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Auf der Suche nach der Qualität

vom 07.11.2018

Mehr als 200 Anmeldungen – damit hat die ARD-Programmwerkstatt, die am 1. November 2018 zum nunmehr dritten Mal parallel zum Leipziger Dokfestival in Räumen des MDR stattfand, die Nachfrage der Vorjahre noch übertroffen. Die Veranstaltung geht auf eine Zusage zurück, die MDR-Intendantin Prof. Karola Wille -seinerzeit noch als ARD-Vorsitzende- im Februar 2016 beim Besuch der AG DOK-Mitgliederversammlung gegeben hatte und die sich in den drei Jahren ihres Bestehens zu einem Branchentreff entwickelt hat, an dem sich sowohl fast alle ARD-Sender als auch die wichtigsten Redaktionen dokumentarischer Genres beteiligen.

Mit über 200 Anmeldungen war die Nachfrage zur ARD-Programmwerkstatt in ihrer dritten Auflage so groß wie noch nie.
Dass sich die ARD bemüht, in ihrem Informationsangebot besser zu werden, hatte MDR-Intendantin Prof. Karola Wille schon in ihrer Eröffnungsansprache betont.

Und wenn auch noch nicht alle Fragen der zurückliegenden Treffen beantwortet sind, waren die Blicke diesmal deutlicher als bisher nach vorne gerichtet. Lediglich der von Sabine Pollmeier und Dagmar Biller geleitete Workshop zu ARTE konzentrierte sich darauf, den status quo der Programmpolitik zu erforschen – Programmdirektor Bernd Mütter und der Geschäftsführer von ARTE Deutschland, Dr. Markus Nievelstein, standen dafür als kompetente Auskunftsgeber zur Verfügung.

Sabine Pollmeier (2.v.r.) und Dagmar Biller (re.) leiteten den ARTE-Workshop und Programmdirektor Bernd Mütter sowie der Geschäftsführer von ARTE Deutschland, Dr. Markus Nievelstein, stellten sich den Fragen und Anregungen.
Überrascht registrierten die nach Leipzig gereisten Produzentinnen und Regisseure, dass die Fernsehverantwortlichen sie dazu aufriefen, mutigere Projekte einzureichen. Bislang war dieser Appell eher unter umgekehrtem Vorzeichen bekannt.

Andere Diskussionsrunden beschäftigten sich hingegen damit, wie Bestehendes weiterentwickelt werden kann. Wie kann das Dokumentarische primetimefähig werden, fragte sich zum Beispiel ein Werkstattgespräch unter Leitung von Stefan Lamby und ARD-Chefredakteur Rainald Becker, und eine andere Diskussionsrunde, angeleitet von Susanne Stenner und Silvia Weihermüller widmete sich dem Entwicklungspotenzial crossmedialer Produktionen und verbreitete eine so euphorische Aufbruchstimmung, dass am Ende der allgemeine Wunsch nach einem weiteren intensiven Workshop speziell zu diesem Thema stand.

ARD-Chefredakteur Rainald Becker (v.l.) und Produzent Stefan Lamby (mittig li.) fragten in ihrer Arbeitsgruppe danach, wie das Dokumentarische primetimefähig werden kann.
Susanne Stenner (mitte) und Silvia Weihermüller (re.) erörterten in ihrer Runde das Entwicklungspotenzial crossmedialer Produktionen.

Zukunftsweisendes diskutierte auch der von AG DOK-Vorstandsmitglied Dr. Thorolf Lipp und RBB-Hauptabteilungsleiterin Martina Zöllner koordinierte Workshop zum Thema „Qualität“, der sich mit dem Schweizer Medien-Professor Vincenz Wyss und Andrea Morcellin, der Leiterin des Qualitätsmanagements im RBB, gleich zwei Experten eingeladen hatte um zu hinterfragen, warum viele Menschen den Informationen des Fernsehens nicht mehr vertrauen und sich stattdessen lieber in ihre eigenen, geschlossenen Wirklichkeiten zurückziehen. „Ihr sprecht nicht mehr unsere Sprache“- das sei ein zentraler Vorwurf, der sich beim Zuschauer-Monitoring herausschälte, berichtete Martina Zöllner, und andere Sender-Verantwortliche räumten ein, das Fernsehangebot wirke auf manche Zuschauer möglicherweise zu abgehoben. Denn 43 Prozent der 50-60-jährigen in Deutschland haben nur 1500 Euro netto im Monat zur Verfügung, während, wie Thorolf Lipp anmerkte, die Durchnittseinkommen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk brutto bei 70.000 Euro im Jahr liegen. Daraus resultiert auch nach Ansicht von David Bernet ein „Verdacht der Selbstreferenzialität“. Thorolf Lipp bemängelte, dass sich das Fernsehen mit der Formatierung seiner Programme ein geschlossenes System geschaffen und ohne Not die mögliche Vielfalt eingeschränkt habe. „Immer mehr vom immer gleichen“, so hatte Alt-Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich einer Grimmepreis-Verleihung einmal seine Programmkritik formuliert.

Dr. Thorolf Lipp (2.v.r.) und RBB-Hauptabteilungsleiterin Martina
Zöllner (2.v.l.) koordinierten den Workshop zum Thema „Qualität“,
der sich mit dem Medien-Professor Vincenz Wyss (re.) und Andrea Morcellin (li.), der Leiterin des Qualitätsmanagements im RBB, zwei Experten geladen hatte.
Die Veranstaltung geht auf eine Zusage von MDR-Intendantin Prof. Karola Wille zurück - hier im Gespräch mit AG DOK-Mitglied Mo Asumang - die sie 2016 seinerzeit noch als ARD-Vorsitzende beim Besuch der AG DOK-Mitgliederversammlung gegeben hatte.

Natürlich gibt es im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Qualitätskriterien – sie orientieren sich, so Zöllner, an den Grundwerten der Aufklärung, an Menschlichkeit und Toleranz und sind nicht nur in einem genrespezifischen Katalog festgehalten, sondern werden auch regelmäßig auf ARD-Ebene bei einem „Round-Table Qualitätsmanagement“ überprüft. Das freilich verhindert nicht den Eindruck einer gewissen Gleichförmigkeit. Diese Feststellung brachten nun gerade nicht die eingeladenen Dokumentarfilmer in die Debatte ein, sondern Lucia Eskes, der Leiterin des Grimme-Preises, die damit den Eindruck ihrer Jury wiedergab. Einer Jury, die jährlich immerhin 400 bis 500 dokumentarische Produktionen sichtet und so einen recht guten Überblick über das Programmangebot hat. Ihre Einschätzung: Formatierung und thematische Einfalt nehmen zu, die immer gleiche Dramaturgie verschmelze zu einer „immer gleichen Soße“. Gute Filme hingegen würden zu wenig beworben und im Programm versteckt. „Aber man muss auch mal eine schlechte Quote um 20.15 Uhr aushalten.“ Von Seiten der Filmschaffenden kam in diesem Zusammenhang die Forderung nach stärkerer Berücksichtigung der „Autorenhandschrift“ und nach größeren finanziellen Spielräumen als Voraussetzung eines professionellen Arbeitens. Denn neben „Gestus und Haltung“ der Filmautorinnen und Autoren -wie es Dietmar Post beschrieb- ist auch Professionalität ein Merkmal von Qualität.

Prof. Wyss empfahl, Qualitätsüberlegungen bereits in die Projektplanung einzubringen – einen Vorschlag, den Martina Zöllner gerne aufgriff. Überdenkenswert ist zudem das Schweizer Modell einer externen wissenschaftlichen Evaluation der Programme – ergänzend zu einem ausgefeilten internen Qualitätsmanagement der Sender.

Dass sich die ARD bemüht, in ihrem Informationsangebot besser zu werden, hatte MDR-Intendantin Prof. Karola Wille schon in ihrer Eröffnungsansprache betont – sie verwies auf die Ausweitung dokumentarischer Angebote in die prime-time hinein – mit der „Story“ und der Reihe „Rabiat“ seien zumindest im Dokumentationsbereich Schritte gegangen worden, die auch im kommenden Jahr beibehalten werden sollen.

Und der Workshop zur Aufwertung des Dokumentarischen in der prime-time brachte sogar ein konkretes Ergebnis, um dessen Umsetzung sich der ARD-Chefredakteur bemühen will: so soll es künftig einen „Vertrauensredakteur“ geben, um bei Kooperationen mehrerer ARD-Sender Projekte so etwas wie eine „Federführung“ zu etablieren. Bislang, so bemängelten die anwesenden Dokumentarfilmschaffenden, reden bei Abnahmen nämlich viel zu viele Leute mit. Und auch die Entscheidungswege der Projektvorbereitung sollen verkürzt werden, weil die schwerfälligen Genehmigungsverfahren innerhalb der ARD immer noch schnelle Reaktionen auf politische oder gesellschaftliche Entwicklungen verhindern.

Überrascht registrierten die nach Leipzig gereisten Produzentinnen sowie die anwesenden Regisseure, dass die Fernsehverantwortlichen sie dazu aufriefen, mutigere Projekte einzureichen. Bislang war dieser Appell eher unter umgekehrtem Vorzeichen bekannt.

 

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