Inselflimmern für die Inselfilmer 2010
Zwei halbe und ein ganzer Tag im Kloster auf der Fraueninsel im Chiemsee
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Inselfilmer 2010
(c) Lusznat 2010 |
Auf dieses Novemberwochenende hatten sich 18 Dokumentarfilmfans ein Jahr lang gefreut: sich in der Ruhe der noch nicht vom Weihnachtsmarkt gestressten Insel von Freitag- bis Sonntagnachmittag mit den Werken der KollegInnen auseinanderzusetzen, den eigenen Film den kritischen Augen, Ohren und Gefühlen des Publikums auszuliefern oder als LiebhaberIn des Genres mitzudiskutieren, dazu zu lernen und dabei Geist und Sinne zu schärfen. Und allen ist alles so gut gelungen, dass man das Ergebnis der Schlussrunde vorwegnehmen muss: das 10. Inseltreffen – Jubiläum! - der Dokumentarfilmer war ganz große Klasse.
Das lag nicht zuletzt an Fabian Hentzen, der das Wochenende so routiniert vorbereitet hatte, dass von der Mühe, die hinter dieser Präzisionsarbeit steckte, überhaupt nichts zu spüren war. Selbst den Wasserrohrbruch, der die Inselfilmer aus den Klosterzellen zum Übernachten in ein Hotel auf das Festland zwang, wusste Fabian cool zu managen. Das Bedauern über die Vertreibung aus dem Klosterparadies lobte er einfach weg: niemand sei flexibler als DokumentarfilmerInnen. Die machten ihrer Einschätzung durch Fabian alle Ehre und begeisterten sich für die nächtlichen Überfahrten mit dem Wassertaxi.
Zwölf Filme standen auf dem Programm: kleine, große, lange, kurze, alte, neue und work in progress gabs zu schauen. Als Beurteilungshilfen klackerten nach jeder Sichtung „Weiße Murmeln-Rote Murmeln“ in die Becher mit den Aufschriften „Gesamteindruck“, „Musik“, „Schnitt“, „Idee“, „Regie und Protagonist“. Christian Doermer, Altersehrenpräsident der Inselfilmer, interpretierte die Menge der auf die Kategorien verteilten Murmeln auf gewohnt charmante Weise. Wie immer ein guter Einstieg in lebhafte, teils kontroverse, teils einhellig positive Diskussionen. Kameramann Hans-Albrecht Lusznat stellte zu Beginn VENEDIG - ALS HÄTTEN WIR GETRÄUMT (Regie: Wolfgang Ettlich) vor, anschließend erfragte Susanne Minke die Meinung der Experten zu ihrem Recherche-Projekt IDENTITÄTS-SANIERUNG, für das am Ende Matti Bauer noch einen knackigen Titel fand. Als Aperitif vor dem Abendessen servierte Susanne ihr Musikvideo über brasilianische Sänger.
Der Abend gehörte dem Gedenken an die im Sommer verstorbene Schriftstellerin Laura Doermer, die in den vergangenen Jahren so gerne zu den Inselfilmern gekommen war. Hin und wieder hatte sie dem Drängen nachgegeben und aus ihren Werken gelesen. Nun müssen wir für immer auf ihr Lächeln und ihre Stimme verzichten. Einen kurzen Auszug aus ihrem Roman TRAPPENTREU – Frauen-Lebensgeschichten, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnen und bis in die Gegenwart reichen - hatten Matti Bauer, Hans-Albrecht Lusznat und Christoph Boekel zum Anlass genommen, um die Trappentreustraße und ihre Bewohner mit der Kamera zu besuchen. Witziges, Erhellendes, Lebensnahes haben sie gefunden und in Kontrast gesetzt zu den von Laura beschriebenen Bedingungen des „Gestern“.
Mit STERNE, TANZ UND ALGORITHMEN, einem Wissenschaftsfilm von Jörg Streese begann der frühe Samstagmorgen, gefolgt von ANNA IN STAHL UND EISEN, einer Auftragsarbeit für den Saarländischen Rundfunk aus dem Jahr 1991 von Ingrid Hessedenz, die später ihre bewegende Dokumentation BERUF HURE zur Diskussion stellte. Fabian Hentzen zeigte ein Portrait des Künstlers Helmut Kolle, LEBENSGIER UND BITTERKEIT. Zur allgemeinen Freude präsentierte Matti Bauer DIE SENNERIN UND IHR SOHN, den dritten Teil seiner Trilogie, Fabian Feiner stellte DIE SPIDER MURPHY GANG – 30 JAHRE ROCK'N ROLL vor. Das Künstlerportrait ERICH HAUSER, eine Hommage zum 80. Geburtstag des schwäbischen Bildhauers, zeigte Gudrun Weiler nach dem Abendessen. EIN KURZER BLICK IN DEN GARTEN EDEN von Kai von Westermann bildete passenderweise den gelungenen Abschied eines langen Tages in die Nacht.
Einen richtig entspannenden Sonntagsauftakt ermöglichte Fabians Planung. Nicht mit dem Neun-Uhr-Schiff, sondern erst eine Stunde später tuckerten wir über den See zur Insel. Und auf dem Programm LIEBESGESCHICHTEN AUS MOSKAU – 1993-2009, 115 intensive Minuten, in denen Christoph Boekel Moskau, seine Familie und seine Freunde portraitierte. Beim Abschlussessen erhielt er dafür die „Güldene Renke“. Wie hatte Fabian Hentzen in seiner Einladung an die bayerischen AG DOK-lerInnen geschrieben? „Und dann wird es wieder ein schönes Inselwochenende gewesen sein“. Wie Recht er hat!
Das lag nicht zuletzt an Fabian Hentzen, der das Wochenende so routiniert vorbereitet hatte, dass von der Mühe, die hinter dieser Präzisionsarbeit steckte, überhaupt nichts zu spüren war. Selbst den Wasserrohrbruch, der die Inselfilmer aus den Klosterzellen zum Übernachten in ein Hotel auf das Festland zwang, wusste Fabian cool zu managen. Das Bedauern über die Vertreibung aus dem Klosterparadies lobte er einfach weg: niemand sei flexibler als DokumentarfilmerInnen. Die machten ihrer Einschätzung durch Fabian alle Ehre und begeisterten sich für die nächtlichen Überfahrten mit dem Wassertaxi.
Zwölf Filme standen auf dem Programm: kleine, große, lange, kurze, alte, neue und work in progress gabs zu schauen. Als Beurteilungshilfen klackerten nach jeder Sichtung „Weiße Murmeln-Rote Murmeln“ in die Becher mit den Aufschriften „Gesamteindruck“, „Musik“, „Schnitt“, „Idee“, „Regie und Protagonist“. Christian Doermer, Altersehrenpräsident der Inselfilmer, interpretierte die Menge der auf die Kategorien verteilten Murmeln auf gewohnt charmante Weise. Wie immer ein guter Einstieg in lebhafte, teils kontroverse, teils einhellig positive Diskussionen. Kameramann Hans-Albrecht Lusznat stellte zu Beginn VENEDIG - ALS HÄTTEN WIR GETRÄUMT (Regie: Wolfgang Ettlich) vor, anschließend erfragte Susanne Minke die Meinung der Experten zu ihrem Recherche-Projekt IDENTITÄTS-SANIERUNG, für das am Ende Matti Bauer noch einen knackigen Titel fand. Als Aperitif vor dem Abendessen servierte Susanne ihr Musikvideo über brasilianische Sänger.
Der Abend gehörte dem Gedenken an die im Sommer verstorbene Schriftstellerin Laura Doermer, die in den vergangenen Jahren so gerne zu den Inselfilmern gekommen war. Hin und wieder hatte sie dem Drängen nachgegeben und aus ihren Werken gelesen. Nun müssen wir für immer auf ihr Lächeln und ihre Stimme verzichten. Einen kurzen Auszug aus ihrem Roman TRAPPENTREU – Frauen-Lebensgeschichten, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts beginnen und bis in die Gegenwart reichen - hatten Matti Bauer, Hans-Albrecht Lusznat und Christoph Boekel zum Anlass genommen, um die Trappentreustraße und ihre Bewohner mit der Kamera zu besuchen. Witziges, Erhellendes, Lebensnahes haben sie gefunden und in Kontrast gesetzt zu den von Laura beschriebenen Bedingungen des „Gestern“.
Mit STERNE, TANZ UND ALGORITHMEN, einem Wissenschaftsfilm von Jörg Streese begann der frühe Samstagmorgen, gefolgt von ANNA IN STAHL UND EISEN, einer Auftragsarbeit für den Saarländischen Rundfunk aus dem Jahr 1991 von Ingrid Hessedenz, die später ihre bewegende Dokumentation BERUF HURE zur Diskussion stellte. Fabian Hentzen zeigte ein Portrait des Künstlers Helmut Kolle, LEBENSGIER UND BITTERKEIT. Zur allgemeinen Freude präsentierte Matti Bauer DIE SENNERIN UND IHR SOHN, den dritten Teil seiner Trilogie, Fabian Feiner stellte DIE SPIDER MURPHY GANG – 30 JAHRE ROCK'N ROLL vor. Das Künstlerportrait ERICH HAUSER, eine Hommage zum 80. Geburtstag des schwäbischen Bildhauers, zeigte Gudrun Weiler nach dem Abendessen. EIN KURZER BLICK IN DEN GARTEN EDEN von Kai von Westermann bildete passenderweise den gelungenen Abschied eines langen Tages in die Nacht.
Einen richtig entspannenden Sonntagsauftakt ermöglichte Fabians Planung. Nicht mit dem Neun-Uhr-Schiff, sondern erst eine Stunde später tuckerten wir über den See zur Insel. Und auf dem Programm LIEBESGESCHICHTEN AUS MOSKAU – 1993-2009, 115 intensive Minuten, in denen Christoph Boekel Moskau, seine Familie und seine Freunde portraitierte. Beim Abschlussessen erhielt er dafür die „Güldene Renke“. Wie hatte Fabian Hentzen in seiner Einladung an die bayerischen AG DOK-lerInnen geschrieben? „Und dann wird es wieder ein schönes Inselwochenende gewesen sein“. Wie Recht er hat!

Introduction to AG DOK

