Der Bericht aus Cannes - Teil 1

mipdoc, 28. und 29.3.2009

Eine gute und eine schlechte Nachricht gibt es von der mipdoc 2009. Die schlechte: Auch auf die Medien wirkt sich die Wirtschaftskrise aus. Der Veranstalter hatte einen Besucherrückgang von ca. 18% zu verzeichnen. Die Zahl der anwesenden Einkäufer sank um 80 auf 350.
Die gute Nachricht : es regnete beide Tage fast ununterbrochen. Niemand, der erst einmal im Konferenzhotel angekommen war, traute sich wieder auf die Straße. Das hatte natürlich sehr positive Auswirkungen auf die 1.359 in der Videothek angebotenen Filme. Die Einkäufer schauten intensiv und interessierten sich. Die 15 über die AG DOK angemeldeten Filme wurden 162 Mal aufgerufen. Das macht im Schnitt ca. 11 Aufrufe pro Film. Im vergangenen Jahr wurden die Filme häufiger aufgerufen. Die Erklärung - es waren auch mehr Einkäufer da. Das Interesse blieb allerdings auf niedrigem Niveau stabil. 33 Mal gaben die Einkäufer an, interessiert am jeweiligen Film zu sein, 22 dieser Interessensbekundungen kamen von relevanten TV-Sendern.

Die Top 10 der deutschen Filme waren:
Little Darling 17 Zugriffe
Lincolns Last Night 15 Zugriffe
Soap and Water 14 Zugriffe
Tearing down the Iron Curtain 13 Zugriffe
Rhythm is it! 13 Zugriffe
Kushti – Wrestling into power 13 Zugriffe
Do Engines have a soul 11 Zugriffe
Modern Times 10 Zugriffe
The Most secret Place on Earth 10 Zugriffe
Prestes Maya 9 Zugriffe
Ganges – the river of 9 Zugriffe

Die Schwierigkeit in der Verkaufbarkeit der deutschen Filme zeigte sich dann schonungslos am Interesse der Einkäufer. Während „Little Darling“ lediglich einen nicht so relevanten Interessenten fand, interessierte „Lincolns Last Night“ sechs, „The most secret Place...“ gar sieben und „Rhythm is it!“ fünf Einkäufer.

Die mipdoc bleibt die attraktivste Screening-Messe des Jahres wobei das Interesse der Einkäufer eindeutig bei den kommerziellen TV-Formaten liegt. Die auf der mipdoc meistgeschauten Filme waren „Body in Love“ und „Apocalypse The Second World War“. Also Sex sells und Filme über den 2. Weltkrieg interessieren am Ende doch immer noch.

Jörg Langer
joerglanger@agdok.de

 
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