
AG DOK - Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm e.V.
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Kinodokumentarfilmförderung in Deutschland 2025
Eine Analyse von Martin Hagemann
from 28.04.2026
Vor einem Jahr trat das neue Filmfördergesetz (FFG) in Kraft. Die bis Ende 2024 noch in eine selektive und in eine automatische Förderung geteilte Produktionsförderung der FFA wurde zu einer rein erfolgsbasierten automatischen Referenzförderung, die den Erfolg an der Kinokasse und auf Filmfestivals belohnt und damit gemäß §1 des FFG die Struktur der deutschen Filmwirtschaft und die kreativ-künstlerische Qualität des deutschen Films als Voraussetzung für seinen Erfolg im Inland und im Ausland fördert. Die bisherigen zusätzlichen Zuschauereingangsschwellen für die Anerkennung der Festivalpunkte wurden gestrichen. Die Finanzierung des Kinodokumentarfilms im Rahmen der FFA - Förderung ist damit in Zukunft stärker von seinem Erfolg, sei es in den Kinos, sei es auf den nationalen und internationalen Festivals abhängig.
Die ehemalige „BKM-Förderung“ wird seit 2024 – finanziell durch den BKM substanziell aufgestockt – nun als „Jurybasierte Kulturelle Filmförderung des Bundes (JKFF)“ in der FFA selektiv vergeben; der Dokumentarfilm wird durch die Entwicklungsjury (deren Mitglied ich bin) und durch die Jury für Dokumentar-filmproduktion gefördert. Ab Frühjahr 2026 wird die Dokumentarfilmproduktionsförderung für etablierte Filmemacher und Filmemacherinnen (ab 3. Film) zusätzlich gestärkt, wenn die neue, mit 9 Mio. € ausgestattete Talentförderung der BKM und der Länder ihren Betrieb beim Kuratorium Junger Deutscher Film aufnimmt.
Die Länder haben den Dokumentarfilm 2025 wie gewohnt gefördert. Vor allem die Filmstiftung in NRW, der FFF in Bayern und die MDM in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen engagieren sich stark für den Dokumentarfilm, während in Berlin/Brandenburg der Dokumentarfilm wie in den Vorjahren wenig Unter-stützung seitens der mbb erhielt.
Das Fördervolumen für Dokumentarfilme in Deutschland betrug demnach im letzten Jahr 22,4 Mio. €, wobei Kinodokumentarfilme, um die es hier geht, für Entwicklung und Produktion knapp 17,6 Mio. € erhielten. Kombiniert mit den ca. 25% Finanzierungen aus anderen Quellen (TV-Lizenzen und -koproduktionen, Eigenmittel, Beistellungen, Minimumgarantien, Investitionen etc.) lässt dies auf ein Entwicklungs- und Produktionsvolumen von ca. 22 Mio. € für Kinodokumentarfilme in Deutschland schließen.
Wie steht es nun um den Erfolg des deutschen Kinodokumentarfilms im deutschen Kino und auf Internationalen Filmfestivals?
