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AG DOK Kameratest 2017.2: Sub 10K Kameras

vom 22.12.2017

Vorläufiger Bericht von Rasmus Sievers AG DOK, Eberhard Spreng AG DOK, Felix Trolldenier AG DOK

Dank an UFO Filmgerät, AVT Plus Hamburg, Panasonic, HDVideoshop und slashCAM für die Bereitstellung der Technik.

Ausgelöst durch das Erscheinen von Panasonics AU-EVA1 untersuchten wir in einem Vergleichstest folgende Kameras unter 10.000 Euro: Als Referenzkamera die Panasonic Varicam LT, die neue Panasonic EVA1 und Lumix GH5, die Canon C200 und die zur Zeit meist verwendete Sony FS7. Die 2. Generation des chinesischen Herstellers Kinefinity war in Gestalt der Terra 6K dabei, außerdem Blackmagic Ursa Mini Pro 4.6K und, ausser Konkurrenz, die RED Epic mit Helium 8K s35 Sensor. Kurz vor der Weihnachtspause hier also erste Erkenntnisse und Vergleichsvideos.

 

TEST-PARAMETER

Im Vergleich zum letzten Test wurde das Setup leicht verändert: Die M18 (open face) mit 1,2KW Brenner wurde von der schwächeren 575W-Stufenlinse D5 abgelöst, was knapp für eine ETTR-Belichtung (Expose to the right) der VaricamLT bei ISO 800 mit 1/25s und t 2.8 ausreichte. Die Schattenseite des Gesichts hellten wir um 1,5 Blenden per Reflektor (60x40) auf, sodass der Hell-Dunkel-Kontrast der Gesichtshälften bei nunmehr 4 Blenden lag. Wie zuvor verwendeten wir das Zeiss CP2 35mm mit verschiedenen Objektivmounts. Dieses Test-Setup wollen wir nun auch in Zukunft verwenden. So sichern wir die Vergleichbarkeit der aktuellen Ergebnisse mit denen zukünftiger Tests.

C200 RAW wurde mit dem Canon Tool in 4K 10 bit DPX transcodiert. Wir belichteten wie üblich ETTR, ETTR -2, ETTR -4 und jetzt zusätzlich ETTR -6, ETTR -8 Blenden.

 
 

Das Spektroradiometer maß eine Farbtemperatur von 5682 Kelvin. Im Spektrum jenseits 780nm zeigen sich 2 Peaks im Nahinfrarot.

 

ETTR

ETTR -4

ETTR -6

(Anders als auf den Titelkarten der Videos geschrieben, war es eine Epic Helium nicht Weapon Helium)

ETTR - 4 EVA1 vs GH5 vs FS7

UNSERE ERSTEN BEOBACHTUNGEN

Beim Grading lassen sich gute Bilder am einfachsten mit dem Material der GH5 erzeugen. Sie zeigte jedoch als einzige Kamera Aliasing im Shirt, trotz mehrfachem Oversamplings.

Der 10 bit 4:2:2 Codec der EVA1 und GH5 bietet bei seinen nur 150 Mbit/s erstaunliche Qualität und ein filmähnliches monochromes Rauschen.

Die Terra6K überzeugt mit hoher Auflösung und guter Farbseparation. Leichter Sensorsmear und Fixed Pattern Noise bleiben bei normalem Betrachtungsabstand bei ETTR -4 Blenden unsichtbar. Schon beim Aufbau fiel bei der Terra6k der ausgeprägte Rolling Shutter und das Delay des Monitors auf. Dies sind Ausschlusskriterien für freie Kameraarbeit. Ebenfalls sollte der Hersteller an der Bedienung arbeiten, die zumindest für Dokumentarfilmdrehs so nicht geeignet erscheint.

VaricamLT und EVA1 sind in unserer Portrait-Einstellung trotz erheblicher Differenzen in Pixelanzahl, Bitrate und Preis kaum zu unterscheiden. Ein effizienterer Codec und Oversampling von 5.7K auf 4K der EVA1 scheinen ihren Nachteil an geringerer nativer ISO auszugleichen.

Varicam LT, EVA1 und FS7 stellen das Blau des Shirts als Violett dar. Wir vermuten Infrarotkontamination als Ursache. Aussagen eines Panasonic-Vertreters bestätigen eine Empfindlichkeit der Varicam LT für Infrarot, die angeblich als Kompromiss für bessere Hauttöne in Kauf genommen wird.

Der C200 8bit Codec zeigt bei seinen 150Mbit/s unschöne Artefakte im Gegensatz zum Panasonic 150 Mbit Codec. Auch Canons Cinema RAW Light mag schon bei -4 Blenden unter ETTR nicht mehr zu überzeugen. Die Color Science der C200 erscheint jedoch auf, von Canon gewohnt, hohem Niveau.

Die mittlerweile "alte" FS7 fällt nicht überraschend deutlich ab im Testfeld. Schon bei -4 Blenden von ETTR bestimmen Kompressionartefakte die helle Gesichtshälfte. Ihre Auflösung liegt deutlich hinter sämtlichen anderen Kameras im Testfeld. Selbst die GH5 + Speedbooster bietet höhere Bildqualität bei geringerer Bitrate.

Die Bilder der Blackmagic Ursa Mini Pro 4.6K zeigen weniger Fixed Pattern Noise als ihr "nicht-pro" Vorgänger bei unserem Test in 2016. Auch das Magentaproblem ist nicht mehr zu erkennen. Farbseparation erscheint nicht so hoch wie bei der Konkurrenz, aber in 4:1 RAW kann die Ursa gut mit allen anderen Kameras mithalten. Die Kompression zeigt sich erst bei unrealistischer Vergrößerung. Das beispielhafte Menü-Design von Blackmagic und die neuen manuellen Kontrollen und der interne ND machen die Kamera für eine Reihe von Anwendungen interessant.

 
Vergleich der Bitraten in Mbit/s

 

VORLÄUFIGES FAZIT

EVA1 und GH5 bieten derzeit bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, und auch das beste Verhältnis von Bildqaulität zu Bitrate. Unterhalb 10.000 Euro stellt die Ursa durchaus eine Konkurrenz zur EVA1 dar.

TEAM

Rasmus Sievers AG DOK, Eberhard Spreng AG DOK, Robert Löved von slashCAM, Carolin Rähmer, Felix Rier von UFO, Lutz Reitemeier BVK, Felix Trolldenier AG DOK

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