Sicht auf den Branchentreff der Dokumentarfilmer; der Artikel ist in der ursprünglichen Form in der taz online erschienen.:
„Im ZDF sieht man immer nur Mumien oder Monaco“, spottete Lutz Hachmeister. Der renommierte Medienwissenschaftler und Fernsehmacher hatte die „pole position“ der Tagung DOKVILLE, er hielt das erste Referat, das die Richtung weist. Oder weisen könnte. Hachmeister lästerte gekonnt über das öffentlich-rechtliche Fernsehen: Es würde immer „infantiler“, „didaktischer“ und „provinzieller“. Es gebe eine „Abwendung breiter Zuschauerschichten“, doch hänge man trotzdem an den Einschaltquoten als nahezu einziges Kriterium der Erfolgsbewertung. Das sei aber eine „drogenartige Anklammerung“.
Eine ätzende Zustandsbeschreibung dokumentarischer Formen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen war das. Nur logisch, dass im Fernsehen nach neuen, aufregenden, Zuschauer mehr ansprechenden Erzählformen gesucht wird. Das „Haus des Dokumentarfilms“, der Veranstalter von DOKVILLE, hatte auch griffig die Alternative formuliert: „Realität oder DokTale“ hieß es da, und im Untertitel: „Filmemacher auf Umwegen“. Doch wo waren sie, die Filmemacher auf Umwegen? Wo waren die Vertreter von „DokTale“, die Erfinder „neuer“ Erzählweisen, die Pioniere zuschauerfreundlicher Dokus?
Auf den Podien von DOKVILLE jedenfalls nicht.
Drei Filme wurden in Ausschnitten vorgeführt und mit ihren Machern diskutiert. Am ehesten „neu“ in der Filmsprache erschien der Dokumentarfilm „Lenin kam nur bis Lüdenscheidt“, ein Film, der es immerhin in die engere Auswahl zum „Deutschen Filmpreis“ geschafft hat. Der zentrale Protagonist des Films, der auch den Kommentar des Ich-Erzählers geschrieben und gesprochen hat, ist Richard David Precht. Das ist der, der hier nicht nur als „Philosoph“, sondern sogar als „Erfolgsphilosoph“ bezeichnet wird. „Höchst amüsant und mit wunderbar ironischer Distanz“ erzähle Precht über das Familienleben, das er als Kind von strikt links orientierten Eltern miterlebte. Man erinnert sich: Precht spricht im Film von kratzenden Sisalteppichen seiner Kindheit, und davon, wie komisch daneben die Versuche seiner Eltern waren, sozialistisch gleich „gut“ zu definieren und kapitalistisch gleich „schlecht“. Das Programmheft sagt, Precht erkläre „in Sendung-mit-der-Maus-Manier die 68er Generation und das Erwachsenwerden in ihr.“ Das musste man interessant finden, fanden jedenfalls die beiden eingeladenen Redakteurinnen Jutta Krug (WDR) und Gudrun Hanke-El Ghomri (SWR), die den Film maßgeblich mitfinanzierten. Auch der ebenfalls eingeladene Regisseur André Schäfer fand den Film gut. Freundliche Stichworte lieferte als Moderator Daniel Kothenschulte, seines Zeichens Filmkritiker der „Frankfurter Rundschau“.
Kein Problem war für die illustre Runde, dass der Film ausgiebig Filmmaterial zeigt, das sorgfältig in Super-8-Qualität inszeniert worden war. Eigentlich ein Unding für einen Dokumentarfilm, aber hier machte das nichts. Es sei ja immerhin der Sohn von Richard David Precht gewesen, der da gefilmt worden sei. Der könne doch glaubhaft den Richard David Precht als Dreijährigen spielen. Grobkörnig und verwackelt gibt sich das Filmmaterial alle Mühe, als authentisch gedreht zu erscheinen. Die Macher dazu: Man merke das doch spätestens am Ende des Films.
War das nun ein „Doktale“, oder war das die „Realität“? War das ein Umweg, der in Ordnung ist, oder einer, den man eher nicht will? Das blieb ungeklärt, der Film war aber wohl okay, denn die Redakteurinnen Krug und Hanke-El Ghomri sind für viele interessante Dokumentarfilme verantwortlich.
Der zweite Film, der unter dem Label „Der politische Film“ lief, hieß „Der große Ausverkauf“, ausgezeichnet unter anderem mit dem „Adolf-Grimme-Preis“. Autor und Regisseur Florian Opitz zeigte ganz konkret an einzelnen Schicksalen, was es heißt, wenn Wasser und Strom, Gesundheit und Verkehr privatisiert werden. Auf vier Kontinenten findet Opitz seine Beispiele, und sie berühren wirklich. Mal kämpfen Menschen gegen diese Ausbeutung menschlicher Grundbedürfnisse an, mal haben sie mit ihrem individuellen Elend genug zu tun. Taz-Redakteurin Cristina Nord hatte den Film äußerst kritisch beurteilt. In der Taz schrieb sie unter dem Titel „Die Wirklichkeit ausbeuten“, dass Opitz keinen „Raum“ lasse für „eine ergebnisoffene Recherche und für Gespräche, die wirklich von Neugier angetrieben wären.“ Ihr Fazit: Opitz’ Bilder „erfüllen eine Funktion, indem sie eine zuvor schon existierende These untermauern.“ „Alle Tugenden des Dokumentarfilms“ träten „in den Hintergrund.“ Bei DOKVILLE konnte Cristina Nord im Gespräch mit Florian Opitz ihre Kritik vertreten und begründen. Das heißt, die Gelegenheit dazu gab es. Aber Cristina Nord überließ es Florian Opitz, ihre Kritik zu zitieren, und beschränkte sich mehr oder weniger aufs Fragenstellen. Ein Punktsieg für Opitz, der mit der Gelassenheit des guten Gewissens feststellte: „Wir haben vier Jahre an dem Film gearbeitet, und Frau Nord hatte vielleicht zwei Stunden für ihren Artikel.“
Damit war ein leidiges Thema angesprochen – der große zeitliche Aufwand für die Realisierung eines Dokumentarfilms auf der einen, das geringe Honorar und die schlechten Verträge dafür auf der anderen Seite. Thomas Frickel, Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm“ (AG DOK), berichtete unter dem launigen Titel „Was soll der Verein“ über die Bemühungen der AG DOK, den Dokumentarfilmern bessere Produktionsmöglichkeiten zu verschaffen. Anhand einer Power-Point-Präsentation listete Frickel auf, was die AG DOK dafür unternimmt, und diese Leistungsschau konnte sich sehen lassen. Frickel erwähnte u.a. den Preis „Das Dicke Fell“, den die AG DOK jährlich an Fernseh-Redaktionen verleiht, die sich um den anspruchsvollen Dokumentarfilm verdient gemacht haben. Ist diese Preis-Vergabe vielleicht noch mit einem angenehmen öffentlichen Auftritt verbunden, so ist vieles, was die AG DOK und die sie unterstützenden Mitglieder unternehmen, schlicht harte Lobby-Arbeit. In vielen Gremien, die die Rechte-Auswertung, die Verteilung der durch Filme generierten Gelder und die Vergabe öffentlicher Förderungen regeln, sitzen Vertreter der AG DOK und lassen sich auch durch manchmal übermächtig erscheinende gegnerische Mehrheiten nicht unterkriegen. Fast 900 Mitglieder hat die AG DOK nunmehr bundesweit, und sie alle hoffen darauf, dass den AG DOK-Machern die Energie nicht ausgeht.
Hatte nun Florian Opitz so was wie „DokTale“ gemacht, oder doch einen Dokumentarfilm sozusagen „alter Schule“? Das war nun nicht genauer untersucht worden, aber vielleicht konnten ja die für das nächste Podium mit dem Titel „Dokumentarisch drehen“ eingeladenen Kameraleute Näheres über aktuelle Anforderungen und vielleicht sogar Zumutungen sagen. Montage-Professor Hans Beller befragte die Kameraleute Lars Barthel, Börres Weiffenbach, Gregor Theuss und Justus Pankau. Pankau, heute ein richtig alter Mann, sagte über die Autoren seiner ersten Schaffensphase: „Früher konnte man zugeben, dass man vom Bild nichts verstand.“ Heute, so mein Schluss, wohl nicht mehr. Heute gebe es die „Draufhalten-Filme“, so Pankau, man dokumentiere zwar etwas, aber gestalte nicht mehr. Damit war der Ton der Diskussion vorgegeben. Natürlich waren auch die anderen Kameraleute dafür, erst zu denken, und dann zu filmen. Lars Barthel gelang es, das Publikum ein bisschen träumen zu lassen. An jedem Drehtag gebe es „vielleicht einen, oder zwei ‚magische Momente’ – Momente, in denen sich etwas verdichtet. Poetische Momente.“ Die zu erkennen und in Film umzusetzen, sei die Kunst. Und dann versuchte er eine Ehrenrettung des Materials Film: Film lebe, aber Video bestehe nur aus Pixeln. Spätestens da fragte ich mich: Und was ist, wenn ich nun mal auf Video drehe? Ich werde vielleicht nie mit Film drehen! Und eine Teilnehmerin aus dem Publikum sagte schlicht: Viele schöne Filme würde es nicht geben, wenn es Video nicht gäbe. Video habe auch ein demokratisches Element – so könnten auch Amateure ihr Material zu einem Film beisteuern. Auch eine Denkmöglichkeit. Dass die Kameraleute nicht nur behutsame, neugierige, offene Dokumentarfilme drehen, sondern vielfach auch dokumentarische „Dutzendware“ unter großem ökonomischem Druck, sagten sie erst hinterher, unter vier Augen sozusagen. Und unter dieser dokumentarischen „Alltagsware“ sind auch in den Augen der Kameraleute durchaus einige, die etwas Wichtiges vermitteln.
„Neukölln unlimited“ war unter der Überschrift „Der sozialkritische Film“ das dritte filmische Beispiel. Wieder war ein Filmredakteur, Bernd Haasis von den „Stuttgarter Nachrichten“, der Moderator, wieder waren drei Macher des Films die Gesprächspartner auf dem Podium. Producerin Sonia Otto betonte die dokumentarische Qualität des Films. „Inszenierung“ sei hier der „falsche Begriff“, eher ginge es „ab und zu“ um „Initiierung“. Aber auch das mit Maßen. In „Neukölln unlimited“ geht es um eine von der Abschiebung bedrohte libanesische Familie, die es wohl schaffen wird, hierbleiben zu dürfen – denn zwei oder drei der erwachsen werdenden Kinder verdienen durch künstlerische Arbeit genügend Geld. Der jüngste Sohn, Maradona, gerät in kriminelle oder zumindest verdächtige Kreise. Doch die Filmemacher, so versichern sie, haben nicht darauf gehofft, dass er wirklich abdriftet: „Weil wir Menschen sind.“ Filmisch spannend wäre das schon gewesen, räumen sie ein. Aber sie hätten bei Maradona darauf hingewirkt, dass er sich zurückhält.
Da war sie wieder, die Chance, Abgrenzungen gegen allzu wohlfeile dokumentarische Filme zu formulieren. Aber Bernd Haasis blieb der milde Fragensteller, und Willi Reschl, der für DOKVILLE verantwortliche Geschäftsführer des „Haus des Dokumentarfilms“, konnte nur sagen: „Wir hätten natürlich jemanden einladen können von den privaten Sendern und ihn hier zum ‚Schlachten’ freigeben. Aber das wollten wir nicht!“ So konnten noch ein paar weitere Diskussionen stattfinden mit Cutterinnen und Dokumentarfilm-Regisseuren, die jeweils deutlich für den achtsamen Dokumentarfilm eintraten. Und kluge Dinge zu sagen wussten. Bloß was eigentlich der „Doktale“ ist, was man sich darunter vorstellen kann, und wieso er eine Gefahr für die „Realität“ darstellt, das erfuhr man nicht.
Der Fernsehsender ARTE bekam als einziger einen eigenen Programmplatz beim diesjährigen DOKVILLE. „ARTE – immer noch ein Eldorado für Dokumentaristen!“ hieß er, und auch das Ausrufezeichen stand so im Programm, in einer früheren Version war es noch ein Fragezeichen gewesen. Peter Gottschalk erinnerte zu Beginn seines Vortrags an Christian Bauer, der ein Jahr zuvor bei DOKVILLE seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte und bald darauf verstarb, mitten im Leben stehend. Christian Bauer war ein ruhiger, sympathischer Mensch, einer, den man mochte, und ein erfolgreicher Produzent dazu. So hatte Gottschalk leichtes Spiel, als er schließlich überleitete zu ARTE mit seinen vielen Plätzen für dokumentarische Filme. Auch Thomas Frickel, Vorsitzender der Dokumentarfilm-Vereinigung AG DOK, konnte Gottschalk mit seinem Einwurf („Der Quotendruck ist absurd“) nicht bremsen. „Wir brauchen gut laufende Fernsehprogramme, um auch die anderen, schwierigeren machen zu können“, sagte Gottschalk. Er ließ das neue Programmschema von ARTE verteilen, und das zeigte, dass ARTE viele Sorten dokumentarischer Filme im Programm hat. Wen wundert´s. Die anwesenden Macher von dokumentarischen Filmen mochten den ARTE-Vertreter nicht allzu hart angehen. ARTE und 3Sat, das sind die beiden Sender, mit denen noch so manches möglich ist. Ein Diskutant wies darauf hin, dass die Auswahl der Themen bei ARTE doch etwas schwierig sei – da solle man die Interessen des französischen Publikums mit denen der deutschen regionalen Filmförderungen zusamen bringen. Und das neue Sendeschema, das angeblich so viele dokumentarische Sendeplätze bereit hält – beruht es denn nun auf mehr Wiederholungen und Übernahmen, oder wird auch noch in nennenswerten Teilen neu produziert? Was ist mit dem Sendeplatz „Popkultur“? Wenn „Popkultur“ von den Verantwortlichen als „Massenphänomen“ definiert wird – schließt dass dann alle neuen Kultur-Ansätze aus, eben weil sie es noch nicht geschafft haben, die breiten Massen zu erreichen? Müsste man dann den Sendeplatz nicht eher „Mainstream“ nennen?
Und, wie sehen sie aus, die neuen dokumentarischen Formen? Darum ging es nicht, dieses Jahr in DOKVILLE. Erst nächstes Jahr wird in DOKVILLE wieder der „Deutsche Dokumentarfilmpreis“ verliehen, der Preis, der bis vor kurzem „Baden-Württembergischer Dokumentarfilmpreis“ hieß. Dann gibt es was zu gewinnen, dann geht es um was. Diesmal blieb man so mehr unter sich, unter denjenigen, die für das Wahre, das Echte eintreten. Die Moderatoren waren hochachtungsvoll, und vergaßen ein bisschen, wofür sie da sind: Um kritische Fragen zu stellen. Die Diskussion in Gang zu bringen. In der Branche gibt es nämlich noch andere Auffassungen über das dokumentarische Erzählen. Mit einer Berechtigung, über die man streiten könnte. Aber um sie zu präsentieren, hätte man sie halt einladen müssen.
DOKVILLE wird vom Stuttgarter „Haus des Dokumentarfilms“ veranstaltet. Dieses Jahr trafen sich vom 17. bis 18. Juni 2010 etwa 150 Teilnehmer in Ludwigsburg, vor allem aus der Branche von Film- und Fernsehmachern unterschiedlicher Profession, mit Referenten, die aus den Bereichen Kamera, Regie, Montage und Produktion sowie aus den Dozentenkreisen der Filmhochschulen kamen. Eckart Lottmann ist Fernsehautor und Journalist aus Berlin.
AG DOK Mitglied Eckart Lottmann beschreibt seine persönliche Sicht auf den Branchentreff der Dokumentarfilmer; der Artikel ist in der ursprünglichen Form in der taz online erschienen.:
„Im ZDF sieht man immer nur Mumien oder Monaco“, spottete Lutz Hachmeister. Der renommierte Medienwissenschaftler und Fernsehmacher hatte die „pole position“ der Tagung DOKVILLE, er hielt das erste Referat, das die Richtung weist. Oder weisen könnte. Hachmeister lästerte gekonnt über das öffentlich-rechtliche Fernsehen: Es würde immer „infantiler“, „didaktischer“ und „provinzieller“. Es gebe eine „Abwendung breiter Zuschauerschichten“, doch hänge man trotzdem an den Einschaltquoten als nahezu einziges Kriterium der Erfolgsbewertung. Das sei aber eine „drogenartige Anklammerung“.
Eine ätzende Zustandsbeschreibung dokumentarischer Formen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen war das. Nur logisch, dass im Fernsehen nach neuen, aufregenden, Zuschauer mehr ansprechenden Erzählformen gesucht wird. Das „Haus des Dokumentarfilms“, der Veranstalter von DOKVILLE, hatte auch griffig die Alternative formuliert: „Realität oder DokTale“ hieß es da, und im Untertitel: „Filmemacher auf Umwegen“. Doch wo waren sie, die Filmemacher auf Umwegen? Wo waren die Vertreter von „DokTale“, die Erfinder „neuer“ Erzählweisen, die Pioniere zuschauerfreundlicher Dokus?
Auf den Podien von DOKVILLE jedenfalls nicht.
Drei Filme wurden in Ausschnitten vorgeführt und mit ihren Machern diskutiert. Am ehesten „neu“ in der Filmsprache erschien der Dokumentarfilm „Lenin kam nur bis Lüdenscheidt“, ein Film, der es immerhin in die engere Auswahl zum „Deutschen Filmpreis“ geschafft hat. Der zentrale Protagonist des Films, der auch den Kommentar des Ich-Erzählers geschrieben und gesprochen hat, ist Richard David Precht. Das ist der, der hier nicht nur als „Philosoph“, sondern sogar als „Erfolgsphilosoph“ bezeichnet wird. „Höchst amüsant und mit wunderbar ironischer Distanz“ erzähle Precht über das Familienleben, das er als Kind von strikt links orientierten Eltern miterlebte. Man erinnert sich: Precht spricht im Film von kratzenden Sisalteppichen seiner Kindheit, und davon, wie komisch daneben die Versuche seiner Eltern waren, sozialistisch gleich „gut“ zu definieren und kapitalistisch gleich „schlecht“. Das Programmheft sagt, Precht erkläre „in Sendung-mit-der-Maus-Manier die 68er Generation und das Erwachsenwerden in ihr.“ Das musste man interessant finden, fanden jedenfalls die beiden eingeladenen Redakteurinnen Jutta Krug (WDR) und Gudrun Hanke-El Ghomri (SWR), die den Film maßgeblich mitfinanzierten. Auch der ebenfalls eingeladene Regisseur André Schäfer fand den Film gut. Freundliche Stichworte lieferte als Moderator Daniel Kothenschulte, seines Zeichens Filmkritiker der „Frankfurter Rundschau“.
Kein Problem war für die illustre Runde, dass der Film ausgiebig Filmmaterial zeigt, das sorgfältig in Super-8-Qualität inszeniert worden war. Eigentlich ein Unding für einen Dokumentarfilm, aber hier machte das nichts. Es sei ja immerhin der Sohn von Richard David Precht gewesen, der da gefilmt worden sei. Der könne doch glaubhaft den Richard David Precht als Dreijährigen spielen. Grobkörnig und verwackelt gibt sich das Filmmaterial alle Mühe, als authentisch gedreht zu erscheinen. Die Macher dazu: Man merke das doch spätestens am Ende des Films.
War das nun ein „Doktale“, oder war das die „Realität“? War das ein Umweg, der in Ordnung ist, oder einer, den man eher nicht will? Das blieb ungeklärt, der Film war aber wohl okay, denn die Redakteurinnen Krug und Hanke-El Ghomri sind für viele interessante Dokumentarfilme verantwortlich.
Der zweite Film, der unter dem Label „Der politische Film“ lief, hieß „Der große Ausverkauf“, ausgezeichnet unter anderem mit dem „Adolf-Grimme-Preis“. Autor und Regisseur Florian Opitz zeigte ganz konkret an einzelnen Schicksalen, was es heißt, wenn Wasser und Strom, Gesundheit und Verkehr privatisiert werden. Auf vier Kontinenten findet Opitz seine Beispiele, und sie berühren wirklich. Mal kämpfen Menschen gegen diese Ausbeutung menschlicher Grundbedürfnisse an, mal haben sie mit ihrem individuellen Elend genug zu tun. Taz-Redakteurin Cristina Nord hatte den Film äußerst kritisch beurteilt. In der Taz schrieb sie unter dem Titel „Die Wirklichkeit ausbeuten“, dass Opitz keinen „Raum“ lasse für „eine ergebnisoffene Recherche und für Gespräche, die wirklich von Neugier angetrieben wären.“ Ihr Fazit: Opitz’ Bilder „erfüllen eine Funktion, indem sie eine zuvor schon existierende These untermauern.“ „Alle Tugenden des Dokumentarfilms“ träten „in den Hintergrund.“ Bei DOKVILLE konnte Cristina Nord im Gespräch mit Florian Opitz ihre Kritik vertreten und begründen. Das heißt, die Gelegenheit dazu gab es. Aber Cristina Nord überließ es Florian Opitz, ihre Kritik zu zitieren, und beschränkte sich mehr oder weniger aufs Fragenstellen. Ein Punktsieg für Opitz, der mit der Gelassenheit des guten Gewissens feststellte: „Wir haben vier Jahre an dem Film gearbeitet, und Frau Nord hatte vielleicht zwei Stunden für ihren Artikel.“
Damit war ein leidiges Thema angesprochen – der große zeitliche Aufwand für die Realisierung eines Dokumentarfilms auf der einen, das geringe Honorar und die schlechten Verträge dafür auf der anderen Seite. Thomas Frickel, Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm“ (AG DOK), berichtete unter dem launigen Titel „Was soll der Verein“ über die Bemühungen der AG DOK, den Dokumentarfilmern bessere Produktionsmöglichkeiten zu verschaffen. Anhand einer Power-Point-Präsentation listete Frickel auf, was die AG DOK dafür unternimmt, und diese Leistungsschau konnte sich sehen lassen. Frickel erwähnte u.a. den Preis „Das Dicke Fell“, den die AG DOK jährlich an Fernseh-Redaktionen verleiht, die sich um den anspruchsvollen Dokumentarfilm verdient gemacht haben. Ist diese Preis-Vergabe vielleicht noch mit einem angenehmen öffentlichen Auftritt verbunden, so ist vieles, was die AG DOK und die sie unterstützenden Mitglieder unternehmen, schlicht harte Lobby-Arbeit. In vielen Gremien, die die Rechte-Auswertung, die Verteilung der durch Filme generierten Gelder und die Vergabe öffentlicher Förderungen regeln, sitzen Vertreter der AG DOK und lassen sich auch durch manchmal übermächtig erscheinende gegnerische Mehrheiten nicht unterkriegen. Fast 900 Mitglieder hat die AG DOK nunmehr bundesweit, und sie alle hoffen darauf, dass den AG DOK-Machern die Energie nicht ausgeht.
Hatte nun Florian Opitz so was wie „DokTale“ gemacht, oder doch einen Dokumentarfilm sozusagen „alter Schule“? Das war nun nicht genauer untersucht worden, aber vielleicht konnten ja die für das nächste Podium mit dem Titel „Dokumentarisch drehen“ eingeladenen Kameraleute Näheres über aktuelle Anforderungen und vielleicht sogar Zumutungen sagen. Montage-Professor Hans Beller befragte die Kameraleute Lars Barthel, Börres Weiffenbach, Gregor Theuss und Justus Pankau. Pankau, heute ein richtig alter Mann, sagte über die Autoren seiner ersten Schaffensphase: „Früher konnte man zugeben, dass man vom Bild nichts verstand.“ Heute, so mein Schluss, wohl nicht mehr. Heute gebe es die „Draufhalten-Filme“, so Pankau, man dokumentiere zwar etwas, aber gestalte nicht mehr. Damit war der Ton der Diskussion vorgegeben. Natürlich waren auch die anderen Kameraleute dafür, erst zu denken, und dann zu filmen. Lars Barthel gelang es, das Publikum ein bisschen träumen zu lassen. An jedem Drehtag gebe es „vielleicht einen, oder zwei ‚magische Momente’ – Momente, in denen sich etwas verdichtet. Poetische Momente.“ Die zu erkennen und in Film umzusetzen, sei die Kunst. Und dann versuchte er eine Ehrenrettung des Materials Film: Film lebe, aber Video bestehe nur aus Pixeln. Spätestens da fragte ich mich: Und was ist, wenn ich nun mal auf Video drehe? Ich werde vielleicht nie mit Film drehen! Und eine Teilnehmerin aus dem Publikum sagte schlicht: Viele schöne Filme würde es nicht geben, wenn es Video nicht gäbe. Video habe auch ein demokratisches Element – so könnten auch Amateure ihr Material zu einem Film beisteuern. Auch eine Denkmöglichkeit. Dass die Kameraleute nicht nur behutsame, neugierige, offene Dokumentarfilme drehen, sondern vielfach auch dokumentarische „Dutzendware“ unter großem ökonomischem Druck, sagten sie erst hinterher, unter vier Augen sozusagen. Und unter dieser dokumentarischen „Alltagsware“ sind auch in den Augen der Kameraleute durchaus einige, die etwas Wichtiges vermitteln.
„Neukölln unlimited“ war unter der Überschrift „Der sozialkritische Film“ das dritte filmische Beispiel. Wieder war ein Filmredakteur, Bernd Haasis von den „Stuttgarter Nachrichten“, der Moderator, wieder waren drei Macher des Films die Gesprächspartner auf dem Podium. Producerin Sonia Otto betonte die dokumentarische Qualität des Films. „Inszenierung“ sei hier der „falsche Begriff“, eher ginge es „ab und zu“ um „Initiierung“. Aber auch das mit Maßen. In „Neukölln unlimited“ geht es um eine von der Abschiebung bedrohte libanesische Familie, die es wohl schaffen wird, hierbleiben zu dürfen – denn zwei oder drei der erwachsen werdenden Kinder verdienen durch künstlerische Arbeit genügend Geld. Der jüngste Sohn, Maradona, gerät in kriminelle oder zumindest verdächtige Kreise. Doch die Filmemacher, so versichern sie, haben nicht darauf gehofft, dass er wirklich abdriftet: „Weil wir Menschen sind.“ Filmisch spannend wäre das schon gewesen, räumen sie ein. Aber sie hätten bei Maradona darauf hingewirkt, dass er sich zurückhält.
Da war sie wieder, die Chance, Abgrenzungen gegen allzu wohlfeile dokumentarische Filme zu formulieren. Aber Bernd Haasis blieb der milde Fragensteller, und Willi Reschl, der für DOKVILLE verantwortliche Geschäftsführer des „Haus des Dokumentarfilms“, konnte nur sagen: „Wir hätten natürlich jemanden einladen können von den privaten Sendern und ihn hier zum ‚Schlachten’ freigeben. Aber das wollten wir nicht!“ So konnten noch ein paar weitere Diskussionen stattfinden mit Cutterinnen und Dokumentarfilm-Regisseuren, die jeweils deutlich für den achtsamen Dokumentarfilm eintraten. Und kluge Dinge zu sagen wussten. Bloß was eigentlich der „Doktale“ ist, was man sich darunter vorstellen kann, und wieso er eine Gefahr für die „Realität“ darstellt, das erfuhr man nicht.
Der Fernsehsender ARTE bekam als einziger einen eigenen Programmplatz beim diesjährigen DOKVILLE. „ARTE – immer noch ein Eldorado für Dokumentaristen!“ hieß er, und auch das Ausrufezeichen stand so im Programm, in einer früheren Version war es noch ein Fragezeichen gewesen. Peter Gottschalk erinnerte zu Beginn seines Vortrags an Christian Bauer, der ein Jahr zuvor bei DOKVILLE seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte und bald darauf verstarb, mitten im Leben stehend. Christian Bauer war ein ruhiger, sympathischer Mensch, einer, den man mochte, und ein erfolgreicher Produzent dazu. So hatte Gottschalk leichtes Spiel, als er schließlich überleitete zu ARTE mit seinen vielen Plätzen für dokumentarische Filme. Auch Thomas Frickel, Vorsitzender der Dokumentarfilm-Vereinigung AG DOK, konnte Gottschalk mit seinem Einwurf („Der Quotendruck ist absurd“) nicht bremsen. „Wir brauchen gut laufende Fernsehprogramme, um auch die anderen, schwierigeren machen zu können“, sagte Gottschalk. Er ließ das neue Programmschema von ARTE verteilen, und das zeigte, dass ARTE viele Sorten dokumentarischer Filme im Programm hat. Wen wundert´s. Die anwesenden Macher von dokumentarischen Filmen mochten den ARTE-Vertreter nicht allzu hart angehen. ARTE und 3Sat, das sind die beiden Sender, mit denen noch so manches möglich ist. Ein Diskutant wies darauf hin, dass die Auswahl der Themen bei ARTE doch etwas schwierig sei – da solle man die Interessen des französischen Publikums mit denen der deutschen regionalen Filmförderungen zusamen bringen. Und das neue Sendeschema, das angeblich so viele dokumentarische Sendeplätze bereit hält – beruht es denn nun auf mehr Wiederholungen und Übernahmen, oder wird auch noch in nennenswerten Teilen neu produziert? Was ist mit dem Sendeplatz „Popkultur“? Wenn „Popkultur“ von den Verantwortlichen als „Massenphänomen“ definiert wird – schließt dass dann alle neuen Kultur-Ansätze aus, eben weil sie es noch nicht geschafft haben, die breiten Massen zu erreichen? Müsste man dann den Sendeplatz nicht eher „Mainstream“ nennen?
Und, wie sehen sie aus, die neuen dokumentarischen Formen? Darum ging es nicht, dieses Jahr in DOKVILLE. Erst nächstes Jahr wird in DOKVILLE wieder der „Deutsche Dokumentarfilmpreis“ verliehen, der Preis, der bis vor kurzem „Baden-Württembergischer Dokumentarfilmpreis“ hieß. Dann gibt es was zu gewinnen, dann geht es um was. Diesmal blieb man so mehr unter sich, unter denjenigen, die für das Wahre, das Echte eintreten. Die Moderatoren waren hochachtungsvoll, und vergaßen ein bisschen, wofür sie da sind: Um kritische Fragen zu stellen. Die Diskussion in Gang zu bringen. In der Branche gibt es nämlich noch andere Auffassungen über das dokumentarische Erzählen. Mit einer Berechtigung, über die man streiten könnte. Aber um sie zu präsentieren, hätte man sie halt einladen müssen.
DOKVILLE wird vom Stuttgarter „Haus des Dokumentarfilms“ veranstaltet. Dieses Jahr trafen sich vom 17. bis 18. Juni 2010 etwa 150 Teilnehmer in Ludwigsburg, vor allem aus der Branche von Film- und Fernsehmachern unterschiedlicher Profession, mit Referenten, die aus den Bereichen Kamera, Regie, Montage und Produktion sowie aus den Dozentenkreisen der Filmhochschulen kamen. Eckart Lottmann ist Fernsehautor und Journalist aus Berlin.
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(c) 2010 real fiction
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(30.06.2010) JEDEM KIND EIN INSTRUMENT - EIN JAHR MIT VIER TÖNEN von Oliver Rauch begleitet vier Grundschüler, die bei einem einzigartigen musikalischen Programm mitmachen, das über 200.000 Kinder im Ruhrgebiet erreichen soll. JEDEM KIND EIN INSTRUMENT startet am 01.07. in folgenden Städten: Berlin, Bochum, Dortmund, Herne, Köln und Oberhausen, ab Mitte Juli läuft der Film in Lübeck. Kinotermine
HERBSTGOLD
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Kinotermine von AG DOK-Mitgliedern im Juli 2010
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(c) 2010 real fiction
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(30.06.2010) JEDEM KIND EIN INSTRUMENT - EIN JAHR MIT VIER TÖNEN von Oliver Rauch begleitet vier Grundschüler, die bei einem einzigartigen musikalischen Programm mitmachen, das über 200.000 Kinder im Ruhrgebiet erreichen soll. JEDEM KIND EIN INSTRUMENT startet am 01.07. in folgenden Städten: Berlin, Bochum, Dortmund, Herne, Köln und Oberhausen, ab Mitte Juli läuft der Film in Lübeck. Kinotermine
HERBSTGOLD von Jan Tenhaven, produziert von den Gebrüdern Beetz, begleitet fünf Athleten, die sich auf die Senioren-Weltmeisterschaft vorbereiten. Der Film startet am 01.07. in Essen und ist danach in Bremen, Hamburg, Osnabrück, Ahlen, Münster, Recklinghausen, Köln, Berlin, Erkner, Königs Wusterhausen, Oberhausen, Iserlohn, Stuttgart, Halle, Freiburg, Leipzig, Kassel, Frankfurt/Main, Nürnberg, Augsburg, Dresden, Paderborn, Heidelberg, Bernkastel-Kues, Erlenbach, Ochsenfurt, Dresden, Frankfurt/Main, Sondershausen, Düsseldorf und Stuttgart zu sehen: Termine
In FORGETTING DAD von Rick Minnich & Matt Sweetwood sucht Rick Minnich nach seinem Vater, der sein Gedächtnis verloren hat. Zu sehen ist der Film im Juli in Berlin, Heidelberg, Erlangen, Kiel, und Halle. Kinotermine
DER ROTE ELVIS von Leopold Grün über den amerikanischen Sänger und Schauspieler Dean Reed ist noch einmal am 14.07.2010 in Leipzig zu sehen: Infos
KINSHASA SYMPHONY von Claus Wischmann und Martin Baer porträtiert ein Orchester in Kinshasa und läuft am 17.07.2010 in Oberaudorf.
EIN WEITES FELD beschreibt die persönliche Annäherung der Filmemacherin Gerburg Rohde-Dahl an das Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Der Film ist am 20.07. im Depot 1899 in Frankfurt/Main zu sehen.
HERBSTGOLD von Jan Tenhaven, produziert von den Gebrüdern Beetz, begleitet fünf Athleten, die sich auf die Senioren-Weltmeisterschaft vorbereiten. Der Film startet am 01.07. in Essen und ist danach in Bremen, Hamburg, Osnabrück, Ahlen, Münster, Recklinghausen, Köln, Berlin, Erkner, Königs Wusterhausen, Oberhausen, Iserlohn, Stuttgart, Halle, Freiburg, Leipzig, Kassel, Frankfurt/Main, Nürnberg, Augsburg, Dresden, Paderborn, Heidelberg, Bernkastel-Kues, Erlenbach, Ochsenfurt, Dresden, Frankfurt/Main, Sondershausen, Düsseldorf und Stuttgart zu sehen: Termine
In FORGETTING DAD von Rick Minnich & Matt Sweetwood sucht Rick Minnich nach seinem Vater, der sein Gedächtnis verloren hat. Zu sehen ist der Film im Juli in Berlin, Heidelberg, Erlangen, Kiel, und Halle. Kinotermine
DER ROTE ELVIS von Leopold Grün über den amerikanischen Sänger und Schauspieler Dean Reed ist noch einmal am 14.07.2010 in Leipzig zu sehen: Infos
KINSHASA SYMPHONY von Claus Wischmann und Martin Baer porträtiert ein Orchester in Kinshasa und läuft am 17.07.2010 in Oberaudorf.
EIN WEITES FELD beschreibt die persönliche Annäherung der Filmemacherin Gerburg Rohde-Dahl an das Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Der Film ist am 20.07. im Depot 1899 in Frankfurt/Main zu sehen.
DOKVILLE 2010
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(c) DOKVILLE 2010
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(01.05.10) Das Haus des Dokumentarfilms lädt wieder zu DOKVILLE ; der Branchentreff findet am 17. und 18. Juni 2010 in Ludwigsburg (bei Stuttgart) statt.
In diesem Jahr auf geht es darum, mit welchen ästhetischen, inhaltlichen und erzählerischen Methoden Dokumentarfilmer heute arbeiten: "Realität oder DokTale - Filmemacher auf Umwegen" ist der zentrale Diskurs, bei dem 30 Referenten und Filmemacher aktuelle Wege im Dokumentarfilm diskutieren.
Außerdem...
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Realität oder DokTale?
DOKVILLE 2010
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(c) DOKVILLE 2010
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(01.05.10) Das Haus des Dokumentarfilms lädt wieder zu DOKVILLE ; der Branchentreff findet am 17. und 18. Juni 2010 in Ludwigsburg (bei Stuttgart) statt.
In diesem Jahr auf geht es darum, mit welchen ästhetischen, inhaltlichen und erzählerischen Methoden Dokumentarfilmer heute arbeiten: "Realität oder DokTale - Filmemacher auf Umwegen" ist der zentrale Diskurs, bei dem 30 Referenten und Filmemacher aktuelle Wege im Dokumentarfilm diskutieren.
Außerdem gibt DOKVILLE einen Überblick über Trends in der Branche: Zum Beispiel, was die Reform des Arte-Programms für Dokumentaristen bedeutet. Der AG DOK-Vorsitzende Thomas Frickel spricht zum Programmpunkt "Dokumentarfilmer organisieren sich".
Mitglieder der AG DOK erhalten ermäßigten Eintritt, Anmeldung hier
Das Programm von DOKVILLE 2010
Realität oder DokTale?
Filmemacher auf Umwegen
Donnerstag, 17. Juni 2010
Tagesmoderation: Wilhelm Reschl, Astrid Beyer
10.30 Akkreditierung
11.00 Begrüßung Egon Mayer (Vorsitzender Haus des Dokumentarfilms e.V., stellvertretender Fernsehdirektor SWR)
Darf der Bauer zwei Mal über den Hof? (Trailer)
DER DOKUMENTARFILM ALS FREIE KUNST DES WIRKLICHEN Lutz Hachmeister (Institut für Medien- und Kommunikationspolitik)
12.00 DER BIOGRAPHISCHE FILM
Lenin kam nur bis Lüdenscheid (Filmausschnitte)
Gespräch: Daniel Kothenschulte (Filmkritiker, Frankfurter Rundschau) mit André Schäfer (Produzent & Regisseur), Jutta Krug (Redakteurin, WDR) und Gudrun Hanke-El Ghomri (Redakteurin, SWR)
13.00 Mittagepause mit Imbiss
14.15 DER POLITISCHE FILM
Der große Ausverkauf (Trailer)
Gespräch: Christina Nord (Filmkritikerin, taz) mit Florian Opitz
(Regisseur)
15.15 WARE FILM
Finanzierung jenseits von Fernsehen und Förderung
Vortrag: Jost-Arend Bösenberg (Geschäftsführer DOKfilm Fernsehproduktion
GmbH)
16.15 Kaffeepause
DIE EINIGKEIT DER EINZELGÄNGER
16.45 Was soll der Verein (Trailer)
16.50 Dokumentarfilmer organisieren sich
Vorstellung: Thomas Frickel (Geschäftsführender Vorsitzender, AG DOK), Wolf-Dieter Bölke (Vorsitzender, Bundesfilmverband in verdi)
18.00 Schluss
19.00 GET TOGETHER
in der Filmgalerie der Filmakademie (Erdgeschoss des Hauptgebäudes Mathildenstraße, Akademiehof 10)
Freitag, 18. Juni 2010
Tagesmoderation: Wilhelm Reschl, Astrid Beyer
9.30 Akkreditierung
10.00 DEUTSCHER DOKUMENTARFILMPREIS 2011
Das neue Reglement
Vorstellung: Gabriele Röthemeyer (Geschäftsführerin, MFG Filmförderung Baden-Württemberg) und Peter Latzel (Abteilung FS Kultur und Gesellschaft, SWR)
10.30 DOKUMENTARISCH DREHEN ? DISTANZ UND NÄHE
Gespräch: Hans Beller (Montage, Filmakademie Baden-Württemberg) mit Justus Pankau, Lars Barthel und Gregor Theus
11.15 Kaffeepause
11.30 DOKUMENTARISCH SCHNEIDEN ? DRAMATIZING LIFE!
Gespräch: Susanne Petz (Produzentin, München) mit Gabriele Voss, Gesa Marten und Heidrun Schweitzer
12.15 DER SOZIALKRITISCHE FILM
Neukölln unlimited (Filmausschnitte)
Gespräch mit den Regisseuren Dietmar Ratsch und Agostino Imondi, sowie der Produzentin Sonia Otto (Indi Film)
13.00 Mittagspause mit Imbiss
14.00 DOKUMENTARISCHE HALTUNG
Panel: Werner Ruzicka (Festivalleitung, Duisburger Filmwoche) mit Christoph Hübner, Thomas Heise, Pepe Danquart und n.n.
15.00 ARTE ? IMMER NOCH EIN ELDORADO FÜR DOKUMENTARISTEN?
Vorstellung: Annie Bataillard (Leiterin der Redaktion Dokumentarfilm, ARTE G.E.I.E., Straßburg)
16.00 Schluss
In diesem Jahr auf geht es darum, mit welchen ästhetischen, inhaltlichen und erzählerischen Methoden Dokumentarfilmer heute arbeiten: "Realität oder DokTale - Filmemacher auf Umwegen" ist der zentrale Diskurs, bei dem 30 Referenten und Filmemacher aktuelle Wege im Dokumentarfilm diskutieren.
Außerdem gibt DOKVILLE einen Überblick über Trends in der Branche: Zum Beispiel, was die Reform des Arte-Programms für Dokumentaristen bedeutet. Der AG DOK-Vorsitzende Thomas Frickel spricht zum Programmpunkt "Dokumentarfilmer organisieren sich".
Mitglieder der AG DOK erhalten ermäßigten Eintritt, Anmeldung hier
Das Programm von DOKVILLE 2010
Realität oder DokTale?
Filmemacher auf Umwegen
Donnerstag, 17. Juni 2010
Tagesmoderation: Wilhelm Reschl, Astrid Beyer
10.30 Akkreditierung
11.00 Begrüßung Egon Mayer (Vorsitzender Haus des Dokumentarfilms e.V., stellvertretender Fernsehdirektor SWR)
Darf der Bauer zwei Mal über den Hof? (Trailer)
DER DOKUMENTARFILM ALS FREIE KUNST DES WIRKLICHEN Lutz Hachmeister (Institut für Medien- und Kommunikationspolitik)
12.00 DER BIOGRAPHISCHE FILM
Lenin kam nur bis Lüdenscheid (Filmausschnitte)
Gespräch: Daniel Kothenschulte (Filmkritiker, Frankfurter Rundschau) mit André Schäfer (Produzent & Regisseur), Jutta Krug (Redakteurin, WDR) und Gudrun Hanke-El Ghomri (Redakteurin, SWR)
13.00 Mittagepause mit Imbiss
14.15 DER POLITISCHE FILM
Der große Ausverkauf (Trailer)
Gespräch: Christina Nord (Filmkritikerin, taz) mit Florian Opitz
(Regisseur)
15.15 WARE FILM
Finanzierung jenseits von Fernsehen und Förderung
Vortrag: Jost-Arend Bösenberg (Geschäftsführer DOKfilm Fernsehproduktion
GmbH)
16.15 Kaffeepause
DIE EINIGKEIT DER EINZELGÄNGER
16.45 Was soll der Verein (Trailer)
16.50 Dokumentarfilmer organisieren sich
Vorstellung: Thomas Frickel (Geschäftsführender Vorsitzender, AG DOK), Wolf-Dieter Bölke (Vorsitzender, Bundesfilmverband in verdi)
18.00 Schluss
19.00 GET TOGETHER
in der Filmgalerie der Filmakademie (Erdgeschoss des Hauptgebäudes Mathildenstraße, Akademiehof 10)
Freitag, 18. Juni 2010
Tagesmoderation: Wilhelm Reschl, Astrid Beyer
9.30 Akkreditierung
10.00 DEUTSCHER DOKUMENTARFILMPREIS 2011
Das neue Reglement
Vorstellung: Gabriele Röthemeyer (Geschäftsführerin, MFG Filmförderung Baden-Württemberg) und Peter Latzel (Abteilung FS Kultur und Gesellschaft, SWR)
10.30 DOKUMENTARISCH DREHEN ? DISTANZ UND NÄHE
Gespräch: Hans Beller (Montage, Filmakademie Baden-Württemberg) mit Justus Pankau, Lars Barthel und Gregor Theus
11.15 Kaffeepause
11.30 DOKUMENTARISCH SCHNEIDEN ? DRAMATIZING LIFE!
Gespräch: Susanne Petz (Produzentin, München) mit Gabriele Voss, Gesa Marten und Heidrun Schweitzer
12.15 DER SOZIALKRITISCHE FILM
Neukölln unlimited (Filmausschnitte)
Gespräch mit den Regisseuren Dietmar Ratsch und Agostino Imondi, sowie der Produzentin Sonia Otto (Indi Film)
13.00 Mittagspause mit Imbiss
14.00 DOKUMENTARISCHE HALTUNG
Panel: Werner Ruzicka (Festivalleitung, Duisburger Filmwoche) mit Christoph Hübner, Thomas Heise, Pepe Danquart und n.n.
15.00 ARTE ? IMMER NOCH EIN ELDORADO FÜR DOKUMENTARISTEN?
Vorstellung: Annie Bataillard (Leiterin der Redaktion Dokumentarfilm, ARTE G.E.I.E., Straßburg)
16.00 Schluss
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(c) 2010 Heiko Hilker
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(01.06.10) Ab Juni 2010 gibt es auf der AG DOK homepage eine neue Rubrik: die film- und medienpolitische „Meldung des Tages“. Ausgewählt und täglich aktualisiert wird diese Meldung von AG DOK-Mitglied Heiko Hilker, Medienexperte und –politiker mit fast 20jähriger Erfahrung:
Heiko Hilker war von 1994 bis 2009 Abgeordneter des sächsischen Landtags und fungierte dort als medien- und technologiepolitischer Sprecher der PDS- bzw. Links-Fraktion. Seit 1997 ist Hilker Mitglied im MDR-Rundfunkrat,...
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Neu auf der AG DOK homepage: die „Meldung des Tages“
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(c) 2010 Heiko Hilker
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(01.06.10) Ab Juni 2010 gibt es auf der AG DOK homepage eine neue Rubrik: die film- und medienpolitische „Meldung des Tages“. Ausgewählt und täglich aktualisiert wird diese Meldung von AG DOK-Mitglied Heiko Hilker, Medienexperte und –politiker mit fast 20jähriger Erfahrung:
Heiko Hilker war von 1994 bis 2009 Abgeordneter des sächsischen Landtags und fungierte dort als medien- und technologiepolitischer Sprecher der PDS- bzw. Links-Fraktion. Seit 1997 ist Hilker Mitglied im MDR-Rundfunkrat, 2009 gründete er das Dresdner Institut für Medien, Bildung und Beratung (DIMBB). Das Institut bietet Medien-Beratung und Recherche an und verfasst Studien zu Medienfragen. Das DIMBB erstellt beinahe täglich einen Medien-Newsletter, in dem in 38 Rubriken auf online-zugängliche Artikel mit Medienthematik hingewiesen wird; thematische Schwerpunkte sind die Bereiche öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, Urheberrecht und Datenschutz.
Wir freuen uns, dass wir Heiko Hilker für diese Rubrik gewinnen konnten. Interessenten können diese medienpolitische Presse-Umschau auch komplett abonnieren – oder unter hilker@dimbb.de zunächst eine Probe-Zusendung anfordern.
Heiko Hilker war von 1994 bis 2009 Abgeordneter des sächsischen Landtags und fungierte dort als medien- und technologiepolitischer Sprecher der PDS- bzw. Links-Fraktion. Seit 1997 ist Hilker Mitglied im MDR-Rundfunkrat, 2009 gründete er das Dresdner Institut für Medien, Bildung und Beratung (DIMBB). Das Institut bietet Medien-Beratung und Recherche an und verfasst Studien zu Medienfragen. Das DIMBB erstellt beinahe täglich einen Medien-Newsletter, in dem in 38 Rubriken auf online-zugängliche Artikel mit Medienthematik hingewiesen wird; thematische Schwerpunkte sind die Bereiche öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, Urheberrecht und Datenschutz.
Wir freuen uns, dass wir Heiko Hilker für diese Rubrik gewinnen konnten. Interessenten können diese medienpolitische Presse-Umschau auch komplett abonnieren – oder unter hilker@dimbb.de zunächst eine Probe-Zusendung anfordern.
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(c) 2010 HKW
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(06.05.10) Das neue, zweijährlich in Kooperation mit der AG DOK stattfindende BERLIN DOCUMENTARY FORUM wird am 02.06.10 eröffnet zum Filmprogramm
Das Forum widmet sich der wachsenden Bedeutung von dokumentarischen Praktiken in Bildender Kunst, Performance, Literatur und Film (weiter zum Programm). Das Festival zeigt und debattiert zeitgenössische...
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Berlin Documentary Forum 1
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(c) 2010 HKW
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(06.05.10) Das neue, zweijährlich in Kooperation mit der AG DOK stattfindende BERLIN DOCUMENTARY FORUM wird am 02.06.10 eröffnet zum Filmprogramm
Das Forum widmet sich der wachsenden Bedeutung von dokumentarischen Praktiken in Bildender Kunst, Performance, Literatur und Film (weiter zum Programm). Das Festival zeigt und debattiert zeitgenössische Trends und Entwicklungen ebenso wie dokumentarische Formen im historischen Wandel. Für die erste Ausgabe des Forums vom 2. bis 6. Juni 2010 im Berliner Haus der Kutluren der Welt wurden internationale Künstler, Filmemacher und Kuratoren eingeladen, Film-Screenings, Live-Performances, Gesprächsrunden, Lesungen und Ausstellungsbeiträge zu organisieren. Geleitet wird das BERLIN DOCUMENTARY FORUM von Hila Peleg, die das Festival ins Leben gerufen hat.
Das von Eyal Sivan konzipierte Langzeitprogramm Documentary Moments untersucht durch Begegnungen mit und zwischen Protagonisten des Dokumentarfilms Aspekte und Schlüsselmomente seiner Geschichte. Die initiale Film- und Gesprächsreihe Documentary Moments: Renaissance ist eine Hommage an jene Generation von Filmemachern, die in der Nachkriegszeit entscheidend zur Wiedergeburt des Dokumentarfilms beigetragen hat. Teilnehmer des Programms sind u.a. Edgar Morin, Marcel Ophuls, Alain Resnais und Frederick Wiseman.
Mit Rules of Evidence präsentiert der Kurator Okwui Enwezor ein interdisziplinäres Programm zum Begriff der Zeugenschaft, der grundlegend ist für die Verbreitung und Rezeption dokumentarischer Formen in der Öffentlichkeit. Jenseits von einem einfachen Verständnis des Dokumentarischen als Abbildung von Wirklichkeit geht es in dem Programm darum, sich dem Fakten- und Wahrheitsregime zu entziehen. Sein Projekt umfasst Lesungen dokumentierter historischer Ereignisse, die von eigens hierfür konzipierten Installationen von Tony Cokes und Juan Maidagan & Dolores Zinny kommentiert werden. Des weiteren wird in Kooperation mit einer großen deutschen Tageszeitung die Rolle des fotografischen Dokuments in den Medien untersucht.
Der Möglichkeitsraum der Video-Künstlerin Angela Melitopoulos ist ein als Bühne installiertes, temporäres Postproduktions-Studio. In drei Veranstaltungen diskutieren Kuratoren und Archivare ihre Arbeit an spezifischen Filmen und Video-Archiven unter Einbeziehung ihrer Materialien. Jede Veranstaltung wird so zu einer performativen Live-Montage, die die Geschichte des filmischen Bildes sowie Lücken und Auslassungen in Geschichtsbildern und die Konstruktion von Erinnerungsräumen befragt. Mit Brian Holmes, Bettina Knaup und Stefanie Schulte Strathaus.
Der Kurator Eduardo Thomas präsentiert eine Auswahl aktueller experimenteller Dokumentarfilme alle als Deutschlandpremiere. Gezeigt werden jüngst in Südamerika, im Nahen Osten und in Asien gedrehte Filme. Die Diskussionen mit den Filmemachern gehen von Ideen wie Autorenschaft, Autorität und Authentizität aus, die den dokumentarischen Diskurs früher maßgeblich bestimmt haben, und untersuchen neue Formen und Gegenstrategien. Mit den Filmemachern Uruphong Raksasad, João Moreira Salles, Ben Russell und anderen.
Florian Schneider arbeitet an einer langfristig angelegten Recherche zu politischen Dokumentarfilmen produziert für das deutsche Fernsehen. Der Zeitraum von den 1960er bis zu den frühen 1980er Jahren markiert dabei den Höhepunkt dieses speziellen Genres, das eine Ausnahmeposition in der Geschichte des Fernsehens einnimmt, heute aber fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Den Auftakt der Recherche macht die Präsentation von Filmen von Michael Mrakitsch, einem der eigenwilligsten und anspruchsvollsten Protagonisten aus der Zeit. Mrakitsch das ist der Triumph des Dokumentarischen über die Fiktion, so die ZEIT.
Weitere Beiträge von Catherine David, Ariella Azoulay, Omer Fast, Rabih Mroué, Issam Nasser und vielen anderen.
Das BERLIN DOCUMENTARY FORUM findet in Kooperation mit der AG DOK statt. Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestags und des Auswärtigen Amts.
Akkreditierungen bis zum 15.05.2010
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
fone: ++49 (0) 30 - 39 787 - 175
fax: ++49 (0) 30 - 39 787 - 159
eMail: berlin.doc.forum@hkw.de
hkw.de/berlin.doc.forum
Das Forum widmet sich der wachsenden Bedeutung von dokumentarischen Praktiken in Bildender Kunst, Performance, Literatur und Film (weiter zum Programm). Das Festival zeigt und debattiert zeitgenössische Trends und Entwicklungen ebenso wie dokumentarische Formen im historischen Wandel. Für die erste Ausgabe des Forums vom 2. bis 6. Juni 2010 im Berliner Haus der Kutluren der Welt wurden internationale Künstler, Filmemacher und Kuratoren eingeladen, Film-Screenings, Live-Performances, Gesprächsrunden, Lesungen und Ausstellungsbeiträge zu organisieren. Geleitet wird das BERLIN DOCUMENTARY FORUM von Hila Peleg, die das Festival ins Leben gerufen hat.
Das von Eyal Sivan konzipierte Langzeitprogramm Documentary Moments untersucht durch Begegnungen mit und zwischen Protagonisten des Dokumentarfilms Aspekte und Schlüsselmomente seiner Geschichte. Die initiale Film- und Gesprächsreihe Documentary Moments: Renaissance ist eine Hommage an jene Generation von Filmemachern, die in der Nachkriegszeit entscheidend zur Wiedergeburt des Dokumentarfilms beigetragen hat. Teilnehmer des Programms sind u.a. Edgar Morin, Marcel Ophuls, Alain Resnais und Frederick Wiseman.
Mit Rules of Evidence präsentiert der Kurator Okwui Enwezor ein interdisziplinäres Programm zum Begriff der Zeugenschaft, der grundlegend ist für die Verbreitung und Rezeption dokumentarischer Formen in der Öffentlichkeit. Jenseits von einem einfachen Verständnis des Dokumentarischen als Abbildung von Wirklichkeit geht es in dem Programm darum, sich dem Fakten- und Wahrheitsregime zu entziehen. Sein Projekt umfasst Lesungen dokumentierter historischer Ereignisse, die von eigens hierfür konzipierten Installationen von Tony Cokes und Juan Maidagan & Dolores Zinny kommentiert werden. Des weiteren wird in Kooperation mit einer großen deutschen Tageszeitung die Rolle des fotografischen Dokuments in den Medien untersucht.
Der Möglichkeitsraum der Video-Künstlerin Angela Melitopoulos ist ein als Bühne installiertes, temporäres Postproduktions-Studio. In drei Veranstaltungen diskutieren Kuratoren und Archivare ihre Arbeit an spezifischen Filmen und Video-Archiven unter Einbeziehung ihrer Materialien. Jede Veranstaltung wird so zu einer performativen Live-Montage, die die Geschichte des filmischen Bildes sowie Lücken und Auslassungen in Geschichtsbildern und die Konstruktion von Erinnerungsräumen befragt. Mit Brian Holmes, Bettina Knaup und Stefanie Schulte Strathaus.
Der Kurator Eduardo Thomas präsentiert eine Auswahl aktueller experimenteller Dokumentarfilme alle als Deutschlandpremiere. Gezeigt werden jüngst in Südamerika, im Nahen Osten und in Asien gedrehte Filme. Die Diskussionen mit den Filmemachern gehen von Ideen wie Autorenschaft, Autorität und Authentizität aus, die den dokumentarischen Diskurs früher maßgeblich bestimmt haben, und untersuchen neue Formen und Gegenstrategien. Mit den Filmemachern Uruphong Raksasad, João Moreira Salles, Ben Russell und anderen.
Florian Schneider arbeitet an einer langfristig angelegten Recherche zu politischen Dokumentarfilmen produziert für das deutsche Fernsehen. Der Zeitraum von den 1960er bis zu den frühen 1980er Jahren markiert dabei den Höhepunkt dieses speziellen Genres, das eine Ausnahmeposition in der Geschichte des Fernsehens einnimmt, heute aber fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Den Auftakt der Recherche macht die Präsentation von Filmen von Michael Mrakitsch, einem der eigenwilligsten und anspruchsvollsten Protagonisten aus der Zeit. Mrakitsch das ist der Triumph des Dokumentarischen über die Fiktion, so die ZEIT.
Weitere Beiträge von Catherine David, Ariella Azoulay, Omer Fast, Rabih Mroué, Issam Nasser und vielen anderen.
Das BERLIN DOCUMENTARY FORUM findet in Kooperation mit der AG DOK statt. Das Haus der Kulturen der Welt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestags und des Auswärtigen Amts.
Akkreditierungen bis zum 15.05.2010
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
fone: ++49 (0) 30 - 39 787 - 175
fax: ++49 (0) 30 - 39 787 - 159
eMail: berlin.doc.forum@hkw.de
hkw.de/berlin.doc.forum
AG DOK schließt sich Protest an
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(c) 2010 Joe Berlinger
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(18.05.10) Der New Yorker Richter Richter Lewis A. Kaplan vom United States District Court hat entschieden: US-Dokumentarfilmer Joe Berlinger, der vor kurzem auf dem Sundance Festival mit seinem Film CRUDE für Furore sorgte, muss das vollständige Rohmaterial für seinen konzernkritischen Film an den Ölmulit Chevron ausliefern. Er dokumentiert in CRUDE die weltweit umfassendste Klage von Betroffenen gegen einen Weltkonzern; es geht um Schadensersatz in Millionenhöhe....
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US-Urteil: Dokumentarfilmer muss Rohmaterial an Ölmulti ausliefern
AG DOK schließt sich Protest an
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(c) 2010 Joe Berlinger
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(18.05.10) Der New Yorker Richter Richter Lewis A. Kaplan vom United States District Court hat entschieden: US-Dokumentarfilmer Joe Berlinger, der vor kurzem auf dem Sundance Festival mit seinem Film CRUDE für Furore sorgte, muss das vollständige Rohmaterial für seinen konzernkritischen Film an den Ölmulit Chevron ausliefern. Er dokumentiert in CRUDE die weltweit umfassendste Klage von Betroffenen gegen einen Weltkonzern; es geht um Schadensersatz in Millionenhöhe.
Joe Berlinger begleitet in seinem Film den Kampf der Initiative „Chevron Toxico“ in Ecuador. Die Betroffenen am Amazonas kämpfen nicht nur gegen Hungerlöhne, sondern vor allem gegen Umweltschäden, die dem Konzern angelastet werden. So werden Fabrikabwässer direkt in den Fluss geleitet, in dem Kinder baden und Frauen ihre Wäsche waschen.
Um eine angebliche unrechtmäßige Zusammenarbeit eines der Ankläger in diesem millionenschweren Schadenersatzprozess mit den Betroffenen beweisen zu können, hat CHEVRON auf die Herausgabe aller Schnittreste geklagt und vorerst gewonnen.
Autor und Produzent Berlinger muss nach dem Urteil 600 Stunden Rohmaterial an den Ölkonzern ausliefern. Rechtlich begründet wird diese Aushebelung investigativer dokumentarischer Arbeit mit absurden Argumenten: der Filmemacher hätte seine Protagonisten Erklärungen unterschreiben lassen, in denen sie ihm alle Rechte für das gedreht Material übertragen. Richter Kaplan begründet sein Urteil pro CHEVRON auch damit, dass der Filmemacher in den Rechteübertragungen keine ausdrückliche Vertraulichkeit garantiert habe. Ein absurdes Urteil, das möglicherweise auch Auswirkungen für den Informantenschutz generell haben könnte und die Zusammenarbeit mit sensiblen Quellen grundsätzlich problematisch macht.
Die International Documentary Association (IDA) protestiert mit einem offenen Brief gegen diese Einschränkungen investigativer dokumentarischer Arbeit. Mehr als 200 US-Filmemacher haben unterzeichnet, darunter Alex Gibney (“Taxi to the Dark Side”), Michael Moore (“Bowling for Columbine”), D.A. Pennebaker (“Don’t Look Back”), Barbara Kopple (“American Dream”), Davis Guggenheim (“An Inconvenient Truth”), Louie Psihoyos (“The Cove”) und Morgan Spurlock (“Super Size Me”).
Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm schließt sich diesem Protest an und setzt sich wie im Fall des existenzbedrohenden Angriffs des Agrarkonzerns DOLE auf den schwedischen Regisseur des Films BANANAS Fredrik Gertten für die journalistische und künstlerische Freiheit der Berichterstattung und den Schutz der Informanten und Protagonisten ein.
zum offenen Brief der IDA , Unterstützer können sich unter "comments" am Ende des Briefes eintragen
zu einer Kurzrezension in der New York Times
zum Bericht über das Urteil in der NYT
Joe Berlinger begleitet in seinem Film den Kampf der Initiative „Chevron Toxico“ in Ecuador. Die Betroffenen am Amazonas kämpfen nicht nur gegen Hungerlöhne, sondern vor allem gegen Umweltschäden, die dem Konzern angelastet werden. So werden Fabrikabwässer direkt in den Fluss geleitet, in dem Kinder baden und Frauen ihre Wäsche waschen.
Um eine angebliche unrechtmäßige Zusammenarbeit eines der Ankläger in diesem millionenschweren Schadenersatzprozess mit den Betroffenen beweisen zu können, hat CHEVRON auf die Herausgabe aller Schnittreste geklagt und vorerst gewonnen.
Autor und Produzent Berlinger muss nach dem Urteil 600 Stunden Rohmaterial an den Ölkonzern ausliefern. Rechtlich begründet wird diese Aushebelung investigativer dokumentarischer Arbeit mit absurden Argumenten: der Filmemacher hätte seine Protagonisten Erklärungen unterschreiben lassen, in denen sie ihm alle Rechte für das gedreht Material übertragen. Richter Kaplan begründet sein Urteil pro CHEVRON auch damit, dass der Filmemacher in den Rechteübertragungen keine ausdrückliche Vertraulichkeit garantiert habe. Ein absurdes Urteil, das möglicherweise auch Auswirkungen für den Informantenschutz generell haben könnte und die Zusammenarbeit mit sensiblen Quellen grundsätzlich problematisch macht.
Die International Documentary Association (IDA) protestiert mit einem offenen Brief gegen diese Einschränkungen investigativer dokumentarischer Arbeit. Mehr als 200 US-Filmemacher haben unterzeichnet, darunter Alex Gibney (“Taxi to the Dark Side”), Michael Moore (“Bowling for Columbine”), D.A. Pennebaker (“Don’t Look Back”), Barbara Kopple (“American Dream”), Davis Guggenheim (“An Inconvenient Truth”), Louie Psihoyos (“The Cove”) und Morgan Spurlock (“Super Size Me”).
Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm schließt sich diesem Protest an und setzt sich wie im Fall des existenzbedrohenden Angriffs des Agrarkonzerns DOLE auf den schwedischen Regisseur des Films BANANAS Fredrik Gertten für die journalistische und künstlerische Freiheit der Berichterstattung und den Schutz der Informanten und Protagonisten ein.
zum offenen Brief der IDA , Unterstützer können sich unter "comments" am Ende des Briefes eintragen
zu einer Kurzrezension in der New York Times
zum Bericht über das Urteil in der NYT
Tagung der DFI in Köln
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(c) Wilma Pradetto
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(23.04.10) Vom 27. bis 29. Mai 2010 führt die Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW die Tagung "Etwas wird sichtbar ... Schule und Bildung im Dokumentarfilm" durch. Die Mitglieder der AG DOK erhalten ermäßigten Eintritt; Programm und Filmliste sind online
Seit 2001 sind mehr als 30 Dokumentarfilme zum Thema Schule und Bildung entstanden. Pisaschock und die Erkenntnis, dass Bildung...
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"Etwas wird sichtbar ... Schule und Bildung im Dokumentarfilm"
Tagung der DFI in Köln
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(c) Wilma Pradetto
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(23.04.10) Vom 27. bis 29. Mai 2010 führt die Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW die Tagung "Etwas wird sichtbar ... Schule und Bildung im Dokumentarfilm" durch. Die Mitglieder der AG DOK erhalten ermäßigten Eintritt; Programm und Filmliste sind online
Seit 2001 sind mehr als 30 Dokumentarfilme zum Thema Schule und Bildung entstanden. Pisaschock und die Erkenntnis, dass Bildung mehr denn je für die gesellschaftlichen Chancen von Kindern und Jugendlichen relevant ist, haben Dokumentarfilmer, Studierende der Filmhochschulen und Fernsehsender zur Produktion motiviert. Insgesamt zeigen die Filme unterschiedliche Handschriften und thematische Erschließungen und geben damit Auskunft über die visuellen Möglichkeiten der Annäherung an das Thema.
Alle erlauben eine Expedition der Zuschauer in das heutige System Schule, das jeder aus seiner eigenen Schulzeit genau zu kennen glaubt. Die Veranstaltung stellt Fragen nach dem Beitrag des Dokumentarischen zur deutschen Bildungsdebatte sowie danach, welche Relevanz das Thema in redaktionellen Entscheidungen einnimmt und welcher Raum ihm in den Programmierungen der Fernsehsender zur Verfügung steht. Ein vergleichender Vortrag zur dokumentarischen Darstellung von Schule und Bildung in Frankreich befragt die Schule als Projektionsfläche der französischen Republik.
Die Filme der Tagung bieten überraschende Einblicke in die Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern, in Motivationen und Selbstbilder aller Beteiligten. Sie zeigen Rahmenbedingungen für das Lernen der Schüler und deren soziales Umfeld. Zwischen „Exploration und dem Augenschein-Beweis“ (Klaus Kreimeier) bewegen sich die Filmemacher und treffen so sehr unterschiedliche Aussagen zur Bildungspolitik in den deutschen Bundesländern, zu Lernbedingungen und -situationen in verschiedenen Schultypen. Thematisiert werden quer durch die Filme die drängenden Anforderungen an Integration und Chancengleichheit.
Die Veranstaltung richtet sich an Dokumentarfilmer und den Filmnachwuchs, an Lehrer und Lehramtsstudenten.
Veranstalter ist die Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW, Kooperationspartner die Filmstiftung NRW; die Tagung wird gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes NRW.
Programm, Anmeldung, Tagungszeiten und Anmeldegebühren – auch für einzelne Tage – unter www.dokumentarfilminitiative.de
Ort: Filmforum NRW (Kino des Museum Ludwig), Bischofsgarten 1, Köln
Information und Kontakt:
Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW
Petra L. Schmitz
Im Mediapark 7
50670 Köln
fon: 0221 170 66 508
fax: 0221 170 69 021
mobil: 0160 - 99 750 290
mail: dfi@filmbuero-nw.de
www.dokumentarfilminitiative.de
www.dokyou.de
Seit 2001 sind mehr als 30 Dokumentarfilme zum Thema Schule und Bildung entstanden. Pisaschock und die Erkenntnis, dass Bildung mehr denn je für die gesellschaftlichen Chancen von Kindern und Jugendlichen relevant ist, haben Dokumentarfilmer, Studierende der Filmhochschulen und Fernsehsender zur Produktion motiviert. Insgesamt zeigen die Filme unterschiedliche Handschriften und thematische Erschließungen und geben damit Auskunft über die visuellen Möglichkeiten der Annäherung an das Thema.
Alle erlauben eine Expedition der Zuschauer in das heutige System Schule, das jeder aus seiner eigenen Schulzeit genau zu kennen glaubt. Die Veranstaltung stellt Fragen nach dem Beitrag des Dokumentarischen zur deutschen Bildungsdebatte sowie danach, welche Relevanz das Thema in redaktionellen Entscheidungen einnimmt und welcher Raum ihm in den Programmierungen der Fernsehsender zur Verfügung steht. Ein vergleichender Vortrag zur dokumentarischen Darstellung von Schule und Bildung in Frankreich befragt die Schule als Projektionsfläche der französischen Republik.
Die Filme der Tagung bieten überraschende Einblicke in die Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern, in Motivationen und Selbstbilder aller Beteiligten. Sie zeigen Rahmenbedingungen für das Lernen der Schüler und deren soziales Umfeld. Zwischen „Exploration und dem Augenschein-Beweis“ (Klaus Kreimeier) bewegen sich die Filmemacher und treffen so sehr unterschiedliche Aussagen zur Bildungspolitik in den deutschen Bundesländern, zu Lernbedingungen und -situationen in verschiedenen Schultypen. Thematisiert werden quer durch die Filme die drängenden Anforderungen an Integration und Chancengleichheit.
Die Veranstaltung richtet sich an Dokumentarfilmer und den Filmnachwuchs, an Lehrer und Lehramtsstudenten.
Veranstalter ist die Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW, Kooperationspartner die Filmstiftung NRW; die Tagung wird gefördert vom Ministerpräsidenten des Landes NRW.
Programm, Anmeldung, Tagungszeiten und Anmeldegebühren – auch für einzelne Tage – unter www.dokumentarfilminitiative.de
Ort: Filmforum NRW (Kino des Museum Ludwig), Bischofsgarten 1, Köln
Information und Kontakt:
Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW
Petra L. Schmitz
Im Mediapark 7
50670 Köln
fon: 0221 170 66 508
fax: 0221 170 69 021
mobil: 0160 - 99 750 290
mail: dfi@filmbuero-nw.de
www.dokumentarfilminitiative.de
www.dokyou.de
Berufsverbände kritisieren öffentlich-rechtliche Internet-Pläne
(26.04.10) Thomas Frickel, Vorsitzender der AG Dokumentarfilm und Sprecher der Sektion Film/Audiovisuelle Medien im deutschen Kulturrat, schreibt im filmpolitischen Informationsdienst black box vom April 2010 über den Versuch öffentlich-rechtlicher Sender, die zur Internet-Nutzung erforderlichen Urheber- und Produzentenrechte kostenlos zu nutzen:
Der Streit um den Internetauftritt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist neu entbrannt, und wie schon in der Debatte um den Rundfunkänderungsstaatsvertrag,...
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Sind die Online-Rechte wertlos?
Berufsverbände kritisieren öffentlich-rechtliche Internet-Pläne
(26.04.10) Thomas Frickel, Vorsitzender der AG Dokumentarfilm und Sprecher der Sektion Film/Audiovisuelle Medien im deutschen Kulturrat, schreibt im filmpolitischen Informationsdienst black box vom April 2010 über den Versuch öffentlich-rechtlicher Sender, die zur Internet-Nutzung erforderlichen Urheber- und Produzentenrechte kostenlos zu nutzen:
Der Streit um den Internetauftritt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist neu entbrannt, und wie schon in der Debatte um den Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der das vor zwei Jahren alles erst möglich machte, verläuft die Hauptkampflinie auch diesmal wieder zwischen Sendern und Print-Verlagen. Ist das noch Fernsehen oder ist es schon ein "presseähnliches Angebot" - so lautet die Frage, die vor allem mit Blick auf öffentlich-rechtliche Internet-Plattformen wie "Tagesschau.de" oder "Börse.ard.de" gestellt und von den Aufsichts-Gremien der Rundfunkanstalten derzeit in so genannten 3-Stufen-Tests beantwortet werden muss. So will es die europäische Union, und so verlangt es auch der oben bereits erwähnte Staatsvertrag: neue Aktivitäten des öffentlich finanzierten Rundfunks müssen nach drei Kriterien auf den Prüfstand gestellt werden: braucht die Öffentlichkeit ein solches Angebot? Sind die Kosten verhältnismäßig? Und birgt das neue gebührenfinanzierte Internet-Angebot die Gefahr einer Marktverzerrung?
Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen durften im Sommer letzten Jahres in einer relativ knapp bemessenen Frist zu den Plänen der Sender Stellung nehmen, und seitdem knabbern sich die Rundfunkräte durch das schwer durchdringbare Interessengeflecht der Antworten. Denn die eingereichten Stellungnahmen könnten gegensätzlicher kaum sein: möglichst das komplette Programm zeitlich unbegrenzt ins Netz zu stellen, fordern Verbraucherzentralen, Gewerkschaften und Organisationen wie der "Deutsche Musikrat", klare Grenzen fordern unter anderem Verleger und private Anbieter im Netz. Und solche Grenzen forderte im Übrigen auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann, als er Ende März auf dem Berliner "Mediengipfel" mit der RBB-Intendantin Dagmar Reim sprach. Die Politik, so Neumann, müsse zu schrankenlosen Begehrlichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks "auch einmal ´nein´ sagen". Und er plädierte für ein unabhängiges Prüfverfahren.
Das ist bemerkenswert, denn in den Rundfunkräten sitzen ja zu einem nicht geringen Teil Vertreter, die den unterschiedlichen politischen Lagern dieses Landes zuzurechnen sind. Die meisten von ihnen sind durch ihre vielfältigen Ämter und Funktionen allerdings stark in Anspruch genommen und haben deshalb weder die nötige Zeit noch das Fachwissen, um die komplizierten Binnenstrukturen des Medienbetriebs im Detail zu durchdringen. Den Gremienvertretern selbst dämmerte das zwar etwas spät, aber zum Glück noch rechtzeitig: nachdem sie im ersten Durchlauf der Beratungen so manche Merkwürdigkeit unbeanstandet ließen, haben im März sowohl die Gremienvorsitzenden-Konferenz der ARD als auch der ZDF-Fernsehrat in Presse-Erklärungen doch noch zusätzlichen Klärungsbedarf angemeldet. Möglicherweise hat eine von der FAZ losgetretene Berichterstattung über den allzu sorglosen Umgang der Rundfunkräte mit den Telemedien-Konzepten den Blick geschärft - dort wurde aus internen Protokollen zitiert, wie sehr im Interesse eines reibungslosen Ablaufs befürchtete Umsatzeinbrüche privater Anbieter marginalisiert und Forderungen nach einem transparenteren Ablauf des Verfahrens beiseite gewischt wurden.
Aus Sicht der Film- und Fernsehbranche drängte die Zuspitzung auf die Belange der Printmedien den eigentlichen Skandal der öffentlich-rechtlichen Telemedienkonzepte in den Hintergrund, obwohl auch er in dem FAZ-Artikel Erwähnung fand: "Der Posten Rechtekosten", so war einem Sitzungsprotokoll des BR-Rundfunkrats zu entnehmen, "betrage null Euro, da die Online-Rechte regelmäßig im Rahmen von Paketverhandlungen erworben würden und nicht separat bewertet werden könnten. Ein eigener Marktwert sei für diese Rechte nicht gegeben." Und etwas weiter, als Beratungsergebnis, folgt der Vermerk: "Der BR-Rundfunkrat findet die Kostendarstellung plausibel. Er akzeptiert die Angabe "Rechtekosten = 0 Euro" Ganz ähnlich liest sich das in einem Beratungsprotokoll des Westdeutschen Rundfunks zum Telemedienangebot "sportschau.de", wo gerade einmal 2000 Euro im Jahr für Rechte-Kosten kalkuliert wurden: "Nachfragen zu der auffallend geringen Höhe der Rechtekosten ergaben, dass damit keine originären Rechte erfasst werden, da diese mit den vertraglichen Vereinbarungen für die lineare Fernsehnutzung abgedeckt sind. ("Beipack"). Der in Rede stehende Betrag resultiert aus dem tarifvertraglich ausgehandelten Honorarzuschlag von 4,5 % für online-Beiträge."
Damit bewahrheitet sich auf drastische Weise, was wir bereits in der Debatte um den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag immer wieder gesagt und geschrieben haben: offenbar war von Anfang an nicht daran gedacht, Urhebern, Produzenten und anderen die Internet-Nutzung ihrer Werke anständig zu vergüten. Dass in Fällen, in denen Autoren als freie Mitarbeiter direkt für einen Sender arbeiten, der oben erwähnte Tarif-Aufschlag greift, war zwar nicht zu vermeiden. Aber für den gesamten Bereich nicht tarifgebundener Urheber und erst recht für freie Produktionsfirmen und ihre Mitarbeiter gilt diese Vereinbarung nicht. Und daran soll sich aus Sicht der Sender tunlichst auch nichts ändern. Deshalb wird das Ansinnen der AG Dokumentarfilm, mit der ARD über genau diese Fragen zu verhandeln, seit anderthalb Jahren systematisch verschleppt. Denn wenn die Sender diese Rechte ordnungsgemäß erwerben müßten, geriete das gesamte Finanzierungskonzept ihrer Telemedien-Angebote ins Wanken.
Zumal es so einfach ist, sich diese Rechte kostenlos zu sichern. Wie das geht? Na, man lässt sie sich in den Produktions-Verträgen gleich mit überschreiben. "Paketverhandlungen" oder "Beipack" heißt das dann. Und wenn jemand fragen sollte, wo denn für die Abtretung dieser zusätzlichen Rechte die zusätzliche Vergütung bleibt, hat man die passende Antwort schon parat: "Ein eigener Marktwert ist für diese Rechte nicht gegeben." Basta.
Die Internet-Rechte sind nichts wert? Wo gibt´s denn sowas? Bei den Tonträgerherstellern, mit denen die Sender längst eigene Verträge zur Internetnutzung von Musiktiteln geschlossen haben, jedenfalls nicht. Bei den amerikanischen Major-Companies auch nicht, sonst wären angekaufte Spielfilme nicht schon durch das Gesetz ausdrücklich von der Verbreitung auf öffentlich-rechtlichen Online-Plattformen ausgeschlossen. Und auch die Inhaber von Sportrechten sind da offenbar anderer Ansicht, sonst wäre der Abruf von Fußballspielen ja nicht auf 24 Stunden begrenzt worden. Nur die Internet-Nutzung frei produzierter Inhalte und der damit verbundenen kreativen Leistungen soll keinen eigenen Marktwert haben und deshalb kostenlos sein? Dass Fernseh-Verantwortliche sich trauen, ihren Aufsichtsgremien solche Ammenmärchen aufzutischen, ist ja schon schlimm genug. Aber wenn die Gremien solche Erklärungen kritiklos akzeptieren, ist das ein starkes Stück.
Alarmiert durch derart schlechte Nachrichten, hat sich die Mehrheit der in der Sektion Film/Audiovisuelle Medien des Deutschen Kulturrats zusammengeschlossenen Verbände zu einem außergewöhnlichen Schritt entschlossen. Ungeachtet der bereits verstrichenen Einspruchsfristen hat sie noch einmal an die zuständigen Gremienvorsitzenden im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geschrieben und beklagt, “dass die Finanzierungsmodelle aller beantragten Internet-Projekte in einem wesentlichen Punkt unvollständig sind: die Kosten zur Abgeltung der Verwertungsrechte von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten wurden nach unserer Kenntnis nur äußerst lückenhaft erfasst.“ Statt dessen „Statt dessen versuchen die Sender seit geraumer Zeit,, sich durch erweiterte buy-out-Regelungen durchzusetzen. Der Urheber bzw. Produzent muss die erforderlichen Rechte ohne zusätzliche Vergütung abtreten. vergütungsfrei in den Besitz dieser Rechte zu bringen. DadurchMit dieser erzwungenen Rechteabtretung sinken zugleich die Möglichkeiten der für die Urheber bzw. Produzenten, durch die Nutzung dieser Rechte eigene auf andere Weise Einnahmen zu erzielen.“ Und weiter heißt es in dem Schreiben: „nicht einseitWer Werke umfangreicher nutzen will, muss dafür auch mehr bezahlen. Vor allem dann, , wenn er nicht voll für die Kosten aufkommt bzw. sogar seinen Anteil an der Finanzierung reduziert. Alles andere käme einer teilweisen Enteignung der Kreativen und der Inhaber von Leistungsschutzrechten gleich.“ Unterzeichnet wurde der Brief von der AG Dokumentarfilm e. V. / AG DOK, dem Bundesverband der Fernseh- und Filmregisseure in Deutschland e. V. / BVR, dem Verband deutscher Drehbuchautoren / VDD, dem Bundesverband der bildgestaltenden Kameramänner und –Frauen in Deutschland e.V. / bvk, dem Verband der HörspielRegisseure e.V. / VdHR, dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler / BFFS, der Organisation „Die Filmschaffenden – Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände e.V.“ sowie von der Arbeitsgemeinschaft Kino - Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. / AG Kino und dem Bundesverband Kommunale Filmarbeit e. V.
Ausdrücklich abgelehnt wurde das Schreiben – und das ist eine besondere Pikanterie am Rande - vom Vertreter der ARD in trauter Einigkeit mit der Gewerkschaft ver.di, die man ja eigentlich an der Seite der betroffenen Urheber vermutet hätte. Noch seltsamer als dieser ohnehin schon erstaunliche Schulterschluß zur Verhinderung eines ganz sachlich gehaltenen Schreibens wirken die Argumente, mit denen ARD und ver.di ihren Widerspruch begründen: zum einen sei es für den Brief sowieso zu spät, zum zweiten dürfe man sich nicht in die inneren Angelegenheiten einer Mitgliedsorganisation –nämlich der ARD- einmischen, zum dritten sei die Entrechtung der Urheber und Produzenten eine Tariffrage, die den Kulturrat überhaupt nichts angehe und im Übrigen sei die Behauptung, es gebe kein Geld zur Rechte-Abgeltung, sowieso falsch.
Die Rundfunkräte sehen das inzwischen erfreulicher Weise anders. Gerade innerhalb der ARD ist man auf das Problem aufmerksam geworden und offensichtlich nicht mehr bereit, sich mit den seitherigen Erklärungen abzufinden. Den Brief der betroffenen Verbände haben die Rundfunkräte deshalb trotz der abgelaufenen Einspruchsfristen „gerne zur Kenntnis“ genommen. Mehr noch: die Konferenz der Rundfunk- und Verwaltungsratsvorsitzenden habe sich in ihrer Sitzung am 22./23. 3. 2010 noch einmal intensiv mit der Plausibilität des in den Telemedienkonzepten veranschlagten finanziellen Aufwands befasst, bestätigt Dr. Harald Augter, Vorsitzender der ARD-Gremienvorsitzenden-Konferenz (GVK) in seinem Antwortschreiben an die Kulturrats-Sektion. Und: „Die Gremienvorsitzenden sehen insbesondere hinsichtlich der Rechte- und Urheberkosten weiteren Erläuterungsbedarf. Die GVK hat bereits eine entsprechende Nachfrage an den ARD-Vorsitzenden gerichtet.“
Vielleicht bewegt sich dadurch ja wirklich etwas zu Gunsten der betroffenen Urheber und Leistungsschutzberechtigten. Auch, wenn die Gewerkschaft dagegen ist.
Der Streit um den Internetauftritt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist neu entbrannt, und wie schon in der Debatte um den Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der das vor zwei Jahren alles erst möglich machte, verläuft die Hauptkampflinie auch diesmal wieder zwischen Sendern und Print-Verlagen. Ist das noch Fernsehen oder ist es schon ein "presseähnliches Angebot" - so lautet die Frage, die vor allem mit Blick auf öffentlich-rechtliche Internet-Plattformen wie "Tagesschau.de" oder "Börse.ard.de" gestellt und von den Aufsichts-Gremien der Rundfunkanstalten derzeit in so genannten 3-Stufen-Tests beantwortet werden muss. So will es die europäische Union, und so verlangt es auch der oben bereits erwähnte Staatsvertrag: neue Aktivitäten des öffentlich finanzierten Rundfunks müssen nach drei Kriterien auf den Prüfstand gestellt werden: braucht die Öffentlichkeit ein solches Angebot? Sind die Kosten verhältnismäßig? Und birgt das neue gebührenfinanzierte Internet-Angebot die Gefahr einer Marktverzerrung?
Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen durften im Sommer letzten Jahres in einer relativ knapp bemessenen Frist zu den Plänen der Sender Stellung nehmen, und seitdem knabbern sich die Rundfunkräte durch das schwer durchdringbare Interessengeflecht der Antworten. Denn die eingereichten Stellungnahmen könnten gegensätzlicher kaum sein: möglichst das komplette Programm zeitlich unbegrenzt ins Netz zu stellen, fordern Verbraucherzentralen, Gewerkschaften und Organisationen wie der "Deutsche Musikrat", klare Grenzen fordern unter anderem Verleger und private Anbieter im Netz. Und solche Grenzen forderte im Übrigen auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann, als er Ende März auf dem Berliner "Mediengipfel" mit der RBB-Intendantin Dagmar Reim sprach. Die Politik, so Neumann, müsse zu schrankenlosen Begehrlichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks "auch einmal ´nein´ sagen". Und er plädierte für ein unabhängiges Prüfverfahren.
Das ist bemerkenswert, denn in den Rundfunkräten sitzen ja zu einem nicht geringen Teil Vertreter, die den unterschiedlichen politischen Lagern dieses Landes zuzurechnen sind. Die meisten von ihnen sind durch ihre vielfältigen Ämter und Funktionen allerdings stark in Anspruch genommen und haben deshalb weder die nötige Zeit noch das Fachwissen, um die komplizierten Binnenstrukturen des Medienbetriebs im Detail zu durchdringen. Den Gremienvertretern selbst dämmerte das zwar etwas spät, aber zum Glück noch rechtzeitig: nachdem sie im ersten Durchlauf der Beratungen so manche Merkwürdigkeit unbeanstandet ließen, haben im März sowohl die Gremienvorsitzenden-Konferenz der ARD als auch der ZDF-Fernsehrat in Presse-Erklärungen doch noch zusätzlichen Klärungsbedarf angemeldet. Möglicherweise hat eine von der FAZ losgetretene Berichterstattung über den allzu sorglosen Umgang der Rundfunkräte mit den Telemedien-Konzepten den Blick geschärft - dort wurde aus internen Protokollen zitiert, wie sehr im Interesse eines reibungslosen Ablaufs befürchtete Umsatzeinbrüche privater Anbieter marginalisiert und Forderungen nach einem transparenteren Ablauf des Verfahrens beiseite gewischt wurden.
Aus Sicht der Film- und Fernsehbranche drängte die Zuspitzung auf die Belange der Printmedien den eigentlichen Skandal der öffentlich-rechtlichen Telemedienkonzepte in den Hintergrund, obwohl auch er in dem FAZ-Artikel Erwähnung fand: "Der Posten Rechtekosten", so war einem Sitzungsprotokoll des BR-Rundfunkrats zu entnehmen, "betrage null Euro, da die Online-Rechte regelmäßig im Rahmen von Paketverhandlungen erworben würden und nicht separat bewertet werden könnten. Ein eigener Marktwert sei für diese Rechte nicht gegeben." Und etwas weiter, als Beratungsergebnis, folgt der Vermerk: "Der BR-Rundfunkrat findet die Kostendarstellung plausibel. Er akzeptiert die Angabe "Rechtekosten = 0 Euro" Ganz ähnlich liest sich das in einem Beratungsprotokoll des Westdeutschen Rundfunks zum Telemedienangebot "sportschau.de", wo gerade einmal 2000 Euro im Jahr für Rechte-Kosten kalkuliert wurden: "Nachfragen zu der auffallend geringen Höhe der Rechtekosten ergaben, dass damit keine originären Rechte erfasst werden, da diese mit den vertraglichen Vereinbarungen für die lineare Fernsehnutzung abgedeckt sind. ("Beipack"). Der in Rede stehende Betrag resultiert aus dem tarifvertraglich ausgehandelten Honorarzuschlag von 4,5 % für online-Beiträge."
Damit bewahrheitet sich auf drastische Weise, was wir bereits in der Debatte um den 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag immer wieder gesagt und geschrieben haben: offenbar war von Anfang an nicht daran gedacht, Urhebern, Produzenten und anderen die Internet-Nutzung ihrer Werke anständig zu vergüten. Dass in Fällen, in denen Autoren als freie Mitarbeiter direkt für einen Sender arbeiten, der oben erwähnte Tarif-Aufschlag greift, war zwar nicht zu vermeiden. Aber für den gesamten Bereich nicht tarifgebundener Urheber und erst recht für freie Produktionsfirmen und ihre Mitarbeiter gilt diese Vereinbarung nicht. Und daran soll sich aus Sicht der Sender tunlichst auch nichts ändern. Deshalb wird das Ansinnen der AG Dokumentarfilm, mit der ARD über genau diese Fragen zu verhandeln, seit anderthalb Jahren systematisch verschleppt. Denn wenn die Sender diese Rechte ordnungsgemäß erwerben müßten, geriete das gesamte Finanzierungskonzept ihrer Telemedien-Angebote ins Wanken.
Zumal es so einfach ist, sich diese Rechte kostenlos zu sichern. Wie das geht? Na, man lässt sie sich in den Produktions-Verträgen gleich mit überschreiben. "Paketverhandlungen" oder "Beipack" heißt das dann. Und wenn jemand fragen sollte, wo denn für die Abtretung dieser zusätzlichen Rechte die zusätzliche Vergütung bleibt, hat man die passende Antwort schon parat: "Ein eigener Marktwert ist für diese Rechte nicht gegeben." Basta.
Die Internet-Rechte sind nichts wert? Wo gibt´s denn sowas? Bei den Tonträgerherstellern, mit denen die Sender längst eigene Verträge zur Internetnutzung von Musiktiteln geschlossen haben, jedenfalls nicht. Bei den amerikanischen Major-Companies auch nicht, sonst wären angekaufte Spielfilme nicht schon durch das Gesetz ausdrücklich von der Verbreitung auf öffentlich-rechtlichen Online-Plattformen ausgeschlossen. Und auch die Inhaber von Sportrechten sind da offenbar anderer Ansicht, sonst wäre der Abruf von Fußballspielen ja nicht auf 24 Stunden begrenzt worden. Nur die Internet-Nutzung frei produzierter Inhalte und der damit verbundenen kreativen Leistungen soll keinen eigenen Marktwert haben und deshalb kostenlos sein? Dass Fernseh-Verantwortliche sich trauen, ihren Aufsichtsgremien solche Ammenmärchen aufzutischen, ist ja schon schlimm genug. Aber wenn die Gremien solche Erklärungen kritiklos akzeptieren, ist das ein starkes Stück.
Alarmiert durch derart schlechte Nachrichten, hat sich die Mehrheit der in der Sektion Film/Audiovisuelle Medien des Deutschen Kulturrats zusammengeschlossenen Verbände zu einem außergewöhnlichen Schritt entschlossen. Ungeachtet der bereits verstrichenen Einspruchsfristen hat sie noch einmal an die zuständigen Gremienvorsitzenden im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geschrieben und beklagt, “dass die Finanzierungsmodelle aller beantragten Internet-Projekte in einem wesentlichen Punkt unvollständig sind: die Kosten zur Abgeltung der Verwertungsrechte von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten wurden nach unserer Kenntnis nur äußerst lückenhaft erfasst.“ Statt dessen „Statt dessen versuchen die Sender seit geraumer Zeit,, sich durch erweiterte buy-out-Regelungen durchzusetzen. Der Urheber bzw. Produzent muss die erforderlichen Rechte ohne zusätzliche Vergütung abtreten. vergütungsfrei in den Besitz dieser Rechte zu bringen. DadurchMit dieser erzwungenen Rechteabtretung sinken zugleich die Möglichkeiten der für die Urheber bzw. Produzenten, durch die Nutzung dieser Rechte eigene auf andere Weise Einnahmen zu erzielen.“ Und weiter heißt es in dem Schreiben: „nicht einseitWer Werke umfangreicher nutzen will, muss dafür auch mehr bezahlen. Vor allem dann, , wenn er nicht voll für die Kosten aufkommt bzw. sogar seinen Anteil an der Finanzierung reduziert. Alles andere käme einer teilweisen Enteignung der Kreativen und der Inhaber von Leistungsschutzrechten gleich.“ Unterzeichnet wurde der Brief von der AG Dokumentarfilm e. V. / AG DOK, dem Bundesverband der Fernseh- und Filmregisseure in Deutschland e. V. / BVR, dem Verband deutscher Drehbuchautoren / VDD, dem Bundesverband der bildgestaltenden Kameramänner und –Frauen in Deutschland e.V. / bvk, dem Verband der HörspielRegisseure e.V. / VdHR, dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler / BFFS, der Organisation „Die Filmschaffenden – Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände e.V.“ sowie von der Arbeitsgemeinschaft Kino - Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. / AG Kino und dem Bundesverband Kommunale Filmarbeit e. V.
Ausdrücklich abgelehnt wurde das Schreiben – und das ist eine besondere Pikanterie am Rande - vom Vertreter der ARD in trauter Einigkeit mit der Gewerkschaft ver.di, die man ja eigentlich an der Seite der betroffenen Urheber vermutet hätte. Noch seltsamer als dieser ohnehin schon erstaunliche Schulterschluß zur Verhinderung eines ganz sachlich gehaltenen Schreibens wirken die Argumente, mit denen ARD und ver.di ihren Widerspruch begründen: zum einen sei es für den Brief sowieso zu spät, zum zweiten dürfe man sich nicht in die inneren Angelegenheiten einer Mitgliedsorganisation –nämlich der ARD- einmischen, zum dritten sei die Entrechtung der Urheber und Produzenten eine Tariffrage, die den Kulturrat überhaupt nichts angehe und im Übrigen sei die Behauptung, es gebe kein Geld zur Rechte-Abgeltung, sowieso falsch.
Die Rundfunkräte sehen das inzwischen erfreulicher Weise anders. Gerade innerhalb der ARD ist man auf das Problem aufmerksam geworden und offensichtlich nicht mehr bereit, sich mit den seitherigen Erklärungen abzufinden. Den Brief der betroffenen Verbände haben die Rundfunkräte deshalb trotz der abgelaufenen Einspruchsfristen „gerne zur Kenntnis“ genommen. Mehr noch: die Konferenz der Rundfunk- und Verwaltungsratsvorsitzenden habe sich in ihrer Sitzung am 22./23. 3. 2010 noch einmal intensiv mit der Plausibilität des in den Telemedienkonzepten veranschlagten finanziellen Aufwands befasst, bestätigt Dr. Harald Augter, Vorsitzender der ARD-Gremienvorsitzenden-Konferenz (GVK) in seinem Antwortschreiben an die Kulturrats-Sektion. Und: „Die Gremienvorsitzenden sehen insbesondere hinsichtlich der Rechte- und Urheberkosten weiteren Erläuterungsbedarf. Die GVK hat bereits eine entsprechende Nachfrage an den ARD-Vorsitzenden gerichtet.“
Vielleicht bewegt sich dadurch ja wirklich etwas zu Gunsten der betroffenen Urheber und Leistungsschutzberechtigten. Auch, wenn die Gewerkschaft dagegen ist.
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(c) 2010 DOKfest München
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(03.05.10) Das Internationale Dokumentarfilmfestival München feiert Jubiläum. Vom 5. -12. Mai werden zum 25. Mal künstlerisch herausragende und gesellschaftlich relevante Filme aus dem In- und Ausland in München präsentiert. 72 Filme aus 32 Ländern, 10 Reihen und jede Menge Events, Rahmenprogramm und Partys. Zahlreiche Mitglieder der AG DOK sind mit ihren aktuellen Produktionen auf dem DOK.fest vertreten, u.a. Daniela Agostini, Christoph Boekel, Robert Cibis,...
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DOK.fest München
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(c) 2010 DOKfest München
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(03.05.10) Das Internationale Dokumentarfilmfestival München feiert Jubiläum. Vom 5. -12. Mai werden zum 25. Mal künstlerisch herausragende und gesellschaftlich relevante Filme aus dem In- und Ausland in München präsentiert. 72 Filme aus 32 Ländern, 10 Reihen und jede Menge Events, Rahmenprogramm und Partys. Zahlreiche Mitglieder der AG DOK sind mit ihren aktuellen Produktionen auf dem DOK.fest vertreten, u.a. Daniela Agostini, Christoph Boekel, Robert Cibis, Lilian Franck, Susanne Petz, Jens Schanze und Jan Tenhaven. DOK.retro zeigt Filme von Volker Koepp und eine Sondervorführung gedenkt des verstorbenen Münchner Produzenten und Filmemachers Christian Bauer. Ausserdem veranstaltet die AG DOK eine Lounge im Festivalzentrum. Geöffnet ist täglich von 11 bis 20 Uhr; vom 6. - 9.5. findet jeden Abend von 19 bis 20 Uhr ein Get Together mit Impulstalk und Freigetränken statt: „Meet the Professionals!“.
Daniel Sponsel (künstlerischer Leiter), Christian Pfeil (Geschäftsführer) und das DOK.fest Team freuen sich, auch die Kollegen der AG.DOK in München zu begrüssen zu dürfen.
Daniel Sponsel (künstlerischer Leiter), Christian Pfeil (Geschäftsführer) und das DOK.fest Team freuen sich, auch die Kollegen der AG.DOK in München zu begrüssen zu dürfen.
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(c) 2010 ag dok
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(16.02.10) Das unabhängige Filmschaffen und die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm als mitgliederstärkster Berufsverband der Filmbranche stößt bei den politisch Verantwortlichen des Landes auf Sympathie. Das demonstrierte Kulturstaatsminister Bernd Neumann jetzt als politischer Gastredner in der Mitgliederversammlung der AG DOK. Neumann sprach über film- und medienpolitische Perspektiven zu Beginn des Jahres 2010 und kam dabei natürlich auch auf die aktuelle Debatte um das Filmförderungsgesetz...
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Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei der AG DOK
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(c) 2010 ag dok
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(16.02.10) Das unabhängige Filmschaffen und die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm als mitgliederstärkster Berufsverband der Filmbranche stößt bei den politisch Verantwortlichen des Landes auf Sympathie. Das demonstrierte Kulturstaatsminister Bernd Neumann jetzt als politischer Gastredner in der Mitgliederversammlung der AG DOK. Neumann sprach über film- und medienpolitische Perspektiven zu Beginn des Jahres 2010 und kam dabei natürlich auch auf die aktuelle Debatte um das Filmförderungsgesetz zu sprechen.
Äußerungen von Herbert Kloiber konterte der Staatsminister mit der Bemerkung, daß Kloiber "sich selbst zur Mickymaus macht“. Der Münchner Medienunternehmer besitzt die Tele München Gruppe, den Sender Tele 5, ist Hauptanteilseigner an der Kinokette CinemaxX und damit einer der Gegner der derzeitigen im FFG festgelegten Abgabenregelung für Sender und Kinobetreiber. Obwohl Kloibers Produktions- und Verleihfirmen gerne Filmfördermittel der FFA beanspruchen, verweigern dessen Fernsehunternehmen schon lange und beharrlich die Zahlungen an die FFA.
Der Minister konstatierte, dass die Besucher- und Umsatzzahlen in den Kinos gut sind, besser als im Jahr davor und dass der Marktanteil deutscher Filme steigt, insofern möge die Filmwirtschaft „doch nicht den Ast absägen, auf dem sie selber sitzt“. Neumann kämpft für den Erhalt der FFA als einzige Säule der Filmförderung, die auf Zahlungen der Filmwirtschaft selbst basiert, denn hochwertige Kinofilme können in Deutschland nicht ohne Förderung entstehen, und auf diese können auch die Kinobetreiber nicht verzichten: „Kultur kostet Geld und Kultur ohne Förderung geht nicht“ so das knappe Fazit des Ministers; „die Förderung von Kinos, Kinofilmen und auch Dokumentarfilmen als besonderes kulturpolitisches Gut muss weitergehen."
Die Verweigerungshaltung großer Kinoketten hat für Neumann nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kulturpolitische Dimension. Unabhängigen Spielstätten wie Programmkinos und kommunalen Kinos falle in der kulturellen Bildung –und damit in einem wichtigen Aufgabenschwerpunkt des BKM- eine bedeutende Vermittlerrolle zu. „Das Kino in der Fläche muß erhalten bleiben“ - um kleinere Kinos in dem von den großen Ketten angeheizten Verdrängungswettbewerb zu unterstützen fördert seine Behörde die Digitalisierung von unabhängigen Kinos. "Und das lassen wir uns nicht kaputtmachen", erklärte Neumann betont kämpferisch. In Anspielung auf die australische UCI-Gruppe, die jede Abgabenzahlung an das deutsche Fördersystem verweigert, sprach er von "ferngesteuerten Interessen".
Ein weiterer Schwerpunkt auf der Agenda des Ministers ist das Urheberrecht: „Der Schutz des geistigen Eigentums ist die derzeit grösste kulturpolitische Herausforderung“. Bernd Neumann fordert die Bestrafung von Internetpiraterie; weil sie Urhebern und Produzenten die Existenzgrundlage entzieht. Stattdessen plädiert er für Kooperationsmodelle zwischen Nutzern und Urhebern. Im Verhältnis zwischen Produzenten und Fernsehsendern wünscht er den versammelten Produzenten und Filmemachern, dass es der AG DOK gelingt mit ARD und ZDF bald Vereinbarungen über faire Vertragsbedingungen zu erzielen, denn „ihr Anliegen ist berechtigt“, die derzeitige Situation grenze an „Ausbeutung“. Neumann erinnerte an die im Rundfunkstaatsvertrag geforderte Selbstverpflichtung der Sender und positionierte sich damit als Unterstützer der Forderung nach angemessener Vergütung und ausgewogener Aufteilung der Rechte an den Produktionen zwischen Sender und Produzenten.
Äußerungen von Herbert Kloiber konterte der Staatsminister mit der Bemerkung, daß Kloiber "sich selbst zur Mickymaus macht“. Der Münchner Medienunternehmer besitzt die Tele München Gruppe, den Sender Tele 5, ist Hauptanteilseigner an der Kinokette CinemaxX und damit einer der Gegner der derzeitigen im FFG festgelegten Abgabenregelung für Sender und Kinobetreiber. Obwohl Kloibers Produktions- und Verleihfirmen gerne Filmfördermittel der FFA beanspruchen, verweigern dessen Fernsehunternehmen schon lange und beharrlich die Zahlungen an die FFA.
Der Minister konstatierte, dass die Besucher- und Umsatzzahlen in den Kinos gut sind, besser als im Jahr davor und dass der Marktanteil deutscher Filme steigt, insofern möge die Filmwirtschaft „doch nicht den Ast absägen, auf dem sie selber sitzt“. Neumann kämpft für den Erhalt der FFA als einzige Säule der Filmförderung, die auf Zahlungen der Filmwirtschaft selbst basiert, denn hochwertige Kinofilme können in Deutschland nicht ohne Förderung entstehen, und auf diese können auch die Kinobetreiber nicht verzichten: „Kultur kostet Geld und Kultur ohne Förderung geht nicht“ so das knappe Fazit des Ministers; „die Förderung von Kinos, Kinofilmen und auch Dokumentarfilmen als besonderes kulturpolitisches Gut muss weitergehen."
Die Verweigerungshaltung großer Kinoketten hat für Neumann nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kulturpolitische Dimension. Unabhängigen Spielstätten wie Programmkinos und kommunalen Kinos falle in der kulturellen Bildung –und damit in einem wichtigen Aufgabenschwerpunkt des BKM- eine bedeutende Vermittlerrolle zu. „Das Kino in der Fläche muß erhalten bleiben“ - um kleinere Kinos in dem von den großen Ketten angeheizten Verdrängungswettbewerb zu unterstützen fördert seine Behörde die Digitalisierung von unabhängigen Kinos. "Und das lassen wir uns nicht kaputtmachen", erklärte Neumann betont kämpferisch. In Anspielung auf die australische UCI-Gruppe, die jede Abgabenzahlung an das deutsche Fördersystem verweigert, sprach er von "ferngesteuerten Interessen".
Ein weiterer Schwerpunkt auf der Agenda des Ministers ist das Urheberrecht: „Der Schutz des geistigen Eigentums ist die derzeit grösste kulturpolitische Herausforderung“. Bernd Neumann fordert die Bestrafung von Internetpiraterie; weil sie Urhebern und Produzenten die Existenzgrundlage entzieht. Stattdessen plädiert er für Kooperationsmodelle zwischen Nutzern und Urhebern. Im Verhältnis zwischen Produzenten und Fernsehsendern wünscht er den versammelten Produzenten und Filmemachern, dass es der AG DOK gelingt mit ARD und ZDF bald Vereinbarungen über faire Vertragsbedingungen zu erzielen, denn „ihr Anliegen ist berechtigt“, die derzeitige Situation grenze an „Ausbeutung“. Neumann erinnerte an die im Rundfunkstaatsvertrag geforderte Selbstverpflichtung der Sender und positionierte sich damit als Unterstützer der Forderung nach angemessener Vergütung und ausgewogener Aufteilung der Rechte an den Produktionen zwischen Sender und Produzenten.
Kosten für Verwertungsrechte von Produzenten nur lückenhaft erfasst
(29.03.10) aus epd-medien : Die Sektion Film/Audiovisuelle Medien des Deutschen Kulturrats hat kritisiert, dass die Finanzierungsmodelle der Telemedienkonzepte von ARD und ZDF unvollständig seien. Die Kosten für die Abgeltung der Verwertungsrechte von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten seien nur lückenhaft erfasst worden, schreiben die Film- und Fernsehschaffenden in einem Brief vom 16. März an die Gremienvorsitzenden der öffentlich-rechtlichen...
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Kulturrat kritisiert ARD/ZDF-Telemedienkonzepte
Kosten für Verwertungsrechte von Produzenten nur lückenhaft erfasst
(29.03.10) aus epd-medien : Die Sektion Film/Audiovisuelle Medien des Deutschen Kulturrats hat kritisiert, dass die Finanzierungsmodelle der Telemedienkonzepte von ARD und ZDF unvollständig seien. Die Kosten für die Abgeltung der Verwertungsrechte von Urhebern und Leistungsschutzberechtigten seien nur lückenhaft erfasst worden, schreiben die Film- und Fernsehschaffenden in einem Brief vom 16. März an die Gremienvorsitzenden der öffentlich-rechtlichen Sender.
In den Telemedienkonzepten von ARD und ZDF werde nur von einer geringfügigen Kostensteigerung für die finanziellen Aufwendungen ausgegangen, heißt es in dem Brief, der dem epd vorliegt. Geplant sei jedoch, die Werke von Urhebern und Produzenten durch die Internet-Auswertung viel umfangreicher zu nutzen als bisher. In der Mitberatungsvorlage des BR-Rundfunkrats zu zum Angebot „Das Erste.de“ heißt es, die Rechtekosten betrügen „0 Euro“, da diese im Rahmen von Paketverhandlungen erworben würden. Die Sender versuchten, die Urheber und Produzenten durch erweiterte Buyout- Regelungen zu zwingen, die Rechte ohne zusätzliche Vergütungen abzutreten, schreiben die Film- und Fernsehschaffenden.
Zugleich würden viele Sender einen großen Teil der von ihnen in Auftrag gegebenen Produktionen nicht mehr voll finanzieren. Angesichts der umfangreichen Verwertung im Internet - insbesondere in den Mediatheken - hätten die Urheber jedoch immer weniger Möglichkeiten, die Rechte anderweitig zu nutzen und so die Produktionen zu finanzieren.
In dem Brief werden die Rundfunkräte aufgefordert, die Telemedienkonzepte im Drei-Stufen-Test auch auf diese Fragen zu prüfen. In der Sektion Film/Audiovisuelle Medien im Deutschen Kulturrat sind neben der AG Dokumentarfilm acht weitere Interessenvertretungen von Regisseuren, Schauspielern, Drehbuchautoren und Filmschaffenden vertreten.
(dir)
aus: epd medien Nr. 21 vom 20.03.2010 · S. 13
In den Telemedienkonzepten von ARD und ZDF werde nur von einer geringfügigen Kostensteigerung für die finanziellen Aufwendungen ausgegangen, heißt es in dem Brief, der dem epd vorliegt. Geplant sei jedoch, die Werke von Urhebern und Produzenten durch die Internet-Auswertung viel umfangreicher zu nutzen als bisher. In der Mitberatungsvorlage des BR-Rundfunkrats zu zum Angebot „Das Erste.de“ heißt es, die Rechtekosten betrügen „0 Euro“, da diese im Rahmen von Paketverhandlungen erworben würden. Die Sender versuchten, die Urheber und Produzenten durch erweiterte Buyout- Regelungen zu zwingen, die Rechte ohne zusätzliche Vergütungen abzutreten, schreiben die Film- und Fernsehschaffenden.
Zugleich würden viele Sender einen großen Teil der von ihnen in Auftrag gegebenen Produktionen nicht mehr voll finanzieren. Angesichts der umfangreichen Verwertung im Internet - insbesondere in den Mediatheken - hätten die Urheber jedoch immer weniger Möglichkeiten, die Rechte anderweitig zu nutzen und so die Produktionen zu finanzieren.
In dem Brief werden die Rundfunkräte aufgefordert, die Telemedienkonzepte im Drei-Stufen-Test auch auf diese Fragen zu prüfen. In der Sektion Film/Audiovisuelle Medien im Deutschen Kulturrat sind neben der AG Dokumentarfilm acht weitere Interessenvertretungen von Regisseuren, Schauspielern, Drehbuchautoren und Filmschaffenden vertreten.
(dir)
aus: epd medien Nr. 21 vom 20.03.2010 · S. 13
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(c) 2010 Margarete Fuchs
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(16.02.10) Auf der außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm am 15.02.2010 wurden der erste Vorstandsvorsitzende Thomas Frickel und sein Stellvertreter Gunter Hanfgarn einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Als Beisitzer im Vorstand fungieren weiterhin Simone Baumann, Susanne Petz, Cay Wesnigk, Martin Hagemann und Herbert Schwering; neu gewählt wurde der Münchner Produzent Björn Jensen und der Berliner Filmemacher Dirk Szuszies.
Thomas Frickel...
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Vorstand der AG DOK bestätigt
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(c) 2010 Margarete Fuchs
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(16.02.10) Auf der außerordentlich gut besuchten Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm am 15.02.2010 wurden der erste Vorstandsvorsitzende Thomas Frickel und sein Stellvertreter Gunter Hanfgarn einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Als Beisitzer im Vorstand fungieren weiterhin Simone Baumann, Susanne Petz, Cay Wesnigk, Martin Hagemann und Herbert Schwering; neu gewählt wurde der Münchner Produzent Björn Jensen und der Berliner Filmemacher Dirk Szuszies.
Thomas Frickel dankte Gerlinde Böhm und Christian Beetz, die sich nicht zur Wiederwahl stellten, für ihre verdienstreiche Arbeit im Vorstand.
In seinem Rechenschaftsbericht hatte der Vorstand zuvor die breite Palette film- und medienpolitischer Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren lassen. Die professionelle Arbeit der AG DOK zahlte sich auch 2009 wieder in gestiegenen Mitgliederzahlen aus: der Verband hat im abgelaufenen Jahr 65 neue Mitglieder aufgenommen und vertritt jetzt mehr als 870 Autoren, Regisseure, Produzenten und andere Filmschaffende.
Thomas Frickel dankte Gerlinde Böhm und Christian Beetz, die sich nicht zur Wiederwahl stellten, für ihre verdienstreiche Arbeit im Vorstand.
In seinem Rechenschaftsbericht hatte der Vorstand zuvor die breite Palette film- und medienpolitischer Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren lassen. Die professionelle Arbeit der AG DOK zahlte sich auch 2009 wieder in gestiegenen Mitgliederzahlen aus: der Verband hat im abgelaufenen Jahr 65 neue Mitglieder aufgenommen und vertritt jetzt mehr als 870 Autoren, Regisseure, Produzenten und andere Filmschaffende.
(11.02.10) Im Panorama laufen David wants to fly produziert von Lichtblick Film, Rock Hudson - Schöner fremder Mann produziert von Florianfilm, Wiegenlieder in der Regie von Johann Feindt (auch Kamera, Regie zs. mit Tamara Trampe), Friedensschlag – Das Jahr der Entscheidung in der Regie von Gerardo Milsztein (auch Kamera),...
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Filme von AG DOK Mitgliedern auf der Berlinale
(11.02.10) Im Panorama laufen David wants to fly produziert von Lichtblick Film, Rock Hudson - Schöner fremder Mann produziert von Florianfilm, Wiegenlieder in der Regie von Johann Feindt (auch Kamera, Regie zs. mit Tamara Trampe), Friedensschlag – Das Jahr der Entscheidung in der Regie von Gerardo Milsztein (auch Kamera), produziert von Boomtown Media International. Das Forum zeigt Der Tag des Spatzen produziert von Kroeger & Scheffner, Berlin und Blinker Filmproduktion, Köln sowieSchnupfen im Kopf in der Regie von Gamma Bak und Sunny Land von Marietta Kesting (zs. mit Aljoscha Weskott). "Lebendkontrolle" von Florian Schewe wird in der Perspektive Deutsches Kino uraufgeführt. In der Reihe Berlinale-Special laufen Spur der Bären - 60 Jahre Berlinale produziert von zero fiction film, fotografiert von Johann Feindt und Kinshasa Symphony von Martin Baer (zs. mit Claus Wischmann). German Cinema zeigt Pianomania von Robert Cibis und Lilian Franck. In der Reihe Generation 14plus ist Neukölln Unlimited zu sehen, Produzent, Kamera + Regie Dietmar Ratsch (Regie zs. mit A. Imondi).
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(03.02.10) Die AG DOK gratuliert ihren Mitgliedern Heino Deckert / ma.ja.de für die Nominierung der Koproduktion „Mauerhase“ in der Kategorie Bester kurzer Dokumentarfilm und Jens Meurer / Egoli Tossell für die Nominierung der Koproduktion „Ein russischer Sommer“ in den Kategorien Beste männliche Nebenrolle (Christopher Plummer) und Beste weibliche Hauptrolle (Helen Mirren). Die Nominierungen
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Oscarnominierung für AG DOK Mitglieder
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(03.02.10) Die AG DOK gratuliert ihren Mitgliedern Heino Deckert / ma.ja.de für die Nominierung der Koproduktion „Mauerhase“ in der Kategorie Bester kurzer Dokumentarfilm und Jens Meurer / Egoli Tossell für die Nominierung der Koproduktion „Ein russischer Sommer“ in den Kategorien Beste männliche Nebenrolle (Christopher Plummer) und Beste weibliche Hauptrolle (Helen Mirren). Die Nominierungen werden jährlich von von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) für die besten Filme des Vorjahres verliehen; aufgrund der Zulassungsprozedur sind die Nominierungen bis auf wenige Ausnahmen auf US-Produktionen beschränkt.
Die 82. Oscarverleihung für das Filmjahr 2009 findet am 7. März 2010 statt. Wir drücken die Daumen!
Die 82. Oscarverleihung für das Filmjahr 2009 findet am 7. März 2010 statt. Wir drücken die Daumen!
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(c) arte
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(11.12.09) Ab Januar 2010 stellt ARTE sein Programmschema um. Über ein Splitting des Sendesignals passt sich das ARTE-Programm deutschen Sehgewohnheiten an und beginnt seine Primetime um 20.15 Uhr. Das neue Schema plus Sendeplatzbeschreibungen steht AG DOK-Mitgliedern als download im internen Bereich dieser website zur Verfügung: unter dem AG DOK Logo in der Ecke oben links auf MITGLIEDERBEREICH klicken, Benutzername und Passwort in die jeweiligen Felder eintragen. Es öffnet sich der interne Bereich...
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Programmschema ARTE 2010
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(c) arte
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(11.12.09) Ab Januar 2010 stellt ARTE sein Programmschema um. Über ein Splitting des Sendesignals passt sich das ARTE-Programm deutschen Sehgewohnheiten an und beginnt seine Primetime um 20.15 Uhr. Das neue Schema plus Sendeplatzbeschreibungen steht AG DOK-Mitgliedern als download im internen Bereich dieser website zur Verfügung: unter dem AG DOK Logo in der Ecke oben links auf MITGLIEDERBEREICH klicken, Benutzername und Passwort in die jeweiligen Felder eintragen. Es öffnet sich der interne Bereich mit den internen News. Dort in der linken Spalte auf DOWNLOADS und weiter auf DOKUMENTE ZUM DOWNLOADEN klicken.
Michael Hanfeld kritisiert in der FAZ die ARTE Programmreform. Er sieht den Sender auf einem "Popularisierungs-, um nicht zu sagen Vulgarisierungstrip" und zitiert die AG DOK: lesen
Schon im Frühjahr 2009 hat die AG DOK in einem Schreiben an ARTE-Präsident Dr. Gottfried Langenstein, Vizepräsident Jérome Clement und Programmdirektor Dr. Christoph Hauser aktuelle Tendenzen in der ARTE-Programmplanung kritisiert, die sich jetzt im neuen Programmschema 2010 niederschlagen: explizit benannt wurde der erkennbare Trend zum Ankauf konfektionierter Serien bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Neuproduktion anspruchsvoller Kulturprogramme.
Der Brief im Wortlaut:
An den Präsidenten
des Europäischen Kulturkanals ARTE
Herrn Dr. Gottfried Langenstein
Postfach 40 40
55100 Mainz
Frankfurt, 27. März 2009
Betr.: Aktuelle Tendenzen der ARTE- Programmplanung
Sehr geehrter Herr Dr. Langenstein,
mit Sorge beobachten die in unserem Verband zusammengeschlossenen Film- und Fernsehproduzenten die Tendenz der deutschen ARTE-Programmplanung, konfektionierte Kaufproduktionen an die Stelle eigener redaktioneller Entscheidungen und zu setzen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sowohl die Sendeflächen als auch die finanziellen Spielräume für die engagierte Neuproduktion von Original-Beiträgen massiv beschnitten werden.
Wir halten diese Entwicklung in mehrfacher Hinsicht für gefährlich.
Zum einen, weil sie die Einzigartigkeit des ARTE-Profils bedroht. Ziffer 2.1 des Arte-Staatsvertrags verlangt ausdrücklich, „Fernsehsendungen zu konzipieren, zu gestalten und ... auszustrahlen, die in einem umfassenden Sinne kulturellen und internationalen Charakter haben und geeignet sind, das Verständnis und die Annäherung der Völker in Europa zu fördern.“ Durch den Ankauf kompletter Serien gibt der Sender sein wichtigstes Pfund, nämlich genau diese Konzeptions- und Gestaltungshoheit, aus der Hand - und ob die inhaltlichen Visionen der ARTE-Gründer durch den vermehrten Einsatz amerikanischer Serienware oder anderer weltmarktgängiger Produkte (etwa aus dem Hause BBC) einzulösen sind, ist doch mehr als fraglich. Wenn auf „Arte“ irgendwann auch nur noch das gleiche läuft, was weltauf, weltab über alle Kanäle flimmert, wird das Programm des Europäischen Kulturkanals austauschbar und steht in letzter Konsequenz in der Gefahr, sich selbst überflüssig zu machen. Nicht ohne Grund wird in Ziffer 19.2 des Gründungs-vertrages „angestrebt, einen möglichst großen Anteil an Erstsendungen auszustrahlen“. Auch das ist mit dem aktuellen Trend der Programmplanung nur schwer vereinbar.
Zum anderen scheint uns problematisch, dass diese Strukturveränderung allzu offensichtlich von dem Bemühen getragen ist, nun auch noch das ARTE-Programm quotenträchtig auf Stromlinie zu bürsten. Kein Politiker und auch sonst kein vernünftiger Mensch hat unseres Wissens ARTE jemals ultimativ unter Erfolgszwang gestellt, und schon gar nicht die Anwendung des absurden Quotendenkens für einen Bereich verlangt, für den sich allein schon durch den Oberbegriff „Kultur“ die Messlatte der Verwertbarkeit eigentlich von selbst verbietet. Die jetzt offenbar angestrebte multiple Nutzung angekaufter Serien auf anderen Programmflächen von ARD und ZDF konterkariert ebenfalls die Gründungsidee von ARTE und dürfte im Bereich der Aufsichtsorgane vermutlich nicht auf ungeteilten Beifall stoßen.
Und zum dritten wissen Sie sehr genau, dass Sie damit der deutschen Produktionswirtschaft Auftragsvolumen in mehrstelliger Millionenhöhe entziehen und die Produktion vieler wichtiger und kulturell erfolgreicher Filme unmöglich machen. Das ist vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um die anhaltend schwierige Lage der deutschen Film- und Fernsehproduktion genau das falsche Signal. Eine Verminderung des Auftragsvolumens bei ARTE trifft die gesamte Breite unserer Produktionslandschaft und dabei insbesondere diejenigen, die sich bei minimalen Gewinnmargen aus Idealismus der Entwicklung und Produktion kultureller Filmprojekte verschrieben haben. Sollte sich der bereits jetzt ablesbare Trend Ihrer Programmpolitik bestätigen, wird das eine ganze Reihe unabhängiger Produktionsfirmen, aber auch zahlreiche einzelne Autoren, Regisseure und andere Filmschaffende in existenzielle Schwierigkeiten bringen.
Und das ganz ohne Not, denn finanzielle Gründe kann ARTE für eine solche programmliche Neuorientierung sicher nicht geltend machen. In der letzten Gebührenperiode sind die verfügbaren Mittel für das deutsche ARTE-Programm ausweislich des KEF-Berichts immerhin um zehn Millionen Euro unterschritten worden.
Wir würden uns, sehr geehrter Herr Langenstein, freuen, wenn Sie unsere doch sehr ernsten Bedenken zerstreuen und statt dessen das Festhalten an der seitherigen ARTE-Konzeption verkünden könnten. An einer Konzeption, deren Erfolg sich sicher nicht in Einschaltquoten, aber in einer beispiellosen kulturellen Erfolgsgeschichte, in herausragenden Film- und Fernsehproduktionen und in unschätzbaren Impulsen für den kulturellen und politischen Diskurs auch in unserem Land ausdrückt.
Sicher werden Sie verstehen, wenn wir diesen Brief auch der medienpolitisch interessierten Öffentlichkeit zur Kenntnis geben.
Mit freundlichen Grüßen
für den Vorstand der AG Dokumentarfilm
(Thomas Frickel)
Michael Hanfeld kritisiert in der FAZ die ARTE Programmreform. Er sieht den Sender auf einem "Popularisierungs-, um nicht zu sagen Vulgarisierungstrip" und zitiert die AG DOK: lesen
Schon im Frühjahr 2009 hat die AG DOK in einem Schreiben an ARTE-Präsident Dr. Gottfried Langenstein, Vizepräsident Jérome Clement und Programmdirektor Dr. Christoph Hauser aktuelle Tendenzen in der ARTE-Programmplanung kritisiert, die sich jetzt im neuen Programmschema 2010 niederschlagen: explizit benannt wurde der erkennbare Trend zum Ankauf konfektionierter Serien bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Neuproduktion anspruchsvoller Kulturprogramme.
Der Brief im Wortlaut:
An den Präsidenten
des Europäischen Kulturkanals ARTE
Herrn Dr. Gottfried Langenstein
Postfach 40 40
55100 Mainz
Frankfurt, 27. März 2009
Betr.: Aktuelle Tendenzen der ARTE- Programmplanung
Sehr geehrter Herr Dr. Langenstein,
mit Sorge beobachten die in unserem Verband zusammengeschlossenen Film- und Fernsehproduzenten die Tendenz der deutschen ARTE-Programmplanung, konfektionierte Kaufproduktionen an die Stelle eigener redaktioneller Entscheidungen und zu setzen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sowohl die Sendeflächen als auch die finanziellen Spielräume für die engagierte Neuproduktion von Original-Beiträgen massiv beschnitten werden.
Wir halten diese Entwicklung in mehrfacher Hinsicht für gefährlich.
Zum einen, weil sie die Einzigartigkeit des ARTE-Profils bedroht. Ziffer 2.1 des Arte-Staatsvertrags verlangt ausdrücklich, „Fernsehsendungen zu konzipieren, zu gestalten und ... auszustrahlen, die in einem umfassenden Sinne kulturellen und internationalen Charakter haben und geeignet sind, das Verständnis und die Annäherung der Völker in Europa zu fördern.“ Durch den Ankauf kompletter Serien gibt der Sender sein wichtigstes Pfund, nämlich genau diese Konzeptions- und Gestaltungshoheit, aus der Hand - und ob die inhaltlichen Visionen der ARTE-Gründer durch den vermehrten Einsatz amerikanischer Serienware oder anderer weltmarktgängiger Produkte (etwa aus dem Hause BBC) einzulösen sind, ist doch mehr als fraglich. Wenn auf „Arte“ irgendwann auch nur noch das gleiche läuft, was weltauf, weltab über alle Kanäle flimmert, wird das Programm des Europäischen Kulturkanals austauschbar und steht in letzter Konsequenz in der Gefahr, sich selbst überflüssig zu machen. Nicht ohne Grund wird in Ziffer 19.2 des Gründungs-vertrages „angestrebt, einen möglichst großen Anteil an Erstsendungen auszustrahlen“. Auch das ist mit dem aktuellen Trend der Programmplanung nur schwer vereinbar.
Zum anderen scheint uns problematisch, dass diese Strukturveränderung allzu offensichtlich von dem Bemühen getragen ist, nun auch noch das ARTE-Programm quotenträchtig auf Stromlinie zu bürsten. Kein Politiker und auch sonst kein vernünftiger Mensch hat unseres Wissens ARTE jemals ultimativ unter Erfolgszwang gestellt, und schon gar nicht die Anwendung des absurden Quotendenkens für einen Bereich verlangt, für den sich allein schon durch den Oberbegriff „Kultur“ die Messlatte der Verwertbarkeit eigentlich von selbst verbietet. Die jetzt offenbar angestrebte multiple Nutzung angekaufter Serien auf anderen Programmflächen von ARD und ZDF konterkariert ebenfalls die Gründungsidee von ARTE und dürfte im Bereich der Aufsichtsorgane vermutlich nicht auf ungeteilten Beifall stoßen.
Und zum dritten wissen Sie sehr genau, dass Sie damit der deutschen Produktionswirtschaft Auftragsvolumen in mehrstelliger Millionenhöhe entziehen und die Produktion vieler wichtiger und kulturell erfolgreicher Filme unmöglich machen. Das ist vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um die anhaltend schwierige Lage der deutschen Film- und Fernsehproduktion genau das falsche Signal. Eine Verminderung des Auftragsvolumens bei ARTE trifft die gesamte Breite unserer Produktionslandschaft und dabei insbesondere diejenigen, die sich bei minimalen Gewinnmargen aus Idealismus der Entwicklung und Produktion kultureller Filmprojekte verschrieben haben. Sollte sich der bereits jetzt ablesbare Trend Ihrer Programmpolitik bestätigen, wird das eine ganze Reihe unabhängiger Produktionsfirmen, aber auch zahlreiche einzelne Autoren, Regisseure und andere Filmschaffende in existenzielle Schwierigkeiten bringen.
Und das ganz ohne Not, denn finanzielle Gründe kann ARTE für eine solche programmliche Neuorientierung sicher nicht geltend machen. In der letzten Gebührenperiode sind die verfügbaren Mittel für das deutsche ARTE-Programm ausweislich des KEF-Berichts immerhin um zehn Millionen Euro unterschritten worden.
Wir würden uns, sehr geehrter Herr Langenstein, freuen, wenn Sie unsere doch sehr ernsten Bedenken zerstreuen und statt dessen das Festhalten an der seitherigen ARTE-Konzeption verkünden könnten. An einer Konzeption, deren Erfolg sich sicher nicht in Einschaltquoten, aber in einer beispiellosen kulturellen Erfolgsgeschichte, in herausragenden Film- und Fernsehproduktionen und in unschätzbaren Impulsen für den kulturellen und politischen Diskurs auch in unserem Land ausdrückt.
Sicher werden Sie verstehen, wenn wir diesen Brief auch der medienpolitisch interessierten Öffentlichkeit zur Kenntnis geben.
Mit freundlichen Grüßen
für den Vorstand der AG Dokumentarfilm
(Thomas Frickel)
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(28.12.09) Auch 2010 wird ein englischsprachiger Katalog Fernseheinkäufer und andere Interessenten auf aktuelle deutsche Dokumentarfilmproduktionen hinweisen. Der Katalog "german documentaries" erscheint im vierzehnten Jahr als Projekt der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) in Zusammenarbeit mit German Films Er wird bei internationalen Festivals, Märkten und Messen an Einkäufer, Redakteure, Festival-Scouts, Journalisten und Mulitiplikatoren ausgegeben.
Die...
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German Documentaries 2010: Neuer Katalog erscheint zur Berlinale
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(28.12.09) Auch 2010 wird ein englischsprachiger Katalog Fernseheinkäufer und andere Interessenten auf aktuelle deutsche Dokumentarfilmproduktionen hinweisen. Der Katalog "german documentaries" erscheint im vierzehnten Jahr als Projekt der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) in Zusammenarbeit mit German Films Er wird bei internationalen Festivals, Märkten und Messen an Einkäufer, Redakteure, Festival-Scouts, Journalisten und Mulitiplikatoren ausgegeben.
Die Eintragung in den Katalog erfolgt kostenlos. Voraussetzung für eine internationale Vermarktung ist allerdings die Verfügbarkeit von Auslandsrechten für die betreffenden Filme sowie das Vorhandensein englischer Sprachfassungen. Produzenten und Vertriebsfirmen, die ihre aktuellen Dokumentarfilme (ab Fertigstellungsjahr 2009) eintragen lassen wollen, können ihre Angaben bevorzugt per E-Mail bis Donnerstag, 14. Januar 2010 an folgende Adresse schicken:
AG Dokumentarfilm / Redaktion "german documentaries"-Katalog
c/o Ingrid Molnar
E-Mail: webmaster@agdok.de
Juliusstrasse 8a
22769 Hamburg
Tel.: 040 / 41 45 55 14
Fax: 040 / 41 45 55 13
Folgende Angaben sind erforderlich:
1.) Englischer Titel
2.) Name der Regisseurin/des Regisseurs
3.) Thema (für das Schlagwortregister)
4.) Kurze englische Inhaltsangabe (max. 800 Anschläge)
5.) Deutscher Titel
6.) Festivalteilnahmen/Preise
7.) Länge
8.) Format
9.) Erhältliche Sprachfassungen
10.) Rechteinhaber für den Vertrieb/Verkauf außerhalb Deutschlands
(bitte komplette Adresse angeben)
11.) Drei Fotos (jpg, pct, tiff)
Rückfragen bitte direkt an Ingrid Molnar, Tel: 040-41 45 55 14, webmaster@agdok.de.
Die Eintragung in den Katalog erfolgt kostenlos. Voraussetzung für eine internationale Vermarktung ist allerdings die Verfügbarkeit von Auslandsrechten für die betreffenden Filme sowie das Vorhandensein englischer Sprachfassungen. Produzenten und Vertriebsfirmen, die ihre aktuellen Dokumentarfilme (ab Fertigstellungsjahr 2009) eintragen lassen wollen, können ihre Angaben bevorzugt per E-Mail bis Donnerstag, 14. Januar 2010 an folgende Adresse schicken:
AG Dokumentarfilm / Redaktion "german documentaries"-Katalog
c/o Ingrid Molnar
E-Mail: webmaster@agdok.de
Juliusstrasse 8a
22769 Hamburg
Tel.: 040 / 41 45 55 14
Fax: 040 / 41 45 55 13
Folgende Angaben sind erforderlich:
1.) Englischer Titel
2.) Name der Regisseurin/des Regisseurs
3.) Thema (für das Schlagwortregister)
4.) Kurze englische Inhaltsangabe (max. 800 Anschläge)
5.) Deutscher Titel
6.) Festivalteilnahmen/Preise
7.) Länge
8.) Format
9.) Erhältliche Sprachfassungen
10.) Rechteinhaber für den Vertrieb/Verkauf außerhalb Deutschlands
(bitte komplette Adresse angeben)
11.) Drei Fotos (jpg, pct, tiff)
Rückfragen bitte direkt an Ingrid Molnar, Tel: 040-41 45 55 14, webmaster@agdok.de.
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(21.12.09) Das aus der AGDOK heraus gegründete und zur Berlinale 2008 mit 30 Filmen gestartete Projekt Onlinefilm.org vermeldet den 999.ten Film, der über den online-Marktplatz angeboten wird. Diese Plattform stellt jedem Nutzer die technische Grundlage für den Vertrieb als "Video On Demand - download to own" zur Verfügung und ermöglicht es den Filmemachern ihre Filme selbst verantwortlich einzustellen und zum selbst bestimmten Preis anzubieten. Das Onlinefilm-Portal...
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Onlinefilm.org meldet den 999.ten Film
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(21.12.09) Das aus der AGDOK heraus gegründete und zur Berlinale 2008 mit 30 Filmen gestartete Projekt Onlinefilm.org vermeldet den 999.ten Film, der über den online-Marktplatz angeboten wird. Diese Plattform stellt jedem Nutzer die technische Grundlage für den Vertrieb als "Video On Demand - download to own" zur Verfügung und ermöglicht es den Filmemachern ihre Filme selbst verantwortlich einzustellen und zum selbst bestimmten Preis anzubieten. Das Onlinefilm-Portal wurde von der ONLINEFILM AG zusammen mit der Stiftung Kulturserver.de g(emeinnützige) Gmbh ins Leben gerufen und bietet allen interessierten Filmemachern und Produzenten, Vertrieben, Förderern oder Festivals, aber auch anderen Kulturschaffenden, Theatern und Institutionen, die bewegte Bilder im Internet präsentieren möchten, seine Dienste an. Die Technologie, die die beiden Partner gemeinsam für Filme im Internet als Streaming oder Download entwickelt haben, bildet neben dem onlinefilm.org-Portal u.a. auch bereits die Basis der Internetauftritte der Berliner Bühnen, der European Film Awards und der Mediathek der AGDOK.
Da die Onlinefilm.org Technologie bereits in die Webseiten www.agdok.de und www.german-documentaries.de eingebunden wurde, ist es für alle deutschen Dokumentarfilmer möglich, das volle Leistungsspektrum dieser Technologie für die tägliche Arbeit zu nutzen - um Teaser/Trailer der eigenen Filme bereitzuhalten, fertige Filme oder Rohschnitte als Download via Bittorrent an Koproduzenten, Einkäufer, Festivals, Redakteure zu senden oder Filme direkt als "download to own" Interessierten weltweit zum Kauf anzubieten. Sind die Filme einmal eingestellt und dafür freigeschaltet, können sie dann -wie eine DVD, nur ohne Trägermedium- direkt vom Zuschauer erworben werden, der sie auf seinen Rechner herunterlädt und beliebig oft ansehen kann. Neben einer breitbandigen Internetverbindung und einem Standard Computer (Mac, PC Linux...) benötigt der Interessierte ein Paypal-Konto und eine Bittorrent-Software, die kostenfrei heruntergeladen werden kann und die den zuverlässigen download der in diesem Fall legal erworbenen Filmdatei regelt.
Die Erfahrung zeigt, dass auch online angebotene Filme vor allem dann erfolgreich verkauft werden, wenn sie beworben werden, zum Beispiel indem sie auf der eigenen und anderen thematisch verbundenen Seiten eingebettet (embedding) oder wenigstens verlinkt werden. Nur wer das virale Marketing richtig betreibt und dafür sorgt dass seine Filme an vielen Stellen im Netz auftauchen, dessen Filme werden auch gefunden und gekauft.
Um Filmemacher in die Lage zu versetzen das Marketing und den Verkauf ihrer Filme selbst in die Hand zu nehmen, stellt Onlinefilm.org zahlreiche Tutorials und entsprechende Werkzeuge bereit und hat im Büro in Berlin einen telefonischen Support eingerichtet, der zur Lösung dringender Fragen zur Verfügung steht (mail: office@onlinefilm.org, tel. 030 - 22 66 77 48).
In den vergangenen 24 Monaten ist es gelungen, Onlinefilm.org so in der europäischen Filmcommunity zu verankern, dass inzwischen ständig neue Filme eingestellt werden.
Die nun erreichte Vielfalt des Angebots hat unter anderem die Redaktionen der Zeitungen "der FREITAG" und der "Neuen Rheinischen Zeitung" dazu bewogen im neuen Jahr eigene Mediatheken auf ihren Webseiten einzurichten, die mit Filmen aus dem Onlinefilmportal bestückt werden. Von diesen Kooperationen verspricht sich die Onlinefilm AG ein signifikantes Anwachsen der Verkäufe.
2010 steht der Relaunch der Onlinefilm.org Webseite an, die bislang hauptsächlich für die Akquise der Filme benutzt wurde, und ihr Umbau zum vollwertigen VOD-Portal mit Such-, Sortier- und Empfehlungs-Tools für internationale Kunden. Das Angebot zur Beteiligung an der Betreiberfirma Onlinefilm AG, deren Aktien sich überwiegend im Streubesitz von Filmschaffenden befinden, ist ab Januar 2010 ebenfalls wieder eröffnet. Allen Interessierten, denen die Grundidee der Onlinefilm.org sympathisch ist, sind dazu aufgerufen sich an dieser kleinen Aktiengesellschaft zu beteiligen, um so zum weiteren Ausbau des gemeinsamen digitalen Markplatzes beizutragen.
Kontakt: office@onlinefilm.org
WEB: www.onlinefilm.org
Da die Onlinefilm.org Technologie bereits in die Webseiten www.agdok.de und www.german-documentaries.de eingebunden wurde, ist es für alle deutschen Dokumentarfilmer möglich, das volle Leistungsspektrum dieser Technologie für die tägliche Arbeit zu nutzen - um Teaser/Trailer der eigenen Filme bereitzuhalten, fertige Filme oder Rohschnitte als Download via Bittorrent an Koproduzenten, Einkäufer, Festivals, Redakteure zu senden oder Filme direkt als "download to own" Interessierten weltweit zum Kauf anzubieten. Sind die Filme einmal eingestellt und dafür freigeschaltet, können sie dann -wie eine DVD, nur ohne Trägermedium- direkt vom Zuschauer erworben werden, der sie auf seinen Rechner herunterlädt und beliebig oft ansehen kann. Neben einer breitbandigen Internetverbindung und einem Standard Computer (Mac, PC Linux...) benötigt der Interessierte ein Paypal-Konto und eine Bittorrent-Software, die kostenfrei heruntergeladen werden kann und die den zuverlässigen download der in diesem Fall legal erworbenen Filmdatei regelt.
Die Erfahrung zeigt, dass auch online angebotene Filme vor allem dann erfolgreich verkauft werden, wenn sie beworben werden, zum Beispiel indem sie auf der eigenen und anderen thematisch verbundenen Seiten eingebettet (embedding) oder wenigstens verlinkt werden. Nur wer das virale Marketing richtig betreibt und dafür sorgt dass seine Filme an vielen Stellen im Netz auftauchen, dessen Filme werden auch gefunden und gekauft.
Um Filmemacher in die Lage zu versetzen das Marketing und den Verkauf ihrer Filme selbst in die Hand zu nehmen, stellt Onlinefilm.org zahlreiche Tutorials und entsprechende Werkzeuge bereit und hat im Büro in Berlin einen telefonischen Support eingerichtet, der zur Lösung dringender Fragen zur Verfügung steht (mail: office@onlinefilm.org, tel. 030 - 22 66 77 48).
In den vergangenen 24 Monaten ist es gelungen, Onlinefilm.org so in der europäischen Filmcommunity zu verankern, dass inzwischen ständig neue Filme eingestellt werden.
Die nun erreichte Vielfalt des Angebots hat unter anderem die Redaktionen der Zeitungen "der FREITAG" und der "Neuen Rheinischen Zeitung" dazu bewogen im neuen Jahr eigene Mediatheken auf ihren Webseiten einzurichten, die mit Filmen aus dem Onlinefilmportal bestückt werden. Von diesen Kooperationen verspricht sich die Onlinefilm AG ein signifikantes Anwachsen der Verkäufe.
2010 steht der Relaunch der Onlinefilm.org Webseite an, die bislang hauptsächlich für die Akquise der Filme benutzt wurde, und ihr Umbau zum vollwertigen VOD-Portal mit Such-, Sortier- und Empfehlungs-Tools für internationale Kunden. Das Angebot zur Beteiligung an der Betreiberfirma Onlinefilm AG, deren Aktien sich überwiegend im Streubesitz von Filmschaffenden befinden, ist ab Januar 2010 ebenfalls wieder eröffnet. Allen Interessierten, denen die Grundidee der Onlinefilm.org sympathisch ist, sind dazu aufgerufen sich an dieser kleinen Aktiengesellschaft zu beteiligen, um so zum weiteren Ausbau des gemeinsamen digitalen Markplatzes beizutragen.
Kontakt: office@onlinefilm.org
WEB: www.onlinefilm.org
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(c) C. Cay Wesnigk
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(06.12.09) Cay Wesnigk, Director, Producer, Vorstandsmitglied der AG DOK und Vorstand der Onlinefilm AG/Deutschland wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden (Chairman of the Board) des European Documentary Network EDN gewählt. Drei neue Mitglieder wurden in den Vorstand gewählt: Ivana Miloševič, Director & Coordinator beim Institute of Documentary Film/Tschechische Republik; Raffaele Brunetti, Director, Producer und CEO von B&B Film/Italien sowie Kees Ryninks, Producer bei...
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AG DOK-Mitglied an Spitze von EDN
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(c) C. Cay Wesnigk
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(06.12.09) Cay Wesnigk, Director, Producer, Vorstandsmitglied der AG DOK und Vorstand der Onlinefilm AG/Deutschland wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden (Chairman of the Board) des European Documentary Network EDN gewählt. Drei neue Mitglieder wurden in den Vorstand gewählt: Ivana Miloševič, Director & Coordinator beim Institute of Documentary Film/Tschechische Republik; Raffaele Brunetti, Director, Producer und CEO von B&B Film/Italien sowie Kees Ryninks, Producer bei Cobos Films/Niederlande.
Bereits im Board vertreten waren: Alexandre Cornu, Producer, Les Films du Tambour de Soie/Frankreich, Joan Gonzalez, Producer und Head of Docs Barcelona, Parallel 40/Spanien, Serge Tréfaut, Director und Producer/Portugal.
Das EDN hatte sich im vergangenen Herbst nach nicht einmal 12 Monaten Amtszeit von seiner neuen Direktorin Line Sandsmark getrennt. Sie war Tue Steen Müller und Lena Passanen gefolgt, die diese Position vor ihr bekleidet hatten.
"Es war eine schwierige Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben, aber Line und das EDN passten nicht richtig zusammen", sagte Wesnigk, der die einstimmige Entscheidung des alten Vorstandes unter dem Vorsitz des nun leider ausgeschiedenen Michael Ostrup mitgetragen hat. Das EDN wird nun nicht mehr von einem Direktor, sondern vom Head of office geleitet. Diese Position hat der Vorstand Cecilia Lidin übertragen, die nun die Geschäfte des EDN in enger Zusammenarbeit mit EDN Network Manager Hanne Skjødt führt.
Als neuer Chairman hofft Wesnigk das EDN auch stärker in die Europäische Politik zu involvieren, denn so Wesnigk, " auf europäischer Ebene fehlt eine Lobby für den unabhängigen Dokumentarfilm, die auch in Brüssel wahrgenommen wird und Einfluss nehmen kann. EDN hat schon dem Namen nach die Verantwortung dort stärker als Vertreter des Dokumentarfilmes aufzutreten und sollte in Zukunft verstärkt versuchen die verschiedenen Interessen der nationalen Dokumentarfilmorganisationen zu bündeln".
EDN hat sich bisher durch die vorwiegend in Süd- und Ost-Europa durchgeführten Dokumentarfilm-workshops einen Namen gemacht und gibt einmal jährlich den European Financing Guide heraus, der sich großer Beliebtheit erfreut.
Das ebenfalls vom EDN herausgegebene Dox Magazin lag zur IDFA in seiner neusten erweiterten Ausgabe aus. Es hat an Umfang deutlich zugenommen und wurde erstmals mit einer DVD ausgeliefert, auf der sich bei dieser Ausgabe der Dokumentarfilm "Crude" von Joe Berlinger befindet. Statt bisher sechs soll es nur noch vier mal pro Jahr erscheinen. Der neue Chefredakteur des Magazins ist der Norweger Truls Lie, der sich in Norwegen bereits als Filmkritiker und Herausgeber der Norwegischen Edition von Le Monde Diplomatique einen Namen gemacht hat.
Für Mitglieder der AG DOK, die auch Mitglieder im EDN werden, gibt es einen Rabatt auf den regulären Mitgliedsbeitrag von € 130.-; die Mitgliedschaft bei der AG DOK muss bei der Anmeldung angegeben werden, dann bezahlt man nur € 104.-. Das DOX Abonnement und der einmal jährlich erscheinende Financing Guide sind im Beitrag enthalten, wie auch der Zugang zum internen Bereich der neuen Internetpräsenz, die dem Dokumentarfilmer viele nützliche Informationen und Zugang zu einem großen Netzwerk von internationalen Kollegen bietet.
Bereits im Board vertreten waren: Alexandre Cornu, Producer, Les Films du Tambour de Soie/Frankreich, Joan Gonzalez, Producer und Head of Docs Barcelona, Parallel 40/Spanien, Serge Tréfaut, Director und Producer/Portugal.
Das EDN hatte sich im vergangenen Herbst nach nicht einmal 12 Monaten Amtszeit von seiner neuen Direktorin Line Sandsmark getrennt. Sie war Tue Steen Müller und Lena Passanen gefolgt, die diese Position vor ihr bekleidet hatten.
"Es war eine schwierige Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben, aber Line und das EDN passten nicht richtig zusammen", sagte Wesnigk, der die einstimmige Entscheidung des alten Vorstandes unter dem Vorsitz des nun leider ausgeschiedenen Michael Ostrup mitgetragen hat. Das EDN wird nun nicht mehr von einem Direktor, sondern vom Head of office geleitet. Diese Position hat der Vorstand Cecilia Lidin übertragen, die nun die Geschäfte des EDN in enger Zusammenarbeit mit EDN Network Manager Hanne Skjødt führt.
Als neuer Chairman hofft Wesnigk das EDN auch stärker in die Europäische Politik zu involvieren, denn so Wesnigk, " auf europäischer Ebene fehlt eine Lobby für den unabhängigen Dokumentarfilm, die auch in Brüssel wahrgenommen wird und Einfluss nehmen kann. EDN hat schon dem Namen nach die Verantwortung dort stärker als Vertreter des Dokumentarfilmes aufzutreten und sollte in Zukunft verstärkt versuchen die verschiedenen Interessen der nationalen Dokumentarfilmorganisationen zu bündeln".
EDN hat sich bisher durch die vorwiegend in Süd- und Ost-Europa durchgeführten Dokumentarfilm-workshops einen Namen gemacht und gibt einmal jährlich den European Financing Guide heraus, der sich großer Beliebtheit erfreut.
Das ebenfalls vom EDN herausgegebene Dox Magazin lag zur IDFA in seiner neusten erweiterten Ausgabe aus. Es hat an Umfang deutlich zugenommen und wurde erstmals mit einer DVD ausgeliefert, auf der sich bei dieser Ausgabe der Dokumentarfilm "Crude" von Joe Berlinger befindet. Statt bisher sechs soll es nur noch vier mal pro Jahr erscheinen. Der neue Chefredakteur des Magazins ist der Norweger Truls Lie, der sich in Norwegen bereits als Filmkritiker und Herausgeber der Norwegischen Edition von Le Monde Diplomatique einen Namen gemacht hat.
Für Mitglieder der AG DOK, die auch Mitglieder im EDN werden, gibt es einen Rabatt auf den regulären Mitgliedsbeitrag von € 130.-; die Mitgliedschaft bei der AG DOK muss bei der Anmeldung angegeben werden, dann bezahlt man nur € 104.-. Das DOX Abonnement und der einmal jährlich erscheinende Financing Guide sind im Beitrag enthalten, wie auch der Zugang zum internen Bereich der neuen Internetpräsenz, die dem Dokumentarfilmer viele nützliche Informationen und Zugang zu einem großen Netzwerk von internationalen Kollegen bietet.
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Prof. Dr. Sabine Rollberg
(c) WDR |
(29.10.09) Prof. Dr. Sabine Rollberg ist neue Preisträgerin des "Dicken Fells". Mit dieser ungewöhnlichen Auszeichnung ehrte die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK), Interessenverband von mehr als 850 unabhängigen Autoren, Regisseuren und Produzenten jetzt am Rande des Leipziger Dokumentarfilmfestivals die Leiterin der WDR-ARTE-Redaktion für ihr hervorragendes Bemühen um den Erhalt und die Pflege des Kino-Dokumentarfilms als Bestandteil öffentlich-rechtlicher Fernsehprogramme. Der Preis...
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AG DOK zeichnet WDR/ARTE -Redakteurin aus
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Prof. Dr. Sabine Rollberg
(c) WDR |
(29.10.09) Prof. Dr. Sabine Rollberg ist neue Preisträgerin des "Dicken Fells". Mit dieser ungewöhnlichen Auszeichnung ehrte die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK), Interessenverband von mehr als 850 unabhängigen Autoren, Regisseuren und Produzenten jetzt am Rande des Leipziger Dokumentarfilmfestivals die Leiterin der WDR-ARTE-Redaktion für ihr hervorragendes Bemühen um den Erhalt und die Pflege des Kino-Dokumentarfilms als Bestandteil öffentlich-rechtlicher Fernsehprogramme. Der Preis wird in zweijährlichem Abstand an deutsche Fernseh-Redakteure oder Redaktionen vergeben, deren Einsatz für das Dokumentarfilm-Genre über das redaktionelle Alltagsgeschäft hinausweist.
Denn obwohl die klassische Form des Dokumentarfilms nach Ansicht der AG DOK im Zentrum öffentlich-rechtlicher Kernkompetenz stehen müsste, wird sie immer stärker finanziell ausgezehrt und in Randbereiche des Programms abgedrängt. Darüber kann auch der nach wie vor anhaltende Boom dokumentarischer Formate nicht hinwegtäuschen: kompliziert erscheinende Stoffe und die damit verbundene Autorenhandschrift sind im quotenorientierten Sendebetrieb nicht gefragt. Sich diesem Trend zu widersetzen, verlangt nach Ansicht der AG DOK ein Dickes Fell.
Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, die von der Preisträgerin in die Projektentwicklung eines neuen Dokumentarfilms investiert werden können. Denn auch für die sorgfältige Entwicklung neuer Dokumentarfilmprojekte stellen die Sender kaum Mittel zur Verfügung.
Die diesjährige Preisvergabe steht vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um eine neue ARTE-Programmstruktur, die offensichtlich eine stärkere Popularisierung des Programms zum Ziel hat. Das "Dicke Fell" würdigt deshalb zugleich den Einsatz der Redaktionsleiterin für ein eigenständiges ARTE-Profil, das nicht, wie in anderen ARD-Anstalten leider üblich, ARTE nur als Appendix der eigenen Dritten Programme begreift und alle Themenvorschläge auf ihre regionale Verwertbarkeit hin zurechtstutzt. Vermeintlich "schwierige" Themen, zumal mit starken internationalen Bezügen, werden dadurch zunehmend ausgeklammert. Diese zuerst beim Norddeutschen Rundfunk verfügte Vereinnahmung der ARTE-Mittel für eigene Zwecke steht nach Ansicht der AG DOK im krassen Gegensatz zur Gründungsidee des Europäischern Kulturkanals, "Fernsehsendungen zu konzipieren, zu gestalten und ... auszustrahlen, die in einem umfassenden Sinne kulturellen und internationalen Charakter haben und geeignet sind, das Verständnis und die Annäherung der Völker in Europa zu fördern."
Sabine Rollberg hat sich solchen Vorgaben nie unterworfen. Sie ist nach wie vor von der Vision eines völlig anderen, nur dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag und insbesondere der Kultur verpflichteten Fernsehens erfüllt.
Mit der Wahl der diesjährigen Preisträgerin will die AG DOK den Westdeutschen Rundfunk und andere Sender zu einer intensiveren Wertschätzung des Autorenfilms ermutigen. Sie verbindet damit die Hoffnung auf Erhalt der Eigenständigkeit der WDR/ARTE-Redaktion. Herausragende Programmarbeit, wie sie in dieser Redaktion nachweislich über viele Jahre hinweg geleistet wurde, verlangt nach einem adäquaten redaktionellen Freiraum, der von äußeren Vorgaben freigehalten werden muss. Filme, die in den letzten zehn Jahren von Sabine Rollberg angestoßen und begleitet wurden, haben ihren Machern und damit auch dem WDR von Festival-Anerkennungen über den Deutschen Filmpreis bis hin zur Oscar- und Emmy-Nominierung eine Fülle kultureller Anerkennungen eingetragen.
In ihren von einer Kollegin verlesenen Dankesworten warb die Preisträgerin um Unterstützung für das Bemühen, Qualität und Güte des öffentlich-rechtlichen Fernsehens neu zu beleben. Ohne ein "besonders dickes Fell" sei dieser Kampf gegen vermeintliche Sachzwänge überhaupt nicht zu bestehen - und regelmäßig sei ihr dieses Fell in den letzten Jahren auch schon geschoren worden.
Denn obwohl die klassische Form des Dokumentarfilms nach Ansicht der AG DOK im Zentrum öffentlich-rechtlicher Kernkompetenz stehen müsste, wird sie immer stärker finanziell ausgezehrt und in Randbereiche des Programms abgedrängt. Darüber kann auch der nach wie vor anhaltende Boom dokumentarischer Formate nicht hinwegtäuschen: kompliziert erscheinende Stoffe und die damit verbundene Autorenhandschrift sind im quotenorientierten Sendebetrieb nicht gefragt. Sich diesem Trend zu widersetzen, verlangt nach Ansicht der AG DOK ein Dickes Fell.
Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, die von der Preisträgerin in die Projektentwicklung eines neuen Dokumentarfilms investiert werden können. Denn auch für die sorgfältige Entwicklung neuer Dokumentarfilmprojekte stellen die Sender kaum Mittel zur Verfügung.
Die diesjährige Preisvergabe steht vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um eine neue ARTE-Programmstruktur, die offensichtlich eine stärkere Popularisierung des Programms zum Ziel hat. Das "Dicke Fell" würdigt deshalb zugleich den Einsatz der Redaktionsleiterin für ein eigenständiges ARTE-Profil, das nicht, wie in anderen ARD-Anstalten leider üblich, ARTE nur als Appendix der eigenen Dritten Programme begreift und alle Themenvorschläge auf ihre regionale Verwertbarkeit hin zurechtstutzt. Vermeintlich "schwierige" Themen, zumal mit starken internationalen Bezügen, werden dadurch zunehmend ausgeklammert. Diese zuerst beim Norddeutschen Rundfunk verfügte Vereinnahmung der ARTE-Mittel für eigene Zwecke steht nach Ansicht der AG DOK im krassen Gegensatz zur Gründungsidee des Europäischern Kulturkanals, "Fernsehsendungen zu konzipieren, zu gestalten und ... auszustrahlen, die in einem umfassenden Sinne kulturellen und internationalen Charakter haben und geeignet sind, das Verständnis und die Annäherung der Völker in Europa zu fördern."
Sabine Rollberg hat sich solchen Vorgaben nie unterworfen. Sie ist nach wie vor von der Vision eines völlig anderen, nur dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag und insbesondere der Kultur verpflichteten Fernsehens erfüllt.
Mit der Wahl der diesjährigen Preisträgerin will die AG DOK den Westdeutschen Rundfunk und andere Sender zu einer intensiveren Wertschätzung des Autorenfilms ermutigen. Sie verbindet damit die Hoffnung auf Erhalt der Eigenständigkeit der WDR/ARTE-Redaktion. Herausragende Programmarbeit, wie sie in dieser Redaktion nachweislich über viele Jahre hinweg geleistet wurde, verlangt nach einem adäquaten redaktionellen Freiraum, der von äußeren Vorgaben freigehalten werden muss. Filme, die in den letzten zehn Jahren von Sabine Rollberg angestoßen und begleitet wurden, haben ihren Machern und damit auch dem WDR von Festival-Anerkennungen über den Deutschen Filmpreis bis hin zur Oscar- und Emmy-Nominierung eine Fülle kultureller Anerkennungen eingetragen.
In ihren von einer Kollegin verlesenen Dankesworten warb die Preisträgerin um Unterstützung für das Bemühen, Qualität und Güte des öffentlich-rechtlichen Fernsehens neu zu beleben. Ohne ein "besonders dickes Fell" sei dieser Kampf gegen vermeintliche Sachzwänge überhaupt nicht zu bestehen - und regelmäßig sei ihr dieses Fell in den letzten Jahren auch schon geschoren worden.
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AG DOK-Vorsitzender Thomas Frickel übergibt Fell & Urkunde stellvertretend an ARTE-Redakteurin Ulle Schröder. Rechts: Festivalleiter Claas Danielsen.
(c) 2009 N.C. Bolbrinker |
(29.10.09) Die Laudatio des AG DOK-Vorsitzenden Thomas Frickel:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Dokumentarfilms,
hier sehen Sie das "Dicke Fell". Es stammt von einem relativ unaggressiven Tier, aber als wir diesen Preis vor zwei Jahren gestiftet haben, haben wir durchaus ernsthaft erwogen, statt eines Schafs- ein Wildschweinfell zu nehmen.
Besonders in diesem Jahr würde das natürlich sehr gut passen, denn morgen ist, wie Sie vielleicht wissen, ein Geburtstag besonderer...
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Laudatio und Dankesrede für AG-DOK-Auszeichnung
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AG DOK-Vorsitzender Thomas Frickel übergibt Fell & Urkunde stellvertretend an ARTE-Redakteurin Ulle Schröder. Rechts: Festivalleiter Claas Danielsen.
(c) 2009 N.C. Bolbrinker |
(29.10.09) Die Laudatio des AG DOK-Vorsitzenden Thomas Frickel:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Dokumentarfilms,
hier sehen Sie das "Dicke Fell". Es stammt von einem relativ unaggressiven Tier, aber als wir diesen Preis vor zwei Jahren gestiftet haben, haben wir durchaus ernsthaft erwogen, statt eines Schafs- ein Wildschweinfell zu nehmen.
Besonders in diesem Jahr würde das natürlich sehr gut passen, denn morgen ist, wie Sie vielleicht wissen, ein Geburtstag besonderer Art zu feiern: Asterix wird 50 Jahre alt, und mit ihm jenes widerständische gallische Dorf, das sich, obwohl längst umzingelt, unbeugsam allen Vereinnahmungsversuchen der römischen Mainstream-Kultur widersetzt.
Im deutschen Medienbetrieb -und insbesondere in den öffentlich-rechtlichen Sendern- gibt es zum Glück noch einige solcher Dörfer, und diejenigen, in denen wir uns am besten auskennen und in denen wir uns am ehesten zu Hause fühlen, sind natürlich die Dokumentarfilm-Redaktionen. Besonders gut befestigt sind sie nicht, und uneinnehmbar sind sie leider auch nicht - viele sind ständig bedroht und in langwierige zermürbende Abwehrkämpfe verstrickt. Dabei liegen sie doch mitten im öffentlich-rechtlichen Stammland, auf der Schnittstelle von Information, Kultur, Bildung - und oftmals auch anspruchsvoller Unterhaltung - also genau dort, wo sich alle Erfordernisse des öffentlich-rechtlichen Funktionsauftrags in geradezu idealtypischer Weise vereinigen. In Feuilletons, Festivalprogrammen und bei der Vergabe von Medienpreisen wird diese Bedeutung immer wieder gesondert herausgestellt, nur in den Programmdirektionen der Sender sieht man es offenbar anders: wachsender Quotendruck, schlechte Sendeplätze, ungenügende Finanzausstattung, die sich durch Budgetkürzungen oft genug noch weiter verschlimmert- das ist die Realität, mit der sich diejenigen herumschlagen müssen, die dieses Filetstück öffentlich-rechtlicher Fernsehprogramme redaktionell betreuen.
So richtig lustig ist das nicht. Und trotzdem gibt es in den Sendern nach wie vor viele aufrechte Verfechter unseres Genres, die in ihrer Position mehr als einfach nur irgend einen Job sehen, die dem ständig wachsenden Konformitätsdruck innerhalb der Funkhäuser und der Programmplanung nicht nachgeben und die für die Ideen "ihrer" Autoren, Regisseure und Produzenten kämpfen.
Gerne würden wir diesen Redakteurinnen und Redakteuren von Zeit zu Zeit mit einem besonders kräftigen Zaubertrank helfen. Aber vielleicht hilft ihnen ja auch ein "Dickes Fell".
Zum zweiten Mal waren die Autoren, Regisseure und Produzenten der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm in diesem Jahr aufgerufen, Redakteure, Redakteurinnen oder auch komplette Fernseh-Redaktionen zu benennen, die sich in außergewöhnlicher Weise um den unformatierten langen Dokumentarfilm verdient gemacht haben - also um die "Königsdisziplin", wie es der heutige ARTE-Programmchef Christoph Hauser einmal formuliert hat. Und wie schon bei unserem ersten Aufruf 2007 fiel das Votum auch diesmal erstaunlich eindeutig aus:
Das Dicke Fell 2009 erhält Frau Dr. Sabine Rollberg als Leiterin der WDR/ARTE-Redaktion - zum einen und vor allem, weil sie in den zehn Jahren in denen sie die WDR-Arte-Redaktion leitet, eine ganz unglaubliche Fülle interessanter, wichtiger und auch erfolgreicher dokumentarischer Kinofilme auf den Weg gebracht und begleitet hat - das Spektrum der Würdigungen, die diese Filme erfahren haben, reicht von Festivalauszeichnungen über den Deutschen Filmpreis bis zur Oscar-Nominierung. "Sie begnügt sich nicht damit, irgend welche verschämte "Nischen" offen zu halten (was schon verdienstvoll genug wäre), sondern sie ermöglicht immer wieder "bedeutende" und -in einer größeren Sicht- außerordentlich erfolgreiche Filme", schreibt uns ein Filmemacher, der die Szene seit vielen Jahren kennt. Und er hat recht: Was in dieser Redaktion entstanden ist, zählt zweifellos zum Tafelsilber des öffentlich-rechtlichen Programmangebots, es lässt sich weltweit sehen und gereicht dem Hause WDR zur Ehre.
- Aber noch ein weiteres Argument erscheint in den Rückmeldungen unserer Mitglieder gleich mehrfach: Sabine Rollberg -und auch hier zitiere ich, diesmal aus einer anderen Zuschrift: "hat sich dem allgemeinen Trend zur Missachtung von Filmemachern nicht angeschlossen, sie respektiert sie, lässt sie nicht wochen- bis monatelang warten, bevor sie ein Exposé liest, obwohl ihr Tisch sicherlich genau so wie bei anderen unter Bergen von Exposés schwankt." Auch das ist offenbar nicht mehr so selbstverständlich, dass es keiner gesonderten Erwähnung bedürfte.
Und noch ein weiterer Aspekt erscheint uns vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um eine neue Programmstruktur bei ARTE wichtig: die ARTE-Redaktion des WDR steht nicht nur in besonderer Weise für den unformatierten Dokumentarfilm, sondern damit zugleich auch für einen inhaltlichen und künstlerischen Freiraum, der leider sehr selten geworden ist. Auch hier darf ich noch einmal aus einer der vielen Zuschriften zitieren: "Sabine Rollberg wagt sich immer noch an Themen, die andere Redakteurinnen und Redakteure nicht machen wollen, weil sie vielleicht keine Quote versprechen oder im Haus nicht durchzusetzen sind, oder weil sie einfach kein Interesse an sperrigern Themen haben - während sie diese Themen, die sie wichtig findet, aber durchsetzt, auch gegen zahlreiche Widerstände."
Mit diesem bedingungslosen Einsatz für ein breites internationales Themenspektrum hat sich Sabine Rollberg über zehn Jahre hinweg zugleich einer Doktrin widersetzt, die sich in den neunziger Jahren zunächst als "Kellermeier-Erlaß" in den Norddeutschen Rundfunk einschlich (Kellermeier - da war doch was?), bevor sie nach und nach auch auf andere Sender übergriff: Programm-Vorschläge für den Europäischen Kulturkanal sollen demnach von Thematik, regionaler Anbindung und Machart her ins Regionalprogramm des jeweiligen ARD-Senders passen. Wir reden dabei wohlgemerkt nicht von der fragwürdigen Querfinanzierung der Dritten Programme durch Gebührengelder, die von der KEF ja eigentlich bereitgestellt werden, damit ein eigenständiger Sender namens ARTE ein eigenständiges, unverwechselbares Programm machen kann.
Wir reden von der Provinzialisierung einer einstmals großen Idee.
Denn dass die großen internationalen Themen in unserer globalisierten Welt nicht an den Grenzen eines regionalen deutschen Sendegebiets Halt machen, dass ein Kulturkanal mit europäischem Anspruch Fragen wie Klimaschutz und Weltwirtschaft nicht jedes Mal und um jeden Preis vor der Haustür des jeweiligen Landesfunkhauses verorten kann, sollte ja eigentlich jedem einleuchten. Jeder weiß zugleich, dass solche Vorgaben keinen inhaltlich-journalistischen oder gar künstlerischen, sondern rein finanziellen und damit technokratischen Überlegungen folgen. Trotzdem wird es verlangt.
Sabine Rollberg hat sich diesem Trend auch deshalb verweigert, weil sie nach wie vor an die Gründungsidee von ARTE glaubt. Um am Aufbau dieses neuen europäischen Kulturkanals mitzuwirken, war sie bereits 1994 aus der Position der Pariser ARD-Korrespondentin als Chefredakteurin zu ARTE gewechselt - und die Vision eines völlig anderen, nur dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag und insbesondere der Kultur verpflichteten Fernsehens beseelt sie nach wie vor.
Darin trifft sich Sabine Rollberg mit vielen, die dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen gut wollen, die es stärken und die es erhalten wollen. Die eine eindeutige Abgrenzung gegenüber dem Quotenwahn des übrigen Medienbetriebs für unverzichtbar, ja für den Fortbestand des öffentlich-rechtlichen Systems sogar für überlebenswichtig halten. Qualität und Originalität müssen an erster Stelle stehen. Dafür steht Sabine Rollberg, und dafür steht auch unser Preis, das "Dicke Fell".
Das Dicke Fell ist damit mehr eine Würdigung herausragender redaktioneller Arbeit und vorbildlicher Umgangsformen im Kontakt mit freien Autoren, Regisseuren und Produzenten - es will die Programmverantwortlichen in den Führungsetagen zugleich ermutigen, noch stärker als seither der Strahlkraft des langen, unformatierten Dokumentarfilms zu vertrauen, ihn aus seinem Nischendasein zu befreien und ihn als das zu würdigen, was er ist: als ein Stück öffentlich-rechtlicher Kernkompetenz, als Aushängeschild des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.
Dazu gehört natürlich auch eine bessere Finanzausstattung. Und die fängt bei der Finanzierung der Projektentwicklung an. Leider sehen die Sender-Budgets für die Projektentwicklung außergewöhnlicher Dokumentarfilmvorhaben so gut wie keine Mittel vor - deshalb ist die heutige Preisvergabe mit einem Betrag in Höhe von 5000 Euro verknüpft, die Frau Dr. Rollberg nach eigenem Ermessen in die Entwicklung eines neuen Dokumentarfilmvorhabens investieren kann.
Wir hoffen, dass diese Botschaft an der richtigen Stelle verstanden wird, und dass die Sender künftig auch von sich aus Geld in die Entwicklung interessanter Dokumentarfilmprojekte investieren.
Ein Wermutstropfen zum Schluss: weil sie derzeit noch krank geschrieben ist, kann Frau Dr. Rollberg bedauerlicher Weise heute Abend nicht hier persönlich anwesend sein. Sie hat daher ihre Straßburger Kollegin Ulle Schröder gebeten, den Preis stellvertretend für sie entgegenzunehmen. Ich darf deshalb Ulle Schröder hier nach vorne bitten, und sie hat uns, wie ich hörte, auch eine Botschaft unserer Preisträgerin mitgebracht.
Frau Dr. Rollberg wünschen wir von hier aus gute Genesung - und viel Kraft für die Fortsetzung ihrer Bemühungen zur Verteidigung des kleinen gallischen Dorfs "Dokumentarfilm".
Die Dankesrede von Prof. Dr. Sabine Rollberg:
Lieber Herr Frickel, liebe Produzenten,
herzlichen Dank für die Ehre heute hier eine Anerkennung dafür zu bekommen, dass auch die Arbeit mit regelmäßigem Gehalt in einer öffentlich-rechtlichen Anstalt nicht ganz so einfach ist.
Diese Anerkennung berührt mich auch deshalb, weil sie von Menschen kommt, deren Konto eher von regelmäßigen Überziehungen gezeichnet ist. Denn wir alle hier wissen, der Dokumentarfilm hat es schwer, und eigentlich lebt er nur vom Idealismus all derer, die sich noch für ihn einsetzen, weil sie überzeugt sind, dass Kultur Sozialarbeit für morgen ist, dass wir gerade mit Dokumentarfilmen die Gesellschaften anderer besser verstehen, dass wir Menschen im globalen Zeitalter uns so ein bisschen besser kennen lernen. Kulturvermittlung sollte eines der Leitmotive unserer Arbeit sein.
Alle die sich für den Dokumentarfilm einsetzen, sind unerschütterliche Optimisten, Menschen, die an die Kraft der Kultur glauben. Ich freue mich auch ganz besonders, dass Ulle Schröder von ARTE in Strasbourg hier heute diesen Preis für mich entgegen nimmt. Sie gehört zu meinen engagiertesten Mitstreiterinnen im Kampf, qualitative Projekte auf den Sender zu bringen.
Ich musste die letzten Jahre ein besonders dickes Fell haben, denn ich setze mich dafür ein, dass da, wo ARTE drauf bzw. drunter steht, auch ARTE drin ist. Das Fell wird mir regelmäßig geschoren. Die Sender müssen sparen, und so ist es naheliegend, Geldquellen zu suchen. ARTE ist eine. So wird eben für ARTE nicht mehr ARTE Programm produziert, sondern das, was eigentlich für den eigenen Sender bestimmt ist. Das schränkt die Vielfalt, die Qualität und vor allem die Internationalität der Stoffe ein. Wir kennen die Sätze, Afrika ist nicht sexy, Balkan hatten wir gerade, nicht schon wieder Afghanistan. Viele sachkundige Autoren werden ihre Themen nicht mehr los. Anspruchsvolle Produzenten sind in Existenzgefahr. Noch immer gibt es herausragende Ausnahmen, aber sie werden deutlich weniger.
Ich danke Ihnen von Herzen für diese Ermutigung. Auch mit dem dicksten Fell kann ich nicht aufhalten, was offenbar politisch gewollt ist. Keine Kampagne von Zuschauern, die sich in ihrer Intelligenz beleidigt fühlen, zwingt bisher zur Umkehr. Wir haben von den Amerikanern ein wertvolles Geschenk, das des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bekommen. Günter Gaus hat uns 1981 das Wort von den „hochbezahlten Feiglingen“ mit auf den Weg gegeben, als wir den offenen Rundfunk gegen den Parteieneinfluss gegründet haben. Heute würde ich mir wünschen, die Politiker würden uns laut und nachhaltig ermahnen, wieder ernsthaft für die Demokratie-Fähigkeit in unserer Gesellschaft zu sorgen, und nicht an weiteren Vernebelungspraktiken mitzuwirken. Es ist wie bei der Klimakatastrophe, wir sind kurz davor und haben noch kleine Chancen sie zu verhindern. Ich möchte sie auffordern, auch wenn es nur Fernsehen ist, alles zu tun, um die Güte und Qualität eines öffentlich-rechtlichen Fernsehens wieder zu beleben.
Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen einen schönen Abend.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Dokumentarfilms,
hier sehen Sie das "Dicke Fell". Es stammt von einem relativ unaggressiven Tier, aber als wir diesen Preis vor zwei Jahren gestiftet haben, haben wir durchaus ernsthaft erwogen, statt eines Schafs- ein Wildschweinfell zu nehmen.
Besonders in diesem Jahr würde das natürlich sehr gut passen, denn morgen ist, wie Sie vielleicht wissen, ein Geburtstag besonderer Art zu feiern: Asterix wird 50 Jahre alt, und mit ihm jenes widerständische gallische Dorf, das sich, obwohl längst umzingelt, unbeugsam allen Vereinnahmungsversuchen der römischen Mainstream-Kultur widersetzt.
Im deutschen Medienbetrieb -und insbesondere in den öffentlich-rechtlichen Sendern- gibt es zum Glück noch einige solcher Dörfer, und diejenigen, in denen wir uns am besten auskennen und in denen wir uns am ehesten zu Hause fühlen, sind natürlich die Dokumentarfilm-Redaktionen. Besonders gut befestigt sind sie nicht, und uneinnehmbar sind sie leider auch nicht - viele sind ständig bedroht und in langwierige zermürbende Abwehrkämpfe verstrickt. Dabei liegen sie doch mitten im öffentlich-rechtlichen Stammland, auf der Schnittstelle von Information, Kultur, Bildung - und oftmals auch anspruchsvoller Unterhaltung - also genau dort, wo sich alle Erfordernisse des öffentlich-rechtlichen Funktionsauftrags in geradezu idealtypischer Weise vereinigen. In Feuilletons, Festivalprogrammen und bei der Vergabe von Medienpreisen wird diese Bedeutung immer wieder gesondert herausgestellt, nur in den Programmdirektionen der Sender sieht man es offenbar anders: wachsender Quotendruck, schlechte Sendeplätze, ungenügende Finanzausstattung, die sich durch Budgetkürzungen oft genug noch weiter verschlimmert- das ist die Realität, mit der sich diejenigen herumschlagen müssen, die dieses Filetstück öffentlich-rechtlicher Fernsehprogramme redaktionell betreuen.
So richtig lustig ist das nicht. Und trotzdem gibt es in den Sendern nach wie vor viele aufrechte Verfechter unseres Genres, die in ihrer Position mehr als einfach nur irgend einen Job sehen, die dem ständig wachsenden Konformitätsdruck innerhalb der Funkhäuser und der Programmplanung nicht nachgeben und die für die Ideen "ihrer" Autoren, Regisseure und Produzenten kämpfen.
Gerne würden wir diesen Redakteurinnen und Redakteuren von Zeit zu Zeit mit einem besonders kräftigen Zaubertrank helfen. Aber vielleicht hilft ihnen ja auch ein "Dickes Fell".
Zum zweiten Mal waren die Autoren, Regisseure und Produzenten der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm in diesem Jahr aufgerufen, Redakteure, Redakteurinnen oder auch komplette Fernseh-Redaktionen zu benennen, die sich in außergewöhnlicher Weise um den unformatierten langen Dokumentarfilm verdient gemacht haben - also um die "Königsdisziplin", wie es der heutige ARTE-Programmchef Christoph Hauser einmal formuliert hat. Und wie schon bei unserem ersten Aufruf 2007 fiel das Votum auch diesmal erstaunlich eindeutig aus:
Das Dicke Fell 2009 erhält Frau Dr. Sabine Rollberg als Leiterin der WDR/ARTE-Redaktion - zum einen und vor allem, weil sie in den zehn Jahren in denen sie die WDR-Arte-Redaktion leitet, eine ganz unglaubliche Fülle interessanter, wichtiger und auch erfolgreicher dokumentarischer Kinofilme auf den Weg gebracht und begleitet hat - das Spektrum der Würdigungen, die diese Filme erfahren haben, reicht von Festivalauszeichnungen über den Deutschen Filmpreis bis zur Oscar-Nominierung. "Sie begnügt sich nicht damit, irgend welche verschämte "Nischen" offen zu halten (was schon verdienstvoll genug wäre), sondern sie ermöglicht immer wieder "bedeutende" und -in einer größeren Sicht- außerordentlich erfolgreiche Filme", schreibt uns ein Filmemacher, der die Szene seit vielen Jahren kennt. Und er hat recht: Was in dieser Redaktion entstanden ist, zählt zweifellos zum Tafelsilber des öffentlich-rechtlichen Programmangebots, es lässt sich weltweit sehen und gereicht dem Hause WDR zur Ehre.
- Aber noch ein weiteres Argument erscheint in den Rückmeldungen unserer Mitglieder gleich mehrfach: Sabine Rollberg -und auch hier zitiere ich, diesmal aus einer anderen Zuschrift: "hat sich dem allgemeinen Trend zur Missachtung von Filmemachern nicht angeschlossen, sie respektiert sie, lässt sie nicht wochen- bis monatelang warten, bevor sie ein Exposé liest, obwohl ihr Tisch sicherlich genau so wie bei anderen unter Bergen von Exposés schwankt." Auch das ist offenbar nicht mehr so selbstverständlich, dass es keiner gesonderten Erwähnung bedürfte.
Und noch ein weiterer Aspekt erscheint uns vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen um eine neue Programmstruktur bei ARTE wichtig: die ARTE-Redaktion des WDR steht nicht nur in besonderer Weise für den unformatierten Dokumentarfilm, sondern damit zugleich auch für einen inhaltlichen und künstlerischen Freiraum, der leider sehr selten geworden ist. Auch hier darf ich noch einmal aus einer der vielen Zuschriften zitieren: "Sabine Rollberg wagt sich immer noch an Themen, die andere Redakteurinnen und Redakteure nicht machen wollen, weil sie vielleicht keine Quote versprechen oder im Haus nicht durchzusetzen sind, oder weil sie einfach kein Interesse an sperrigern Themen haben - während sie diese Themen, die sie wichtig findet, aber durchsetzt, auch gegen zahlreiche Widerstände."
Mit diesem bedingungslosen Einsatz für ein breites internationales Themenspektrum hat sich Sabine Rollberg über zehn Jahre hinweg zugleich einer Doktrin widersetzt, die sich in den neunziger Jahren zunächst als "Kellermeier-Erlaß" in den Norddeutschen Rundfunk einschlich (Kellermeier - da war doch was?), bevor sie nach und nach auch auf andere Sender übergriff: Programm-Vorschläge für den Europäischen Kulturkanal sollen demnach von Thematik, regionaler Anbindung und Machart her ins Regionalprogramm des jeweiligen ARD-Senders passen. Wir reden dabei wohlgemerkt nicht von der fragwürdigen Querfinanzierung der Dritten Programme durch Gebührengelder, die von der KEF ja eigentlich bereitgestellt werden, damit ein eigenständiger Sender namens ARTE ein eigenständiges, unverwechselbares Programm machen kann.
Wir reden von der Provinzialisierung einer einstmals großen Idee.
Denn dass die großen internationalen Themen in unserer globalisierten Welt nicht an den Grenzen eines regionalen deutschen Sendegebiets Halt machen, dass ein Kulturkanal mit europäischem Anspruch Fragen wie Klimaschutz und Weltwirtschaft nicht jedes Mal und um jeden Preis vor der Haustür des jeweiligen Landesfunkhauses verorten kann, sollte ja eigentlich jedem einleuchten. Jeder weiß zugleich, dass solche Vorgaben keinen inhaltlich-journalistischen oder gar künstlerischen, sondern rein finanziellen und damit technokratischen Überlegungen folgen. Trotzdem wird es verlangt.
Sabine Rollberg hat sich diesem Trend auch deshalb verweigert, weil sie nach wie vor an die Gründungsidee von ARTE glaubt. Um am Aufbau dieses neuen europäischen Kulturkanals mitzuwirken, war sie bereits 1994 aus der Position der Pariser ARD-Korrespondentin als Chefredakteurin zu ARTE gewechselt - und die Vision eines völlig anderen, nur dem öffentlich-rechtlichen Programmauftrag und insbesondere der Kultur verpflichteten Fernsehens beseelt sie nach wie vor.
Darin trifft sich Sabine Rollberg mit vielen, die dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen gut wollen, die es stärken und die es erhalten wollen. Die eine eindeutige Abgrenzung gegenüber dem Quotenwahn des übrigen Medienbetriebs für unverzichtbar, ja für den Fortbestand des öffentlich-rechtlichen Systems sogar für überlebenswichtig halten. Qualität und Originalität müssen an erster Stelle stehen. Dafür steht Sabine Rollberg, und dafür steht auch unser Preis, das "Dicke Fell".
Das Dicke Fell ist damit mehr eine Würdigung herausragender redaktioneller Arbeit und vorbildlicher Umgangsformen im Kontakt mit freien Autoren, Regisseuren und Produzenten - es will die Programmverantwortlichen in den Führungsetagen zugleich ermutigen, noch stärker als seither der Strahlkraft des langen, unformatierten Dokumentarfilms zu vertrauen, ihn aus seinem Nischendasein zu befreien und ihn als das zu würdigen, was er ist: als ein Stück öffentlich-rechtlicher Kernkompetenz, als Aushängeschild des öffentlich-rechtlichen Fernsehens.
Dazu gehört natürlich auch eine bessere Finanzausstattung. Und die fängt bei der Finanzierung der Projektentwicklung an. Leider sehen die Sender-Budgets für die Projektentwicklung außergewöhnlicher Dokumentarfilmvorhaben so gut wie keine Mittel vor - deshalb ist die heutige Preisvergabe mit einem Betrag in Höhe von 5000 Euro verknüpft, die Frau Dr. Rollberg nach eigenem Ermessen in die Entwicklung eines neuen Dokumentarfilmvorhabens investieren kann.
Wir hoffen, dass diese Botschaft an der richtigen Stelle verstanden wird, und dass die Sender künftig auch von sich aus Geld in die Entwicklung interessanter Dokumentarfilmprojekte investieren.
Ein Wermutstropfen zum Schluss: weil sie derzeit noch krank geschrieben ist, kann Frau Dr. Rollberg bedauerlicher Weise heute Abend nicht hier persönlich anwesend sein. Sie hat daher ihre Straßburger Kollegin Ulle Schröder gebeten, den Preis stellvertretend für sie entgegenzunehmen. Ich darf deshalb Ulle Schröder hier nach vorne bitten, und sie hat uns, wie ich hörte, auch eine Botschaft unserer Preisträgerin mitgebracht.
Frau Dr. Rollberg wünschen wir von hier aus gute Genesung - und viel Kraft für die Fortsetzung ihrer Bemühungen zur Verteidigung des kleinen gallischen Dorfs "Dokumentarfilm".
Die Dankesrede von Prof. Dr. Sabine Rollberg:
Lieber Herr Frickel, liebe Produzenten,
herzlichen Dank für die Ehre heute hier eine Anerkennung dafür zu bekommen, dass auch die Arbeit mit regelmäßigem Gehalt in einer öffentlich-rechtlichen Anstalt nicht ganz so einfach ist.
Diese Anerkennung berührt mich auch deshalb, weil sie von Menschen kommt, deren Konto eher von regelmäßigen Überziehungen gezeichnet ist. Denn wir alle hier wissen, der Dokumentarfilm hat es schwer, und eigentlich lebt er nur vom Idealismus all derer, die sich noch für ihn einsetzen, weil sie überzeugt sind, dass Kultur Sozialarbeit für morgen ist, dass wir gerade mit Dokumentarfilmen die Gesellschaften anderer besser verstehen, dass wir Menschen im globalen Zeitalter uns so ein bisschen besser kennen lernen. Kulturvermittlung sollte eines der Leitmotive unserer Arbeit sein.
Alle die sich für den Dokumentarfilm einsetzen, sind unerschütterliche Optimisten, Menschen, die an die Kraft der Kultur glauben. Ich freue mich auch ganz besonders, dass Ulle Schröder von ARTE in Strasbourg hier heute diesen Preis für mich entgegen nimmt. Sie gehört zu meinen engagiertesten Mitstreiterinnen im Kampf, qualitative Projekte auf den Sender zu bringen.
Ich musste die letzten Jahre ein besonders dickes Fell haben, denn ich setze mich dafür ein, dass da, wo ARTE drauf bzw. drunter steht, auch ARTE drin ist. Das Fell wird mir regelmäßig geschoren. Die Sender müssen sparen, und so ist es naheliegend, Geldquellen zu suchen. ARTE ist eine. So wird eben für ARTE nicht mehr ARTE Programm produziert, sondern das, was eigentlich für den eigenen Sender bestimmt ist. Das schränkt die Vielfalt, die Qualität und vor allem die Internationalität der Stoffe ein. Wir kennen die Sätze, Afrika ist nicht sexy, Balkan hatten wir gerade, nicht schon wieder Afghanistan. Viele sachkundige Autoren werden ihre Themen nicht mehr los. Anspruchsvolle Produzenten sind in Existenzgefahr. Noch immer gibt es herausragende Ausnahmen, aber sie werden deutlich weniger.
Ich danke Ihnen von Herzen für diese Ermutigung. Auch mit dem dicksten Fell kann ich nicht aufhalten, was offenbar politisch gewollt ist. Keine Kampagne von Zuschauern, die sich in ihrer Intelligenz beleidigt fühlen, zwingt bisher zur Umkehr. Wir haben von den Amerikanern ein wertvolles Geschenk, das des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bekommen. Günter Gaus hat uns 1981 das Wort von den „hochbezahlten Feiglingen“ mit auf den Weg gegeben, als wir den offenen Rundfunk gegen den Parteieneinfluss gegründet haben. Heute würde ich mir wünschen, die Politiker würden uns laut und nachhaltig ermahnen, wieder ernsthaft für die Demokratie-Fähigkeit in unserer Gesellschaft zu sorgen, und nicht an weiteren Vernebelungspraktiken mitzuwirken. Es ist wie bei der Klimakatastrophe, wir sind kurz davor und haben noch kleine Chancen sie zu verhindern. Ich möchte sie auffordern, auch wenn es nur Fernsehen ist, alles zu tun, um die Güte und Qualität eines öffentlich-rechtlichen Fernsehens wieder zu beleben.
Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen einen schönen Abend.

Introduction to AG DOK
