Inselfilmer 2011 - Ein Bericht von Kai v. Westerman
Gewinnerin der Güldenen Renke 2011 ist Sylvia Rothe mit ihrem Film MONT - VOM SUCHEN UND BRAUCHEN. Herzlichen Glückwunsch!
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Das erste Schiff, das am frühen Samstagmorgen aus dem Nebel über dem Chiemsee auftauchte, brachte die letzten Teilnehmenden. Achtzehn Filmemacherinnen und Filmemacher trafen sich am dritten Novemberwochenende auf der Fraueninsel. Zwölf von ihnen zeigten ihre Arbeiten im Musiksaal des Klosters und stellten sie zur Diskussion. Klingt einfach – ist es aber nicht: Mehrere Filme dauerten zwischen 60 und 80 Minuten. Jeder Film wurde nach der Sichtung von jedem Teilnehmenden mit Glasmurmeln bewertet. Dazu steckten in einem Pappkarton sechs Plastikbecher, jeweils einer für die Kategorien Regie/Dramaturgie, Ton/Musik, Idee/Inhalt, Schnitt, Protagonist(en), Kamera/Bild. Jeder konnte - niemand musste - drei Glasmurmeln auf die Kategorien verteilen, welche ihm beim betreffenden Film besonders gefallen hatten. Das sich daraus ergebende Stimmungsbild präsentierten Christian Doermer oder Fabian Hentzen, um das Filmgespräch zu eröffnen. Zeitweise gerieten die Diskussionen der Filmemacher recht temperamentvoll. Es ging eben nicht darum, sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Man sah Filme, welche die engen Spielräume eines Fernsehformates geschickt nutzen, wie Maike Conways Portrait der Vietnamesischen Restaurantbesitzerin Loan in München für die Reihe Lebenslinien im BR, freie Arbeiten wie Wolfgang Ettlichs Langzeitbeobachtung 4 Frauen in Rumänien zwischen 1990 und 2010 oder den Versuch eines Filmemachers, sich mit stellenweise subjektiver Kamera in Kinder einzufühlen, die einen Waldkindergarten besuchen – ein sehr zielgruppenorientierter Film.
Schon zehn Jahre alt, aber dennoch erstaunlich zeitlos wirkte Jörg Streeses knapp halbstündige Dokumentation über ein Experiment zur Gestaltung der Fassade eines denkmalgeschützten Hauses. Christoph Boekel zeigte seinen Film Blick in die Hölle – Eine Reise durch die Architektur des Krieges, ein klassischer Essayfilm, wie er in den Redaktionen mittlerweile auf Ablehnung stößt.
Abschließende Urteile über Filme sind unmöglich. Das machten die Gespräche zu den einzelnen Filmen deutlich. Es wurden durchaus gegensätzliche Ansichten vorgetragen – und jeweils fundiert begründet.
Hier wurde die Klausur der Filmemacher zur inspirierenden Fortbildung.
Vom frei produzierten Film über den Trailer für ein Dokumentarfilmthema bis zur (fast) durchfinanzierten TV-Produktion mit Hochglanzbildern – kein Film ließ sich endgültig – für „den allgemeinen Geschmack“ beurteilen. Oder doch? Sylvia Rothes Film Mont – Vom Suchen und Brauchen erzählt von einer Mutter mit sechs Söhnen, die alleine auf einem Bergbauernhof lebt. Sie züchtet Schafe und Hühner, mäht die umliegenden Almwiesen. Sie beginnt, regelmäßig Jugendliche, die in schwierigen sozialen Verhältnissen stecken, für eine gewisse Zeit bei sich aufzunehmen. Die Bilder der Berglandschaft um den einsamen Hof gewährten uns wie durch einen Spiegel einen Blick in die Seele der Protagonistin. Wie im Kino.
Doch auch Mont – Vom Suchen und Brauchen kam nicht ganz ungeschoren davon, gewann aber nach geheimer Abstimmung als bester Film des diesjährigen Treffens die „Güldene Renke“.
von Kai v.Westerman
Schon zehn Jahre alt, aber dennoch erstaunlich zeitlos wirkte Jörg Streeses knapp halbstündige Dokumentation über ein Experiment zur Gestaltung der Fassade eines denkmalgeschützten Hauses. Christoph Boekel zeigte seinen Film Blick in die Hölle – Eine Reise durch die Architektur des Krieges, ein klassischer Essayfilm, wie er in den Redaktionen mittlerweile auf Ablehnung stößt.
Abschließende Urteile über Filme sind unmöglich. Das machten die Gespräche zu den einzelnen Filmen deutlich. Es wurden durchaus gegensätzliche Ansichten vorgetragen – und jeweils fundiert begründet.
Hier wurde die Klausur der Filmemacher zur inspirierenden Fortbildung.
Vom frei produzierten Film über den Trailer für ein Dokumentarfilmthema bis zur (fast) durchfinanzierten TV-Produktion mit Hochglanzbildern – kein Film ließ sich endgültig – für „den allgemeinen Geschmack“ beurteilen. Oder doch? Sylvia Rothes Film Mont – Vom Suchen und Brauchen erzählt von einer Mutter mit sechs Söhnen, die alleine auf einem Bergbauernhof lebt. Sie züchtet Schafe und Hühner, mäht die umliegenden Almwiesen. Sie beginnt, regelmäßig Jugendliche, die in schwierigen sozialen Verhältnissen stecken, für eine gewisse Zeit bei sich aufzunehmen. Die Bilder der Berglandschaft um den einsamen Hof gewährten uns wie durch einen Spiegel einen Blick in die Seele der Protagonistin. Wie im Kino.
Doch auch Mont – Vom Suchen und Brauchen kam nicht ganz ungeschoren davon, gewann aber nach geheimer Abstimmung als bester Film des diesjährigen Treffens die „Güldene Renke“.
von Kai v.Westerman

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