
AG DOK - Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm e.V.
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PRÄSENZ-Seminar in Berlin: Hybride Formate im Dokumentarfilm & Animadok
24. April 2026 - Dozent: Ralf Kukula
from 13.01.2026
Hybride Formate haben den zeitgenössischen Dokumentarfilm grundlegend erweitert. Animation, dokumentarisches Material und fiktionale Elemente greifen dabei ineinander – es entstehen neue innovative Ausdrucksformen und Erzählweisen. Insbesondere das Genre des „Animadok“ eröffnet neue Möglichkeiten, komplexe historische, politische oder biografische Stoffe erfahrbar zu machen, wo klassische dokumentarische Mittel an ihre Grenzen stoßen.
Der Produzent Ralf Kukula gehört zu den prägenden Akteuren dieses Feldes. Mit Balance Film hat er über viele Jahre hinweg eine unverwechselbare Handschrift entwickelt, in der inhaltlicher Anspruch, künstlerische Form und Produktionsrealität konsequent zusammengedacht werden. Der internationale Erfolg von „Auf Fritzis Spuren“ ist dabei nur ein Beispiel einer Reihe herausragender hybrider Produktionen, die dokumentarisches Erzählen und Animation auf besondere Weise verbinden.
In diesem Präsenz-Seminar gibt Ralf Kukula Einblick in die Entwicklung, Herstellung und Finanzierung hybrider dokumentarischer Formate – aus der Perspektive eines Produzenten und Regisseurs, der diese Projekte von der ersten Idee bis zur Auswertung begleitet hat. Anhand ausgewählter Filmbeispiele aus dem Hause Balance Film werden unterschiedliche ästhetische Ansätze und Produktionsweisen vorgestellt und diskutiert.
THEMEN
- Die inhaltlichen und dramaturgischen Gründe für den Einsatz von Animation im Dokumentarfilm
- Die Wahl geeigneter künstlerischer Mittel in Abhängigkeit vom Stoff
- Produktionspipelines von 2D-Zeichentrick und Rotoskopie über Motion Capture bis hin zu KI-gestützten Verfahren
- Budgetierung, Finanzierung und Produktionsstrukturen hybrider Filme
- Chancen, Risiken und aktuelle Rahmenbedingungen für Animadok-Projekte
FILMBEISPIELE
Im Seminar werden exemplarische hybride Produktionen diskutiert, darunter „Schlachthof“ (Dokumentarfilm mit animierten Fotocollagen), „Oktoberfilm“ (essayistischer Dokumentarfilm mit Fotocollage-Elementen), „Alois Nebel“ (animierter Langfilm, internationaler Festival-Run u. a. Venedig, Europäischer Filmpreis 2012), „Die Eisbaderin“ (Animationsfilm mit Sandanimation), „Chris the Swiss“ (politisches Animadok, Schweizer Filmpreis 2019) sowie „Auf Fritzis Spuren – wie war das so in der DDR“ (MDR-Kinderserie, u.a. International Emmy Award 2025, Kids: Factual & Entertainment).
Das Seminar richtet sich an Dokumentarfilmer:innen, Produzent:innen und Autor:innen, die hybride Erzählformen besser verstehen, eigene Projekte weiterentwickeln oder Animadok als strategisches und kreatives Instrument in ihrer Arbeit einsetzen möchten. Neben Inputs und Filmausschnitten bietet das Seminar Raum für Austausch, Fragen und Diskussion.
DOZENT
Ralf Kukula ist ein deutscher Animationsfilmregisseur und Produzent mit Sitz in Dresden. Seit 1993 leitet er die Balance Film GmbH, die sich auf Animations- und dokumentarische Filmformate spezialisiert hat. In seiner Arbeit verbindet er Animation mit dokumentarischen Erzählweisen, insbesondere in hybriden Formaten und Animadoks.
Kukula studierte Animation an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg. Zuvor absolvierte er von 1979 bis 1981 ein Abendstudium der freien Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er realisierte und produzierte über 30 Filme, darunter Fritzi – Eine Wendewundergeschichte (2019, Regie und Produktion), Mein Leben als Kosmonaut (2013, Produktion), Fred & Anabel (2014, Regie) sowie die Serie Die Sandmanzen (Regie). In jüngerer Zeit war er als Regisseur und Produzent an Fritzi und Sophie – Grenzenlose Freundschaft (2022–2024) beteiligt. Seine Arbeiten wurden mehrfach international ausgezeichnet, unter anderem mit dem Europäischen Filmpreis (2012), dem Preis der Deutschen Filmkritik (2020), dem Goldenen Spatz (2024) sowie dem International Emmy Award (2025). Inhaltlich beschäftigen sich seine Filme häufig mit gesellschaftlichen und historischen Themen, insbesondere mit der DDR und Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs.
ZEIT + ORT
Timing
Freitag, 24. April 2026
10:00–17:00 Uhr
inkl. Kaffeepausen und einer Mittagspause
(Mittagessen kann im Café des Wolf Kinos erworben werden)
Ort
Studio des Wolf Kinos
Wildenbruchstraße 6
12045 Berlin-Neukölln
Anbindung:
S-Bahn: Sonnenallee
U-Bahn: Rathaus Neukölln
TEILNAHMEGEBÜHR
- AG DOK Mitglieder: 145,00 Euro, plus MwSt
- Studierende und Mitglieder kooperierender Berufsverbände*: 160,00 Euro, plus MwSt
- Nicht-Mitglieder*: 245,00 Euro, plus MwSt
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